Ashvaghosha

Englisch

Aśvaghoṣa (?80-?150 CE) was an Indian philosopher-poet, born in Saketa in northern India. He is believed to have been the first Sanskrit dramatist, and is considered the greatest Indian poet prior to Kālidāsa. He was the most famous in a group of Buddhist court writers. Aśvaghoṣa wrote in Classical Sanskrit according to the traditional biography of Aśvaghoṣa which was translated into Chinese by Kumārajīva, and preserved in that language, he was originally a wandering ascetic who was able to defeat all-comers in debate.

He set a challenge to the Buddhist monks that if none could meet with him in debate then they should stop beating the wood-block which signalled to the people to bring offerings to them. There was no one there to meet the challenge so they stopped beating the wood-block.

However, in the north there was an elder bhikṣu named Pārśva at the time, who saw that if he could convert this ascetic, it would be a great asset to the propagation of the Dharma, so he traveled from northern India, and had the wood-block sounded.

The ascetic came to ask why it had been sounded and though thinking the old monk would be unable to debate with him, he accepted his challenge, and after seven days the debate was held in front of the King, his Ministers, and many ascetics and brahmans. The loser agreed to become the disciple of the other.

They agreed that the elder Pārśva should speak first, and he said: "The world should be made peaceable, with a long-lived king, plentiful harvests, and joy throughout the land, with none of the myriad calamities", to which the ascetic had no response and so was bound to become Pārśva's disciple, and he was given full ordination as a bhikṣu.

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Der Weg zur Erleuchtung

Die Mahāyāna Lehre - von Aśvaghoṣa – der Weg zur Erleuchtung um unsere Buddha Natur zu finden Die Texte sind wie Dharanis geschrieben.

Da der koreanische Text der Übersetzung aus der ersten Hälfte des achten Jahrhunderts von dem Mönch Wonhyo voller Klarheit für die Menschen in der heutigen Zeit die Bedeutung der Lehren des Buddha darlegt, entschloss sich Sunim zu der Übersetzung.

Der schwierige Text von Ashvaghosha ist ein wahrhaft klassisches Werk des Mahāyāna. Die Menschen in Korea sind von klein auf mit dem buddhistischen Gedankengut vertraut, die Novizen in den Tempeln lernen die Darlegungen von Ashvaghosha und dadurch erwecken die Menschen in sich einen unerschütterlichen Glauben in die Lehre des Buddha, um ihr Ziel, die Erleuchtung zum Wohle der Lebewesen, zu erreichen.

In den Belehrungen und Kommentaren von Sunims Übersetzung spürt man die große Liebe und das große Mitgefühl, das er und die Menschen, die daran gearbeitet haben, für die Lebewesen und ihre Dharmaschwestern und Brüder empfinden.

Dabei ist es nicht so wichtig, welche Schule recht behält; die Wichtigkeit der wesentlichen Punkte des Mahāyāna-Buddhismus besteht darin, den Lebewesen einen Weg zu zeigen, um aus dem großen Leiden und den weltlichen Sorgen herauszukommen. Mit tiefem Vertrauen zur Lehre des Buddha und einem gläubigen Herzen voll Dankbarkeit zu Ashvaghosha möge dieses Buch vielen Menschen helfen, schnell die Erleuchtung zu erlangen.

Wegen Ignoranz und Täuschung entstehen vergängliche Gedanken – um von Tod und Geburt und den Leiden im Samsāra frei zu werden und das Tor zu Tathata zu öffnen, wurde diese Übersetzung geschrieben.


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Vorwort

Asvaghosa sk. Großer indischer buddhistischer Meister – der Bodhisattva, der die Pferde zum Weinen brachte

Von Kumarajiva aus dem Sanskrit ins Chinesische übersetzt.
Aus dem Koreanischen und Chinesischen übersetzt von Tenzin Tharchin und Elisabeth Lindmayer.

In einem kleinen Land im mittleren Indien lebte im 1. oder 2 Jahrhundert Asvaghosa. Auf Grund einer Begebenheit erhielt er den Namen der Bodhisattva, der die Pferde zum Weinen brachte. Sein Lehrer, bei dem er Zuflucht zu Buddha dem voll Erleuchteten, zu der edlen Lehre dem Dharma und zu der edlen Gemeinschaft der in Harmonie lebenden Sangha genommen hatte, hieß Punasa.

Eines Tages sorgte sich Punasa, der im Samadhi verweilte, wer Buddhas Lehre verbreiten und die Lebewesen zur Erleuchtung führen werde. Im tiefen Samadhi erblickte Punasa in Mittleren Indien einen Mönch einer anderen Religionszugehörigkeit. Dieser Mönch hieß Mahallaka war sehr weise mit großem Sprachtalent und sprach über die Wahrheit. Es hieß von ihm, wenn es in dieser Welt jemanden gäbe, der sich mit ihm messen könne, dann möge man den Gong (sk. Gantha) schlagen und Gaben von den Menschen erhalten. Nur derjenige könne Spenden oder Schenkungen erhalten, der ihn in der Debatte besiegen könne, verkündete Mahallaka lauthals.

Zu dieser Zeit erhob sich Punasa aus dem Samadi und schritt die Strassen entlang, vorbei an dem Schloss der Sakya, wo er viele Novizenmönche (Samaneras) traf. Einer von ihnen sprach verächtlich in neckischem Ton zu ihm und sagte: „Gib mir deine Schuhe.“ Punasa aber reagierte nicht. Friedvoll und unverrückbar verharrte er, obwohl der Samanera so unhöflich zu ihm sprach. Einige Samaneras erkannten, dass er ein bedeutender Mensch war, andere wollten Punasa prüfen und stellten ihm Fragen und beobachteten ihn. Reglos blieb dieser und wusste auf alle Fragen die besten Antworten zu geben. Punasa schritt weiter mit seinem edlen Antlitz und offenem Geist. Da erkannten die Samaneras seine Tugendhaftigkeit, respektierten ihn und verabschiedeten den alten Mönch. Mit überirdischer Wunderkraft erreichte Punasa in Windeseile einen buddhistischen Tempel in Mittelindien, wo sich viele Mönche versammelt hatten. Punasa fragte die Mönche, warum sie nicht den Gong schlagen würden.

Man antwortete ihm, Mahallaka habe verboten, den Gong zu schlagen, da ihn bei einer Debatte niemand besiegen konnte. Erst wenn ihn jemand bezwingen könne, dann dürfe der Gong geschlagen werden. Punasa erwiderte, sie sollen den Gong schlagen, er werde mit Mahallaka debattieren.
Die alten Mönche besprachen sich und fragten sich, ob er debattieren könne. Daraufhin schlugen sie den Gong. Mahallaka war sehr verwundert und erkundigte sich, warum der Gong geschlagen wurde. Die Mönche antworteten: „Von Nordindien ist Punasa gekommen und er hat den Gong geschlagen.“ Mahallaka bestand darauf, Punasa sogleich zu ihm kommen zu lassen.

Bei ihren Zusammentreffen fragte Mahallaka, der einer anderen Religion angehörte, ob Punasa mit ihm debattieren möchte. Lauthals machte er sich über Punasa lustig, da dessen Erscheinungsform nicht besonders schön war. Er sagte: „Du alter Mönch, wie willst Du mit mir debattieren? Was soll’s, wir werden vor dem König, den Ministern und den Meistern aller Religionen debattieren. In sieben Tagen soll es soweit sein.“ Und er blickte geringschätzig auf Punasa herab.

In der sechsten Nacht vor dem Treffen sah der alte buddhistische Meister im tiefen Samadhi,(Konzentration auf einen Punktein ein friedlicher ruhiger Geisteszustand) was bei der Debatte geschehen würde.

Frühmorgens am siebenten Tag hatten sich wolkengleich unzählige Menschen versammelt. Punasa traf schon früher ein, setzte sich auf den höheren Sitz, und sein Gesicht strahlte Frieden und liebevolle Wärme aus. Als Mahallaka eintraf nahm er den Platz ihm gegenüber ein. Er blickte dem alten Mönch ins Angesicht, der so gelassen und friedvoll bereit zur Debatte war und dachte, das ist ein Heiliger und freute sich auf eine gute Debatte. Dann fragte er Punasa, wie der Verlierer zu bestrafen sei und schlug vor, ihm die Zunge abzuschneiden. Der alte Mönch erwiderte, so dürfe man das nicht machen. Der Verlierer solle vielmehr der Schüler des anderen werden und das sei genug. Damit zeigten sich alle einverstanden und fragten, wer beginnen solle.

Der alte Mönch sagte, da er von so weit her gekommen sei und schon früher hier war möchte er beginnen. Das sei der richtige Weg. Damit war Mahallaka einverstanden und sagte: „Beginne jetzt und sei dir sicher: ich werde dich schlagen!“

Punasa mit seinem unermesslichen Verdienst sprach: “Unter dem Himmel ist dieses Land friedlich, der König wird lange leben, die Menschen in seinem Land sind friedlich, leben in Wohlstand mit großer Freude, ohne Katastrophen.“ Dann sprach Punasa weiter, erhaben und mit einem Herz voll großer Liebe und Mitgefühl und berührte die Versammlung der Zuhörer mit seinen sanften Worten, die er entsprechend der Fähigkeiten der Lebewesen wählte und erfreute das Herz der Anwesenden. Alle Buddhas und Bodhisattvas hatten sich zu seinem Schutz versammelt.

Mahallaka konnte dem strahlenden Punasa, der mit überirdischer Kraft vor ihm stand, nichts entgegnen und blieb stumm. Er verneigte sich, schnitt sein Haar und den Bart ab und wurde ein buddhistischer Mönch. Tief verzweifelt saß er einsam da, der große Debattierer, der nicht antworten konnte.

Punasa wusste um die Verzweiflung des Mahallaka und zeigte ihm seine überirdische Wunderkräfte, durch das Feuer zu schreiten, zu fliegen und über das Wasser zu gehen. Da willigte Mahallaka ein, der Schüler Punasas zu werden. Mahallaka dachte, aus diesen Gründen sei es richtig, Punasas Schüler zu werden und er erhielt den Namen Asvagosha.

Punasas sprach zu ihm: „Obwohl deine Intelligenz sehr groß ist, bist du noch nicht vollkommen. Du sollst jetzt von mir den Dharma lernen, sowie die Erleuchtung
und vollkommenes Sprachtalent erlangen. Unter dem Himmel in diesem Land kann keiner gegen dich sein.“

Später ging Punasa in sein Land zurück. Asvagosha blieb in diesem Land und lehrte viele Sutren. Seine Intelligenz und sein Sprachentalent waren exzellent und die Menschen verbeugten sich mit großem Respekt vor ihm. Auch der indische König würdigte ihn sehr.

In Nordindien lebte Ganisega, der König des kleinen Mondlands Kontera. Dieser zog gegen das Land in Mittelindien, in dem Asvaghosa lebte, zu Felde und eroberte es. Der besiegte König fragte in einem Brief den siegreichen Mondlandkönig, ob er etwas wünsche, das er ihm geben könne und warum er lange in diesem Land bleiben und die Bevölkerung unterdrücken und so viel Leid verursachen wolle. Der siegreiche König antwortete, er sei zufrieden, wenn sich der Verlierer vor ihm verbeuge und er ihm drei Millionen in Gold übergebe. Der König aus Mittelindien sagte, er habe nicht einmal eine Million in Gold in seinem Land. Daraufhin antwortete der Mondlandkönig: „In deinem Land gibt es zwei wertvolle Juwelen. Das eine ist Buddhas Bettelschale, das andere ist der buddhistische Mönch Asvaghosa. Sie haben für mich den Wert von zwei Millionen. Gib mir diese.“ Der König antwortete, diese beiden könne er nicht hergeben.

Der buddhistische Mönch lehrte seinen König, als Lebewesen unter dem Himmel, gäbe es keinen Unterschied, den Dharma zu lernen. Buddhas Lehre sei tief und weit und die Tugend des großen Menschen, die Lebewesen zu retten, sei die Erste. Um in dieser Welt die Lebewesen und Menschen zu führen, gibt es viele Schwierigkeiten. Darum habe ein König nur ein Land zu führen. Das sei seine Aufgabe. Allerdings, wenn er als König Buddhas Lehre verbreiten könne, würde er zum Dharmakönig der vier Ozeane werden. Das bedeute, der Gebieter dieser Welt zu werden. Die Mönche seien in der Lage, die Menschen gleichermaßen von den Leiden zu retten. Sie würden sie von den Täuschungen von Tod und Geburt befreien und sie dazu führen, alle Leiden abzuschneiden. Die Wahrheit sei überall gleich, nicht nah und nicht fern. Es sei nicht genug, nur das zu glauben, was unsere Augen sehen. Wir bräuchten auch ein großes Herz voller Großzügigkeit.

Der König respektierte die Meinung des Mönches und sandte ihn ins kleine Mondland. Als Kriegsbeute nahm König Ganisega den buddhistischen Mönch Asvaghosa unter seinen Schutz und brachte ihn in sein Königreich Kontera. Dort verbreitete Asvaghosa die Lehre des Buddha. Der siegreiche König besprach sich mit seinen Ministern, über den Wert von Buddhas Bettelschale. Alle waren einverstanden, dass sie den Gegenwert von einer Million in Gold darstellt. Als es um den Wert des Mönches ging, waren sie allerdings uneins mit dem König, weil sie ihn für zu kostbar erachteten. Der Mönch war zu kostbar, um bewertet zu werden, seine Sprache war vollkommen, um den Dharma zu lehren. Die Menschen waren erschüttert, über den starken Eindruck, den er hinterließ.

Der siegreiche König wollte alle verwirrten Menschen zur Erleuchtung führen, auch die Lebewesen in seinem Land. Er verstand die unerträglichen Leiden der Höllenwesen, der Hungrigen Geister mit ihrer unerträglichen Gier nach Essen und die Leiden der Tiere . Und dass, nur die Drei Juwelen vor diesen Leiden zu schützen vermögen.
Darum ersuchte er Asvagosha den Dharma zu lehren. Der König berief eine große Versammlung ein, wo auch sieben Pferde einer schönen Rasse anwesend waren. Die große Versammlung, an der eine unzählbare Menge von Menschen und die hungrigen Pferde teilnahmen, bat den Mönch, den Dharma zu lehren. Sie dauerte sechs Tage, und als der König den Pferden, den besten Freunden der Menschen, Heu geben wollte, fraßen diese nicht, sie wollten nur den Dharma hören, und sie weinten. Friedlich und still standen sie da. Alle Anwesenden sahen es als ein Wunder, dass die Pferde den Dharma begriffen hätten, und auch sie verstanden den Dharma gut. So wurde Buddhas Dharma der für alle unwissenden oder wissenden Lebewesen, gelehrt wurde in Nordindien mit Begeisterung aufgefasst und weit verbreitet, und der Mönch wurde Asvaghosa, der Bodhisattva, der die Pferde zum Weinen brachte, genannt.
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Herr Lothar Scholl Röse und Herr Jürgen Drews haben lektoriert, ihnen gebührt herzlichen Dank.
Dank gebührt auch dem die zeitlos Wahrheit vermittelnden Alan und seiner Frau Iris wie auch Herrn Georgi Buschmann mit seinem fachkundigen und logistischen Wissen.
Frau Irmentraud Schlaffer stellte freundlicherweise Ihre Übersetzung zur Verfügung:
"Die Erweckung des Glaubens" (Originaltitel: The Awakening of Faith. Attributed to Ashvagosha. Translated with Commentary by Yoshito S. Hakeda - 1994, unveröffentlicht - ein Auszug der Übersetzung kann auf der Studienprogramm-Seite der Deutschen Buddhistischen Union heruntergeladen werden:
www.buddhismus-studium.de/studienmaterial) Ihr sei an dieser Stelle herzlich dafür gedankt.

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Wie die Drei Juwelen Schutz gewähren können: Der Dharma ist die eigentliche Zuflucht, die vor dem Furchtbaren bewahrt. Die Buddhas sind die Lehrer dieses Dharmas. Der Sangha ist wie ein Helfer beim Ausüben der Lehre. Daher wird es kein Mittel zur Befreiung aus dem Abgrund der furchtbaren niederen Daseinsbereiche und den besonderen und allgemeinen Gefahren im Samsara geben, wenn wir uns nicht von ganzem Herzen auf die Drei unfehlbaren, höchsten Zufluchten als unsere Beschützer stützen.

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Der Mönch Won-Hyo

Der Mönch Won-Hyo

lebte 617 - 686 n. Chr. während der Silla-Dynastie und war ein berühmter buddhistischer Gelehrter, der die verwitwete Prinzessin Yosok heiratete. Mit der Prinzessin zeugte er einen Sohn, den großen konfuzianischen Gelehrten Sol Chong.

Im kleinen Diamantgebirge (Kwanak-San) gründete Won-Hyo einige zum Teil noch heute bestehende Einsiedeleien. Im Jahre 634 ließ Königin Sondok den „Tempel des berühmten Kaisers" als Sitz der Dharmatā-Schule (Popsong-jong) des Won-Hyo errichten. Er gilt als brillanter Denker, Verfasser philosophischer Schriften und Exzentriker in der Geschichte des koreanischen Buddhismus. Zu seinen Ehren wurde im Kloster Silluk-Sa ein Pagode errichtet.

Won-Hyo machte den Buddhismus gemeinverständlich. Laut Überlieferung pflegte er auf der Straße mit dem Volk zu trinken und zu tanzen, wobei er sich durch das Singen selbstverfasster ‚Lieder' religiösen Inhalts begleitete.
Berühmt ist die Geschichte von seiner Erleuchtung: Einst wollte der junge Mönch Won-Hyo mit Uisang (einem weiteren berühmten Mönch) nach China reisen, um den Buddhismus zu studieren. In der Nacht suchten sie eine Schlafgelegenheit und fanden eine leerstehende Behausung, in der sie sich zur Ruhe begaben. Mitten in der Nacht erwachte Won-Hyo mit brennendem Durst. Im Raum herumtappend fand er zum Glück ein Gefäß voll köstlich frischem Wasser. Bei Tagesanbruch stellte sich heraus, dass die Mönche die Nacht in einer Grabkammer verbracht hatten und dass das Gefäß ein menschlicher Schädel war. Angewidert erbrach sich Won-Hyo, aber im selben Augenblick gelangte er zu folgender Einsicht:

"Wenn das Bewusstsein entsteht, entstehen die unterschiedenen Phänomene.
Wenn das Bewusstsein verschwindet, verschwinden auch die Phänomene.
Die drei Welten (die Welt der Begierde - die Welt der Form - die formlose Welt des reinen Geistes) sind nichts anderes als geistige Erkenntnis.
Alle Phänomene sind nichts anderes als Bewusstsein."

Ihm war übel geworden, als ihm bewusst wurde, dass das Gefäß tatsächlich ein Schädel war; erst dann war seine Unbekümmertheit in Grausen umgeschlagen. Gegensätze wie die zwischen Reinheit und Unreinheit, Friede und Unfriede werden nur vom Bewusstsein gebildet, existieren jedoch nicht in Gegenständen an sich. Weil er einsah, dass man auch in Korea die Erleuchtung erreichen könne, gab Won-Hyo seine Chinareise auf und kehrte zurück.

Shāntideva: Wenn Existierendes und Nicht-Existierendes vor dem Geist nicht erscheinen, dann bleibt ihm nichts anderes übrig. Ohne Konzepte ist der Geist zur stillen Ruhe gekommen.

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Dharma:
Das zugrunde liegende Tragende.
Dharma ist ein außerordentlich komplexer Begriff mit vielen Bedeutungen.
In erster Linie bezeichnet er die Lehre des Buddha im Sinne eines universalen Weltgesetzes. Weiterhin werden mit diesem Begriff Ethik und Recht ausgedrückt. Der Begriff bezeichnet aber auch alle Phänomene und alle Daseinsfaktoren.
Sangha ( wörtlich Schar):
Bezeichnung für die buddhistische Gemeinde der Ordinierten, also Mönche( bhikshu) und Nonnen(bhikshuni) Novizen(
samanera )allgemein aber auch die Gemeinde der buddhistischen Laienanhänger (upasaka), die Gemeinschaft aller, die Zuflucht zu den Drei Juwelen genommen haben. Man unterscheidet drei Ebenen: Dharma-Geschwister, Ordinierte, Versammlung der Bodhisattvas.

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Inhalte

Inhalte der Kommentare von Ashvaghosha

Das Buch ist in fünf Teile gegliedert:

1. Die Gründe für das Niederschreiben
2. Die Bedeutung
3. Die Erklärung
4. Vertrauen, Gläubigkeit und Praxis
5. Ermutigung zur Praxis und der daraus erwachsende Nutzen

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Die Gründe für das Niederschreiben

Fragt mich jemand nach der Ursache, dem abhängigen Entstehen und der Bedeutung, warum ich diese Kommentare schreibe, so antworte ich: Es gibt acht Beweggründe:

Der erste und der wichtigste Grund ist:
die Lebewesen von den weltlichen Sorgen und Leiden zu befreien, um sie Freude, Glückseligkeit und den höchsten Frieden des Nirwana erreichen zu lassen. Ich trachte nicht etwa nach weltlichem Ruhm, materiellem Profit oder nach Ehre und Anerkennung.

Der zweite Grund ist:
dass ich die grundlegenden Bedeutungen der Lehren des Buddha erklären möchte, so dass die Menschen sie richtig verstehen können und keine falschen Vorstellungen über sie haben.

Der dritte Grund ist:
dass die Lebewesen, deren gute Wurzeln für die Lehren des Mahayana gereift sind, von dieser Stufe nicht mehr umkehren.

Der vierte Grund ist:
die Lebewesen mit wenig gutem Karma die Lehre des Buddha mit einem gläubigen Herzen praktizieren zu lassen.

Der fünfte Grund ist:
mit geschickten Hilfsmitteln die Unwissenheit der Lebewesen, ihren Stolz, das Netz ihrer falschen Ideen und die Hindernisse ihres negativen Karma wegzufegen.

Der sechste Grund ist:
den Hörern, die als Hauptziel die persönliche Befreiung aus dem Daseinskreislauf anstreben ( das Ergebnis des kleinen Fahrzeugs), und den Alleinerkennern (Pratyekabuddhas), die auf der Stufe der Befreiung noch nicht die vollkommene Erleuchtung, erlangten durch die Praxis der zwei Meditationsmethoden der Samatha-Meditation, die auch Geistesruhe-Meditation genannt wird, wo sich der Übende auf ein einziges Objekt konzentriert und die Vipassana Einsichtsmeditation durch die „Einsicht“ in die Drei Daseinsmerkmale Unbeständigkeit (anicca), Leidhaftigkeit bzw. Schwer zu ertragendes (dukkha) und Nicht-Selbst (anatta) die Erleuchtung erlangen zu lassen.

Der siebte Grund ist:
den Lebewesen mit geschickten Hilfsmitteln zu erklären, dass sie durch konzentriertes Rezitieren zum Buddha des endlosen Lichtes „Namo Buddha Amithaba“ und zum Buddha des unermesslichen Lebens „Namo Buddha Amitayus“ sicherlich im Land des Buddha wiedergeboren werden. Den Lebewesen, den Kindern des Buddha, den Samen ihrer Gläubigkeit an das Mahayana aufblühen zu lassen, um ihre Zweifel zu beseitigen, damit sie die falschen Anhaftungen loslassen.

Der achte Grund ist:
den Lebewesen zu zeigen, welchen Nutzen sie durch das Praktizieren der Lehre des Buddha erlangen können
Das sind die Gründe, warum ich dieses Buch schreibe.

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Jemand fragte Ashvaghosha:
Warum werden die Lehren des Buddha, die in den Sutren ausführlich dargelegt sind, nochmals in Kommentare gefasst?

Seine Antwort:
Obwohl in den Sutren die Dharma-Lehren dargelegt sind, sind weder das Karma noch das Verständnis der Lebewesen für die Lehre des Buddha dasselbe. Zu Buddhas Zeit waren die Lebewesen von scharfer Intelligenz und als der Buddha mit seiner wundervollen Buddhaform und seinem Ausstrahlungskörper ( Nirmanakaya) lehrte, erklang seine heilige Stimme auf achtfache Weise gleich dem Donnergrollen: Süß, rein und höchst tiefgründig. Die Lebewesen verstanden gemäß ihren Anlagen und ihrem Karma. Ihre Auffassungskraft war größer als heutzutage. Daher war es nicht notwendig, die Kommentare zu schreiben.
Nach dem Nirwana des Buddha gab es sehr unterschiedliche Lebewesen mit verschiedenen Arten von Karma. Einige konnten aus eigener Kraft die Lehren des Buddha verstehen, andere brauchten nur sehr wenig hören, um vieles zu verstehen, andere gab es, die ohne eigene geistige Kraft sich auf die ausführlichen Darlegungen anderer stützten, um Verständnis zu erlangen. Dann gab es wieder andere, die die ausführlichen Kommentare als zu kompliziert ansahen, und nach dem suchten, was umfassend, bündig aber doch voller Bedeutung war. Aus diesen Gründen im Einklang mit dem Abhängigen Entstehen habe ich diese Kommentare zu der wunderbaren, herausragenden, tiefgründigen Lehre des Buddha für alle Lebewesen verfasst.
Im Interesse der Menschen in unserer Zeit schreibe ich dieses Werk, wo die tiefste unerschöpfliche Lehre des Tathagata in Kürze umfassend behandelt wird.

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Die Bedeutung

Als Nächstes wird eine Inhaltsübersicht gegeben über das große Fahrzeug (Mahayana) und die zwei Aspekte darüber:
Was es ist

Mahāyāna ist der Große Weg der für das Ziel steht, alle fühlenden Wesen aus dem Samsara, dem „beständigen Wandern“, den immer währenden Zyklus des Seins, den Kreislauf von Werden und Vergehen, Kreislauf der Wiedergeburten zu befreien. Diese Motivation wird im Mahayana-Buddhismus als Bodhicitta, „Erleuchtungsgeist“, bezeichnet. Dieser Geist hat zwei Wünsche: primär: anderen zu helfen sekundär: dazu die volle Erleuchtung eines Buddha zu erlangen.

Die Bedeutung maha bedeutet groß, yana bedeutet Fahrzeug,

Der Geist schließt in sich alle Seins Zustände der Welt der Erscheinungen und der transzendenten Welt ein. Der Geist umarmt die irdische und überirdische Welt. Die Essenz die unendliche große Form und die Schatzkammer des unendlichen Raumes ist der absolute Aspekt dieses bloßen klaren und erkennende Geist selbst in seiner natürlichen Reinheit.

Alle geschaffenen Phänomene sind in einem Prozess ewigen Wandels; so befindet sich auch der Geist des Buddha in einem Prozess ständigen Wandels. Dieser Prozess ist aber keine Umwandlung im Sinne einer Weiterentwicklung; es finden einfach Veränderungen statt. Anders ist es mit unserem unreinen befleckten Geist. Er wandelt sich nicht nur in dem Sinne, dass er ständig wechselnde Situationen erfasst, sondern darüber hinaus im Sinne eines geistigen Fortschritts, wenn wir die entsprechenden Mittel dazu anwenden. In diesem Fall vollziehen wir mit dem Fortgang der Zeit auch eine geistige Umwandlung. Dieser Entwicklungsprozess findet ein Ende mit dem Erreichen der Buddhaschaft.

Damit hat man sich alle positiven Eigenschaften angeeignet und alle negativen Eigenschaften vollständig überwunden. Es gibt nichts Höheres, das Ziel unserer spirituellen Entwicklung ist erreicht. Da das Bewusstsein in seiner Natur ein unbeständiges, sich von Moment zu Moment wandelndes Phänomen ist, geht der Prozess der Veränderung aufgrund sich wandelnder Objekte des Bewusstseins immer weiter.
Alle Buddhas, die Erleuchteten und die Bodhisattvas stiegen und die zukünftigen Erleuchteten steigen in das Große Fahrzeug, um vom Samsara, dem Kreislauf der Existenzen als Folge von Wiedergeburten, zum Nirwana – Buddhas Land – zu gelangen.

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3. Die Erklärung

Nun wird der Abschnitt über die Interpretation vorgelegt, der aus drei Kapiteln besteht.

Die Offenbarung der wahren Lehre.Gegen die falschen Anhaftungen.Die Praxis des Weges zur Erleuchtung

1.Kapitel: Die Bedeutung des Titels.

Der eine Geist und seine zwei Aspekte :

Ein Aspekt des Geistes vom Standpunkt des Absoluten..

Das eine ist Sosein Tathata als die Essenz alles Seienden.
„Die Essenz des Selbst ist der subtile Tathagatagarbha“ ein anderes Wort für die Buddha-Natur – das wahre Selbst, das Selbst Buddhas, das keinen Tod kennt. Der Buddha zeigt uns, dass im Inneren jedes Menschen ein großer "Schatz, der ewig und unveränderlich ist", existiert. Dies ist nicht weniger als die innewohnende Buddha-Natur selber.
Die Buddha-Natur wird auch als die Natur des Geistes oder als klares Licht ursprünglichen Gewahrseins bezeichnet

Der andere Aspekt des Geistes vom Standpunkt der Phänomene:
Das andere ist der Aspekt des Geistes wie Kreislauf von Geburt und Tod Werden und Vergehen.
Alle Phänomene verweilen nicht einmal für einen Augenblick, sondern sie erscheinen augenblicklich, verweilen, verändern sich und vergehen wieder. Diese beiden Aspekte akzeptieren alle Dharmas, sie sind nicht getrennt und schließen sich gegenseitig ein.


Das Wesen des Soseins Der Bereich (Sphäre) der Phänomene, das Wesen des Soseins, in welchem Leerheit und Abhängiges Entstehen untrennbar sind. Die Natur des Geistes ist ungeboren, jenseits zeitlicher Bestimmung und unvergänglich. Nur aufgrund von Illusionen erscheinen alle Dinge als unterschiedlich. Die zwei Aspekte, der Absolute Aspekt und der Aspekt der Erscheinungen, unterscheiden sich nicht sind, sondern schließen einander ein. Angemessen können alle Dinge in ihrer grundlegenden Natur nicht in irgendeiner Form der Sprache ausgedrückt werden.

Allgemein betrachtet lassen sich alle Phänomene entweder dem Daseinskreislauf ( Samsara) oder der Freiheit von Leid ( Nirwana) zuordnen.

Das eigentliche Wesen von dem, was Daseinskreislauf (Samsara) genannt wird, ist Leerheit. Seine Erscheinungsweise ist Täuschung, und seine charakteristische Eigenschaft ist das Auftreten von Leid.

Dazu sagt Nagarjuna: Es gibt nicht den geringsten Unterschied zwischen Nirwana und Samsara; es gibt nicht den geringsten Unterschied zwischen Samsara und Nirwana.

Das eigentliche Wesen von dem, was Freiheit von Leid (Nirwana) genannt wird, ist (ebenfalls) Leerheit. Seine Erscheinungsweise ist völliges Erschöpfen und Auflösen von Täuschung und seine charakteristische Eigenschaft ist Befreiung von allem Leid.

Wer unterliegt dieser Täuschung im Daseinskreislauf?
Es täuschen sich alle Lebewesen der drei Daseinsbereiche.

Was ist die Basis der Täuschung? Die Täuschung bezieht sich auf die Leerheit selbst.

Was ist die Ursache der Täuschung? Man wird durch große Unwissenheit getäuscht.

In welcher Form zeigt sich die Täuschung? Täuschung manifestiert sich als die sechs Daseinsbereiche der Lebewesen. Was sind Beispiele für Täuschung? Täuschung ist wie Schlaf und Traum.

Wie lange dauert die Täuschung schon? Täuschung besteht, seit es den anfangslosen Daseinskreislauf gibt. Was für einen Nachteil hat Täuschung? Man erfährt ausschließlich Leid.

Wann wird sich diese Täuschung in ursprüngliches Gewahrsein wandeln? Wenn die unübertreffliche Erleuchtung erlangt ist. Denkst du jedoch, diese Täuschung würde sich von selbst auflösen, (so höre): Der Daseinskreislauf ist bekannt dafür, endlos zu sein!

Weil der Daseinskreislauf tatsächlich Täuschung und großes Leid von langer Dauer ist und nicht von selbst endet, sollten wir uns von jetzt an - mit allen Mitteln - um die unübertreffliche Erleuchtung bemühen.

Das, was die wesentliche Natur des Geistes genannt wird, ist ungeboren und unvergänglich. Nur aufgrund von Illusionen scheinen alle Erscheinungen unterschiedlich zu sein. Alle Erscheinungen und Töne entspringen subtilen geistigen Eindrücken, die von den Gedanken hinterlassen werden.
So wie eine Zeichnung im Wasser von selbst wieder verschwindet, lösen sich auch die täuschenden Erscheinungen von selbst auf, wenn man versteht, dass sie jeglicher Realität entbehren. Wer von Täuschungen befreit ist, für den wird es keine Erscheinungen von Objekten als absolut unabhängige Existenzform geben. (Kapitel 8)

Ursprünglich gibt es keine Erklärungen durch Worte. Alle Erklärungen durch Worte sind versuchsweise und ohne letztendliche Gültigkeit. Die Essenz der Tathata ist die unbeschmutzte, reine, ursprüngliche Durchdringung alles Seins, die man mit der Sprache nicht erklären kann, (sozusagen die Grenze der Verbalisierung).

Nagarjuna: Während das Objekt des Denkens abwesend ist, hört die Aussage auf; denn, genau wie im Fall Nirwana, kann die wesentliche Natur aller Dinge, die weder geboren ist noch vergeht, nicht mit Aussagen belegt werden.

Wenn man von der ursprünglichen Natur der Lebewesen spricht ist das die Dharmanatur, die man verbal nicht erklären kann. Obwohl in allen Lebewesen, Formen der geistigen Verunreinigungen gefunden werden können, haben sie eine Buddha Natur Wird das Tor des Geistes, durch das alle Erscheinungen hervortreten, nicht mehr versperrt und entstellt von Konzepten, so sind sie ohne jede substantielle Wirklichkeit, sie sind leuchtende Klarheit, und was auch immer erscheint, bleibt einem natürlichen Geschehen überlassen.
Verfälschte Wahrnehmungen entstehen aus dem Glauben an eine Wirklichkeit.
Unterstützt von einer beständigen Einsicht in ihre Unwirklichkeit,
verweilt man entspannt, um auszuruhen in der spontanen, ursprünglichen Natur, und die offene Weite, in der nichts mehr zu tun ist, wird mühelos erlangt. Man geht auf dem Weg zur Buddhaschaft und öffnet das Tor zu dem Zimmer des großen Mitgefühls und der großen Liebe, mit einfühlsamer, sanfter friedlicher Geduld in diesem weilend die Reinheit der Weisheit.


1. Leerheit,
die sich nur erfahren lässt, wobei man alle fehlerhaften Erkenntnisse überwunden hat, die wahre Wirklichkeit des Universums. Tathata ist wie die Sonne am blauen Himmel, ohne Wolken, ohne Konzeptionen und ohne Unterscheidungen

2.Die Nicht-Leerheit

Selbst die Leerheit erklärt Nagarjuna für leer von inhärenter Wirklichkeit.

Da der Geist gewöhnlicher Lebewesen stets von dualistischer Wahrnehmung begleitet ist, ist die Erkenntnis der Leerheit die beste Methode, um jede Negativität zu bereinigen – darum ist es notwendig, sie zu verwirklichen. Wenn die Täuschungen beseitigt sind, indem wir Methode und Weisheit anwenden, erlangen wir die Buddhaschaft, durch die sich alle unsere Wünsche erfüllen und wir zudem in der Lage sind, den Lebewesen zu helfen.

Nagarjuna sagt, falsch verstandene Leerheit (shunyata) zerstört einen dummen Menschen, so wie das eine Schlange, mit der man nicht richtig umgeht, oder ein Zauber, der schlecht ausgeführt wird, tun würde.

Die buddhistische Sicht des Geistes hat drei Merkmale:

Die Substanz des Geistes, von der man sagt, sie sei Leerheit.

Die Natur des Geistes, von der man sagt, sie sei Klarheit

Die Form oder Beschaffenheit des Geistes, von der man sagt, sie sei

ungehindert in dem Sinne, dass sie nicht entsteht, verweilt oder vergeht.

Geist erscheint wie alle Phänomene nicht aus seiner eigenen Natur heraus, sondern durch das Auftreten passender Ursachen und Bedingungen. Speicherbewusstsein (ālaya-vijñâna)

Dieses Bewusstsein hat zwei Aspekte: den Aspekt der Erleuchtung und den Aspekt der Nichterleuchtung.Alaya bedeutet ursprünglich Wohnsitz, Speicherbewusstsein: Die Funktionsweise des Geistes, positive, negative oder neutrale Eindrücke zu speichern und beim Auftreten entsprechender Bedingungen wieder heranreifen und sich nach außen manifestieren zu lassen. Vergleichbar mit der Festplatte eines Computers.

Das Speicherbewusstsein ist weder gleich noch verschieden, weder individuell noch kollektiv. Gleichheit und Vielfalt bedingen und durchdringen einander.
Das Kollektive und das Individuelle bringen einander hervor. Grundlagen, die als Körper und Geist manifest werden, als Daseinsbereiche, Stufen und Welten, sind sämtlich in unserem Bewusstsein gespeichert.
Deshalb wird es «Speicherbewusstsein» genannt. Die Funktion des Speicherbewusstseins ist es, diese Grundlagen und ihre entsprechenden Gewohnheitsenergien aufzunehmen und zu bewahren, damit sie in der Welt manifest werden oder weiter ruhen können. Völlig bis zur Quelle des Geistes erleuchtet zu sein wird endgültige Erleuchtung genannt, nicht bis zu Quelle des Geistes erleuchtet zu sein heißt nicht endgültige Erleuchtung.

Wenn sich Menschen bewusst sind, dass ihre früheren Gedanken falsch sind und sie in der Lage sind, das erneute Entstehen solcher Gedanken aufzuhalten, nennt man das Praktizieren der Erleuchtung.

Unverstellt und unbestimmt fließt das Speicherbewusstsein in dauernder Veränderung. Gleichzeitig ist es mit den Sinneswahrnehmungen versehen.

Obwohl vergänglich und ohne ein eigenständiges Selbst, enthält das Speicherbewusstsein sämtliche Erscheinungen des Universums. Die Qualität unseres Lebens hängt von der Qualität der Wurzeln ab, die tief in unserem Bewusstsein ruhen.

Die Hörer, die als Hauptziel die persönliche Befreiung aus dem Daseinskreislauf anstreben, und die Alleinerkenner, die ohne Lehrer über die Natur des Geistes und das Abhängige Entstehen meditieren, und die Bodhisattvas mit dem aufstrebenden Erleuchtungsgeist sind in der Phase, in der die erleuchtete Essenz noch nicht gereinigt ist. Ihre Erfahrung wird die ähnliche Erleuchtung genannt. Für sie sind die zwei Punkte schwer zu verstehen, der Geist in seiner natürlichen Reinheit und die Tatsache dass eben dieser Geist befleckt ist. Sie können es nur durch Vertrauen in den Tathagatha erfassen.

Sämtliche Manifestationen tragen die Zeichen sowohl des Individuellen als auch des Kollektiven.
Die Reifung des Speicherbewusstseins funktioniert ebenso durch seinen Anteil, an den verschiedenen Stufen, und den Daseinsbereichen.

Mit der zehnten Bodhisattvastufe ist die Praxis der geschickten Hilfsmittel beendet. Die groben, dann die feineren und schließlich die subtilsten Täuschungen wurden einem Klärungsprozess unterzogen, um die endgültige Erleuchtung zu erreichen. Der Bodhisattva wird das Einssein mit dem Tathata, der Wirklichkeit der Soheit, in einem Augenblick erfahren, er wird sich bewusst sein, wie die Anfänge der täuschenden Gedanken entstehen und er wird von der Entstehung jeglicher Art von täuschenden Gedanken frei sein. Da er selbst von subtilen täuschenden Gedanken weit entfernt ist, ist die grundlegende Unwissenheit erschöpft. Er ist in der Lage, eine Einsicht in die ursprüngliche Natur des Geistes zu haben.

Deshalb wird in einem Sutra gesagt, dass ein Mensch, der in der Lage ist, das, was jenseits von Gedanken ist, wahrzunehmen, sich in die Richtung der Weisheit des Buddha bewegt.

Wird Verblendung überwunden, herrscht Verstehen vor und das Speicherbewusstsein ist keinen Trübungen mehr unterworfen. Es wird zur Großen Spiegelgleichen Weisheit, und spiegelt das Universum in allen Richtungen.
Sein Name lautet nun Reines Bewusstsein.

Was die Kontinuität anbelangt, ist Tathata von einer immerwährenden Natur, da Tathata im Absoluten frei von Entstehen und Vergehen ist. Die Gedanken gewöhnlicher Wesen haben seit endlosen Zeiten angesammelte Gewohnheitstendenzen, die eine gemeinsame Ignoranz darstellen, daher wird gesagt, dass sie nicht erleuchtet sind.

Seit anfangslosen Zeiten existiert diese Unwissenheit. Durch die Praxis auf dem Pfad der Kultivierung, wo sich die Praktizierenden immer mehr daran gewöhnen sollen, wie die Dinge wirklich sind, gewinnen die Praktizierenden Einsicht in das, was frei von Gedanken ist, und sie erreichen den Raum zwischen den täuschenden Gedanken, die Situation, wo man das Speicherbewusstsein für Gewohnheiten erkennen kann.

Die Meditationsmethode besteht jedoch nicht darin, das täuschende Denken einfach zu unterbrechen, indem wir Zurückhaltung oder Disziplin anwenden. Das gleichzeitige Entstehen, Verweilen und Vergehen von täuschendem Denken tritt automatisch auf. Es braucht keine Mühe, damit dies geschieht. Wir müssen uns jedoch bemühen, um sie zu erkennen und uns mit Verständnis auf sie auszurichten. Anderenfalls folgen wir entweder bei geistiger Abschweifung unseren Gedanken oder wir verfallen bei geistiger Dumpfheit in eine Benommenheit und verstehen nichts. Alle Phänomene sind wie ein Traum. Wenn wir aus dem Traum erwachen, kann man die wahre Natur des Traumes nicht mehr erkennen. Solange man träumt, ist man sich nicht bewusst, dass man träumt. Die Erkenntnis, dass es ein Traum war, kann vom Traum befreien. Auf ähnliche Weise kann man erst dann, wenn eine korrekte Sichtweise gefestigt wurde, erkennen, dass die eigenen früher gehegten Sichtweisen falsch waren und ist dann in der Lage, zu verstehen, warum falsche Sichtweisen auf bruchstückhaften oder nicht korrekten Annahmen errichtet worden sind. Dann wird man erst frei sein vom Entstehen jeglicher täuschender Gedanken.

Verweilen, Verändern und Vergehen geschieht auf die gleiche Art und Weise. Die Praktizierenden, die diese vier Aspekte vom Entstehen bis hin zum Vergehen vollständig erfasst und verstanden haben, werden als Nächstes beobachten, dass alle diese Phänomene nicht einmal für einen Augenblick verweilen, sondern dass sie alle in jedem Moment neu entstehen und vergehen; und sie werden weiter klar erkennen, dass sie augenblicklich erscheinen, verweilen, sich verändern und vergehen.

Es wird gesagt, dass die Essenz des Geistes frei von Gedanken ist, und die eine Lehre frei von Form in Abhängigkeit von Ursachen und Wirkungen existiert und es daher keine Form gibt. Aus Ursachen von Ignoranz und dem abhängigen Entstehen sind die gewöhnlichen Lebewesen nicht erleuchtet. Weil sie immer einen ständigen Strom von täuschenden Gedanken hatten und niemals frei von ihren Gedanken gewesen sind, wird deshalb davon gesprochen, dass sie sich in anfangloser Unwissenheit befinden. Wenn ein Mensch Einsicht durch das Praktizieren gewinnt, ist der Dharma wie Wasser, das den Schmutz der anfangslosen Unwissenheit und der täuschenden Gedanken fortwäscht und reinigt. Er erkennt, wie die falschen täuschenden Gedanken entstehen, verweilen, sich verändern und aufhören zu sein, denn er ist identisch mit dem, das frei von Gedanken ist. Die Essenz des Geistes ist frei von Gedanken sein, nicht in Gedanken sein. Dass kein Phänomen einen substanziellen Wesenskern besitzt, ist eine der Grundaussagen des Buddha. Vielmehr existieren alle Dinge und Wesen lediglich aufgrund bestimmter Ursachen und Bedingungen. Sie entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit und Bezogenheit, eine unveränderliche Selbstidentität besitzen sie nicht. Daher gibt es auch keinen Unterschied zwischen der praktizierenden Erleuchtung und der ursprünglichen Erleuchtung. Da die Wünsche, die Charaktere und die Begierden der Lebewesen verschieden sind, lehrte der Buddha auf unterschiedliche Art und Weise. Da das Verständnis der Lebewesen verschieden ist, sind auch die Erlangungen des Dharma, die Verdienste und die Pfade verschieden. Ohne die vergänglichen täuschenden Gedanken gibt es die vier Aspekte Entstehen,Verweilen, Verändern und Vergehen nicht. Man ist vom Traum erwacht.

Die ursprüngliche Erleuchtung in Beziehung zu den verunreinigten Zuständen wird folgendermaßen erklärt:

1. Die Reinheit der Weisheit.

2. Die Karma- Handlungs- Form unvorstellbar und jenseits gewöhnlicher Gedanken.

Die Reinheit der Weisheit:

Aufgrund der Durchdringung und durch das Praktizieren des Dharma –der Lehre des Buddha – dank dieser Dharmakraft und der ursprünglichen Erleuchtung hat ein Wesen die Fähigkeit mit geschickten Hilfsmitteln die Lebewesen zu lehren. Durch diese Entwicklung sind die weitergehenden vergänglichen Gedanken erloschen, die Manifestation des täuschenden Geistesstroms ist beendet und die Weisheit und Reinheit des Dharmakaya erscheint.

Die Reinheit der Weisheit des Dharmakaya ist dem Spiegel gleich; vom Staub der vergänglichen Gedanken befreit strahlt er wie eine Sonne im vollen Glanz.
Wenn man in einem reinen, hellen Spiegel oder in einem Gefäß mit klarem Wasser Schmutz oder Staub bemerkt und sich dann bemüht, diesen Schmutz oder Staub zu entfernen: Das ist die unvorstellbare Karma-Handlungs- Form.Tief in jedem Wesen verborgen ist demnach das überweltliche und unvergängliche Wahre Selbst. Dessen volle Wahrnehmung kann jedoch nur durch die Erleuchtung erreicht werden. Über die wahre Erleuchtung kann nichts ausgesagt werden. Das ist der wahrhaft unbegreifliche und tiefgründige Zustand der Buddhas. Menschen der zwei Fahrzeuge können ihn nicht erfassen und sogar Boddhisattvas der zehn Stufen können ihn nicht erlangen. Nur ein Buddha zusammen mit einem Buddha kann es verstehen.
Alle Erscheinungsformen sind demnach tatsächlich nur eine Ansammlung von sich konstant verändernden, physischen und psychischen Bestandteilen; solange sie sich in Unwissenheit befinden, entsteht Leiden. Die Empfindungen des materiellen Körpers mit seinen Sinnesorganen, die Gefühle, die Wahrnehmung, die Geistesformationen, und schließlich das Bewusstsein haben kein festes Selbst, denn sie sind der Veränderung und dem Verfall unterworfen – jenseits dessen befindet sich Tathata das ewige Buddha-Prinzip, die Buddhanatur, die nicht losgelöst ist von den drei Merkmalen der Existenz, Vergänglichkeit Leiden und das Nichtvorhandensein eines permanenten und unveränderlichen Selbst. Der Mensch, mit anderen Worten das menschliche Selbst, existiert in Form einer begrifflichen Beifügung, die mit den fünf körperlichen und geistigen Aggregaten verbunden wird.
Es ist dieses als Konvention existierende Selbst, das seit anfangsloser Zeit von Leben zu Leben geht.
Beide Zustände sind nicht getrennt voneinander. Wie es ohne das Wasser des Ozeans nicht eine Welle gibt, existiert auch kein Tropfen Wasser ohne Welle. Wasser und Wellen sind nicht verschieden. Dies ist wie die Beziehung, die zwischen dem Wasser des Ozeans der Erleuchtung und seinen Wellen, den Zuständen des Geistes, die vom Wind der Unwissenheit aufgewühlt werden, besteht. Wasser und Wind sind untrennbar. Wasser ist von Natur aus nicht beweglich, und wenn der Wind sich legt, hört die Bewegung auf. Aber die nasse Natur bleibt
unzerstört. Auf gleiche Weise wird der Geist des Menschen, der in seiner Eigennatur rein ist, vom Wind der Unwissenheit bewegt. Weder Geist noch Unwissenheit verfügen von sich aus über bestimmte Formen und sind untrennbar.
Durch die Dharmapraxis mit ihren unzählbaren Verdiensten, unterstützt von ethischem Verhalten und Meditation, nützt man den Lebewesen und der Weg zur Erleuchtung, der völligen Befreiung („Nirwana“), kann erfolgreich gegangen werden.

Inhaltsverzeichnis

Teil 2

Die Buddhaschaft hat drei Aspekte oder Körper:den Wahrheitskörper: Dharmakāyaden Freudenkörper: Sambhogakāya
den Ausstrahlungskörper: Nirmānakāya.


Der Formkörper und der Ausstrahlungskörper dienen dem Nutzen anderer. Wir sprechen vom Wahrheitskörper, wenn durch das Erkennen des wahren Sinnes der Leerheit, des Raumes und der Phänomene alle Fehler ein Ende haben. Wahrheitskörper ist eine konventionelle Bezeichnung.
Die drei Körper haben drei gemeinsame Merkmale. Sie sind gleich hinsichtlich Grundlage, Geisteshaltung und Aktivität.
So wie die Sonne in allen Wassergefäßen, so spiegelt sich ein zur Freude Gegangener zugleich im reinen Geiste einer unbegrenzten Zahl von Schülern.
So wirkt der Körper Vollkommen Erwachter frei von Vorstellungen für das Wohl der Wesen.

Essenz der Erleuchtung.
Die Soheit – Tathatā ist für alle unterschiedslos gleich.
Aus diesem Grund besitzen alle Lebewesen diese Essenz, doch wer sie freigelegt hat, ist ein Vollendeter.
Die Essenz der Erleuchtung, ist identisch mit der des Himmels oder des reinen Spiegels. Der Himmel ist überall, der Buddha ist überall, im reinen Spiegel erscheint alles.

1.Die Reine Essenz des Geistes.
Sie ist die höchste Reinheit und Einheit, die allumfassende Ganzheit, die Quintessenz der Wahrheit. Die Essenz des Geistes gehört weder zu Tod noch Wiedergeburt, sie ist ungeboren und ewig. Die Essenz der Erleuchtung ist ein reiner Spiegel. Er ist frei von allen Merkmalen geistiger Objekte und er hat von sich selbst aus nichts zu zeigen. Die Essenz der Erleuchtung ist frei von allen falschen vergänglichen Gedanken, und frei von Gedanken existiert sie selbst ohne Objekt. Vom Standpunkt des Absoluten aus, existiert die Pluralität nicht.
Was existiert, ist einzig das Absolute, sowie der Raum ohne einen zweiten ist.

Diese Realität des ungeteilten Universums wird Bhutatathata genannt Bhutatathata (Sanskrit, "Sosein des Daseins")

und in vier Stufen eingeteilt:Dharma-Dhatu der phänomenalen Welt: unsere Welt, deren Phänomene in gegenseitiger Abhängigkeit entstehen und vergehen (Samsara).Dharma-Dhatu des herrschenden Prinzips: die Welt in der es keine Unterscheidungen gibt und daher nicht mehr entsteht oder vergeht. Dies ist die Welt des Bewusstseins, das keinerlei Anhaftungen an die materielle oder immaterielle Welt kennt. Dies ist die Welt der Madhyama-Shunyata: die Welt der absoluten Gleichheit.

Dharma-Dhatu der ungehinderten phänomenalen Welt: Welten der Unterscheidung und Welten der Nichtunterscheidung hängen dennoch von Ursache und Wirkung ab. Sie ändern und bewegen sich ständig, sind aber nur Phänomene der Natur. Dies nennt man Tathagata-Garba, die Welt ohne Hindernisse.

Dharma-Dhatu des ungehinderten herrschenden Prinzips: der reine Körper des Universums hat keine Form und keine Grenzen und kein individuelles Bewusstsein. Er durchdringt alles, jeden Zustand und jede Form. Daher ist jeder Aspekt in unserem Universum nichts anderes als eine ungeteilte Wesenheit. Alles ist in Einem, Eines ist in Allem. Dies ist die Welt, in der vollkommene Gleichheit und Unterschiedslosigkeit herrscht.


2. Trübung durch Unwissenheit.
Avidya –


Bedeutet so viel wie Nichtwissen, aber nicht im Sinne von Unwissen oder unbekannt, sondern im Sinne von vorhandenem, aber falschem Wissen bzw. Täuschung. Avidya wird als die „Mutter“ oder „Quelle“ betrachtet, aus der die anderen kleśa- Leiden entstehen.

Ein „Schleier“ legt sich über die Wahrnehmung und trübt diese. Unter Avidya versteht man eine falsche Art des Verstehens, eine falsche (subjektive) Art der Interpretation einer Situation. Avidya ist das Ergebnis von angehäuften Erfahrungen: In einer bestimmten Situation wurde einmal auf eine bestimmte Art empfunden, gedacht, verstanden, gehandelt – fortan wird automatisch, mechanisch, beinahe blind wiederholt. Der Mensch ist in seiner Wahrnehmung und seinem Handeln festgelegt. (samskara.)

Das bedeutet, dass im Spiegel gleichzeitig, alle Objekte abhängig von Ursachen und Gewohnheiten erscheinen, die weder nach außen treten noch hereinkommen und die weder verloren gehen noch zerstört werden.
Gewahrsein und Leerheit sind untrennbar wie Spiegel und Spiegelbild. Nichts entsteht und nichts vergeht. Die Gedanken manifestieren sich aus der Leerheit und vergehen wieder in ihr, sowie Dinge im Spiegel erscheinen und wieder verschwinden.
Da die Dinge nicht tatsächlich im Spiegel sind, hören sie nicht auf zu bestehen, wenn sie nicht mehr wiedergespiegelt werden. Die Natur des Spiegels ist frei von den verunreinigten Objekten von weltlichen Sorgen und Leiden, die sich in ihm spiegeln. Wie ein blauer Himmel frei von den Gedanken hell und klar ist und der keine Hindernisse und Unterscheidungen kennt.
Weil der Körper vollkommenen Erwachens (vor Qualitäten) strahlt,
da die Soheit- keine Unterschiede aufweist und
alle Wesen die Essenz der Erleuchtung zu Eigen haben,
besitzen sie für immer die Buddha-Natur.

Das allwissende verwirklichte Gewahrsein umfasst die Verwirklichungen, die ausschließlich den Edlen-Buddhas vorbehalten sind.

Das verwirklichte Gewahrsein des Pfades umfasst die Verwirklichungen, die alle Bodhisattvas, einschließlich der Edlen- Buddhas, gemeinsam haben.

Das grundlegende verwirklichte Gewahrsein umfasst die Verwirklichungen, die Hörer, Alleinerkenner und Bodhisattvas – einschließlich der Edlen Buddhas gemeinsam haben.

Der Aspekt der Nichterleuchtung: Weil das Einsein mit der Soheit nicht wirklich erkannt wird, taucht der unerleuchtete Geist auf und als Folge auch dessen verwirrte Gedanken. Der Geist ist in der Lage Formen, Töne und andere Phänomene zu erfassen sowie Glück und Leid zu erleben.Die Tatsache, dass dieser Geist befleckt ist durch die Anhäufungen verschiedener Arten von Karma und die Macht der Unwissenheit, hält uns in den Daseinskreislauf. Das wird grundlegende Unwissenheit genannt. Wenn sich Menschen wegen ihrer falschen Vorstellung für eine Richtung verirren, ist das wegen ihres falschen Gefühls, wenn sie gänzlich von Ausrichtung befreit sind, dann können sie sich auch nicht mehr verirren. Das Gleiche gilt für die Menschen wenn sie von Erleuchtung sprechen: aufgrund der falschen Vorstellung von Erleuchtung sind sie verwirrt. Wenn sie von der Vorstellung von Erleuchtung befreit sind, dann wird es so etwas wie Nicht- Erleuchtung nicht geben. Weil es Menschen mit unerleuchtetem verwirrtem Geist gibt, wird zu Ihnen von Erleuchtung gesprochen. Unabhängig von dem unerleuchteten Geist gibt es keine Merkmale der wahren Erleuchtung selbst.

Das erleuchtete Bewusstsein ist im Nicht-Manifesten verwurzelt und ist letztendlich damit eins. Es weiß, dass es das ist. Selbst wenn es sich um eine kleine Sache handelt wie die visuelle Wahrnehmung einer Form, wenn man sie in einem Zustand großer Wachsamkeit und tiefer Stille wahrnimmt, frei von Zukunft und Vergangenheit, dann ist es im gleichen Moment bereits das Nicht-Manifeste. In dem Augenblick ist man keine Person mehr. Das Nicht-Manifeste nimmt sich selbst in der Form wahr.
Dann entstehen alle Handlungen daraus und haben eine völlig andere Qualität als Handlungen, die aus dem unerleuchteten Bewusstsein entstehen, das etwas braucht und sucht, um sich zu beschützen. Hier sind die nicht greifbaren und kostbaren Qualitäten zu finden, die wir Liebe, Glück, Mitgefühl und Frieden nennen. Sie alle sind eins mit dem Nicht-Manifesten.
Der Nicht erleuchtete Geist bringt drei Aspekte hervor, die mit der Nichterleuchtung verbunden und von dieser untrennbar sind.

Die Handlungen aus Unwissenheit .Die Bewegungen des Geistes aufgrund seines Nicht erleuchteten Zustand heißt Aktivität. Im erleuchteten Zustand ruht der Geist, er bewegt sich nicht. Wenn der Geist in Bewegung ist folgt Leiden, die Resultate sind nicht getrennt von der Ursache, das heißt die durch die Unwissenheit bedingte Bewegung.

Das wahrnehmende Subjekt. Wo es Lebewesen gibt, gibt es Karma und emotionale Verblendung durch die sechs Sinnesorgane Auge, Ohr, Nase, Zunge, Tastsinn und dem Denkorgan.

Wo immer es Raum gibt, da gibt es auch Lebewesen mit vergänglichen Erscheinungsformen, durch falsch verstandene Wahrnehmungen bringt der Geist sechs Aspekte hervor.

Die sechs Aspekte.

1. Der Aspekt der unterscheidenden Denkfähigkeit.
Wobei der Geist gestützt auf die falsche, ignorante Anschauung in Bezug auf Objekte Unterscheidungen zwischen Zuneigung und Abneigung macht.

2. Der Aspekt der Kontinuität.
Aufgrund der unterscheidenden Denkfähigkeit bringt der Geist ein Bewusstsein für Freude und Leid in Bezug auf Dinge fortgesetzt hervor.

3. Der Aspekt der Anhaftung.
Wegen der Kontinuität der Gedanken haftet der Geist an den Objekten von Freude und Leiden an und entwickelt Zuneigung oder Abneigung und hält daran fest.

4. Der Aspekt der Vermutung. Geistige Prozesse, deren Konzepte zur Bildung von, Urteilen, Ansichten und Meinungen führen der Begriff bedeutet meist verblendetes oder fehlerhafte Denken, Emotionen und ist befleckt mit Wünschen und erfasst nicht die wahre Natur, wie sie ist.

5. Der Aspekt des Verursachens von Karma.

Wegen dieser fehlerhaften Konzepte entwickelt der Geist Anhaftung und schafft viele Arten von verschiedenem Karma. In this sense it is synonymous with the term prapañca , meaning 'mental proliferation', an activity of the deluded and unenlightened mind.

6. Wegen des Gesetzes vom Karma erhält der Geist Resultate und kann nicht frei sein. Unwissenheit kann alle Arten von verunreinigten Zuständen hervorbringen. Alle verunreinigten Zustände sind Aspekte der Nicht-Erleuchtung.

Das Bewusstsein, das Dinge, die in Abhängigkeit von Ursachen und Wirkungen entstanden sind, als endgültig existent erfasst, wird vom Buddha Unwissenheit genannt.
Von dieser Unwissenheit gehen die Zwölf Glieder des Abhängigen Entstehens aus. (Aus dem Akashagarbha Sutra)

Sie beschreiben die Abhängigkeit zwischen den Zyklus und des Daseinskreislaufes, der ein Wesen durch die Anhäufung verschiedener Arten von Karma und durch die Macht der Unwissenheit in den Daseinskreislauf zieht:


Die Zwölf Glieder des Abhängigen Entstehens: Durch Ignoranz, Nichtwissen entsteht karmisches Handeln
Durch karmisches Handeln entsteht Bewusstsein, durch Bewusstsein entstehen Name und Form
Name und Form bedingen die sechs Sinnesorgane. Die sechs Sinnesorgane bedingen Berührung,
durch Berührung entsteht Empfindung, durch Empfindung entsteht Verlangen. Verlangen bedingt Ergreifen.
Ergreifen bedingt Dasein. Dasein bedingt Geburt.
Durch Geburt gibt es Krankheit, Leiden, Alter und Tod.
Das allumfassende Leiden ist entstanden.
Endet die Unwissenheit, endet karmisches Handeln.
Endet karmisches Handeln, endet das Bewusstsein.
Endet das Bewusstsein, enden Name und Form.
Enden Name und Form, enden die sechs Sinnesorgane.
Enden die sechs Sinnesorgane, endet die Berührung.
Endet die Berührung, endet die Empfindung.
Endet die Empfindung, endet das Verlangen.
Endet das Verlangen, endet das Ergreifen.
Endet das Ergreifen, endet das Dasein.
Endet das Dasein, endet die Geburt.
Gibt es keine Geburt mehr, enden Krankheit, Leiden, Alter und Tod.
Das allumfassende Leiden ist erloschen.

Die Beziehung zwischen Nicht-Erleuchtung und Erleuchtung.

Nicht- Erleuchtung ist ein Grund für weltliche Sorgen und Leiden. Obwohl in jedem Lebewesen die Buddhanatur vorhanden ist, ist die zeitgebundene Form des Bewusstseins zwischen Begierde und Furcht infolge von Ignoranz hin und hergerissen. Erleuchtung ist Befreiung von Leid. Die wahre Natur, die Soheit, ist frei von Unterschieden: Die Soheit (das ursprüngliche Gewahrsein) der Buddhas und die Soheit gewöhnlicher Lebewesen weist keine Unterschiede auf - wie besser und schlechter, größer und kleiner, höher und niedriger. Deshalb tragen alle Lebewesen die Möglichkeit des Erwachens in sich. Alle Lebewesen besitzen die Buddhanatur, die sich in keiner Weise von einem Buddha unterscheidet, außer dass sie noch hinter einer Hülle von geistigen Befleckungen entdeckt werden muss.

Es gibt zwei Betrachtungsweisen:

1. Die gleiche- Betrachtungsweise
Wie die vielen verschiedenen Stücke der Töpferwaren von der gleichen Natur sind, da sie alle aus Töpfererde sind, und so wie der Töpfer aus dem gestaltlosen Lehm Gefäße formt, so schaffen wir durch Taten, Worte und Gedanken aus dem noch ungeformten Material unseres Lebens und unserer Sinneseindrücke die Gefäße unseres künftigen Bewusstseins, nämlich das, was diesem Bewusstsein Form und Richtung gibt. Da ist unermesslicher Raum. Da sind unermessliche Stille und kleine Wellen an der Oberfläche, die nicht getrennt sind, genauso wie die Wellen und der Ozean nicht getrennt sind. Da die Buddhanatur als Essenz tief in unserem Herzen verwurzelt ist, kann man Tathatā nicht erschaffen, und es kann nichts über die Buddha Natur ausgesagt werden.

2.Die unterschiedlichen- Betrachtungsweisen.
Genau wie verschiedene Stücke von Töpferware sich voneinander unterscheiden. Genauso existieren auch Unterschiede zwischen den Zuständen der Erleuchtung. Erleuchtung ist die Erfahrung, dass Körper, Gedanken und Gefühle kein wirkliches "Ich" sind und störende Gefühle weltliche Sorgen und Leiden nicht mehr vorhanden sind ("kleine Erleuchtung"). Die Buddha-Natur des eigenen Geistes jenseits von Hoffnung und Furcht und falschen Vorstellungen erfahren zu können, nennt man volle Erleuchtung.
Nicht-Erleuchtung- dabei ist die wesentliche Natur der Soheit, verblendet, unwissend, mit weltlichen Sorgen, Leiden und niederen Motiven in Übereinstimmung mit Verunreinigung. Die relative Wirklichkeit bezeichnet dabei die Welt so, wie sie von unerleuchteten Wesen wahrgenommen wird. Die Erfahrung absoluter Wirklichkeit manifestiert sich im Nirvāna und wird mit dem Erreichen der Erleuchtung dauerhaft.

Die Ursachen und Bedingungen: Das Speicherbewusstsein ( Alaya.)
Ohne Speicherbewusstsein gäbe es keine heilsamen/unheilsamen Samen.
Die 6 Sinnes-Bewusstseinsarten sind aber bald positiv, bald negativ Speicher für positive und negative Samen kann aber nur ein neutrales Bewusstsein sein, eben das Speicherbewusstsein- Alaya.
Das Speicherbewusstsein sammelt jegliche Erfahrungen eines Lebewesens und stellt die Grundlage der gegenwärtigen und kommenden Existenzen dar. Es erhält Eindrücke der sieben Formen des Bewusstseins und bewahrt diese als mögliche Energie für weitere Handlungen. Es dient als Basis der übrigen Formen des Bewusstseins und wird auch als Basis-Bewusstsein oder ursächliches Bewusstsein bezeichnet.
Dass ein Mensch sich im Saṃsāra, im Kreislauf der Wiedergeburten befindet resultiert aus der Tatsache, dass sein Geist und sein Bewusstsein sich auf der Grundlage des Speicherbewusstseins entwickeln. Das bedeutet, dass er wegen des Aspekts der Nichterleuchtung des Speicherbewusstseins und der Unwissenheit gefesselt im Samsāra verweilt.
Jede Erscheinung in der Welt des Anscheins, ist so kurzlebig und flüchtig, dass es aus der Sicht des Absoluten, was zeitlos Sein oder Präsenz scheint, als wäre alles was im Manifesten Bereich geschieht, bloß ein Schattenspiel. Es scheint wie ein Dunst oder Nebel, in dem immer neue Formen entstehen und verweilen, sich verändern und verschwinden. Jemand, der also zutiefst im Nicht- Manifesten verwurzelt ist, könnte es durchaus als irreal bezeichnen. Man nennt es die Gewissheit, weil man es nicht getrennt von Soheit- Tathatā sehen kann.
Freiheit ist ein geistiger Zustand- frei zu sein von Bildern, Vorstellungen, Konditionierungen durch unsere Erziehung wobei wir schon sehr früh intensive Prägungen durchlaufen haben

Die Ursachen und Bedingungen:

Ein Phänomen, tritt aufgrund seiner innewohnenden Natur, des ursächlichen und abhängigen Entstehens als Wirkung in Erscheinung. Aufgrund seiner innewohnenden Natur, des abhängigen Entstehens, verweilt ein solches Phänomen. Aufgrund seiner innewohnenden Natur, des abhängigen Entstehens verändert sich dieses Phänomen. Aufgrund seiner innewohnenden Natur, des abhängigen Entstehens vergeht dieses Phänomen.

Obwohl unser Geist kein körperliches Phänomen ist, entstehen die Geisteszustände ebenfalls aus dem Zusammentreffen verschiedener Ursachen und Bedingungen, so wie es in der Physischen Welt der Fall ist.

In dem durch Gewohnheitstendenzen aufgewühlten Geist manifestieren sich Erscheinungen als seien sie wirklich, doch sie sind nicht wirklich sie sind Geist selbst. Sie als äußere Objekte zu betrachten ist verkehrt. Die substantielle Ursache unseres gegenwärtigen Geisteszustandes ist der vorherige Augenblick, dabei entwickeln Unerleuchtete Wesen, verwirrte Gedanken obwohl es eine ständige Verbindung mit Soheit Tathatā gibt.

Wasser und Wind sind untrennbar, Wasser ist von Natur aus nicht in Bewegung, und wenn der Wind sich legt, hört die Bewegung auf. Die nasse Natur bleibt unverändert. Auf gleiche Weise wird der Geist des Menschen, der in seiner Eigennatur rein ist, vom Wind der Unwissenheit bewegt. Weder Geist noch Unwissenheit verfügen von sich aus über bestimmte Formen, und sie sind untrennbar. Damit sind wir alle Teil eines riesigen Ozeans von schöpferischer Energie, und es gibt keinen grundlegenden Unterschied zwischen Materie und Bewusstsein.
Alles ist mit allem verbunden ist und die Welt ein komplexes System aus Ursachen und Wirkungen, wobei alles von allem beeinflusst ist.

Der Aktivierende Geist:Er zerstört, ohne sich dessen bewusst zu sein, das Gleichgewicht des Geistes durch die Kraft der Unwissenheit.
wobei sich die Wahrnehmung und das wahrgenommene Objekt gegenseitig bedingen. Wenn das Bewusstsein eine Form wahrnimmt, muss der Geist auf dem einen oder anderen Objekt verweilen. Die gewöhnliche Alltagskenntnis beruht auf verschiedener Wahrnehmung. In ihr erscheinen Dinge entweder als inhärent existent oder als vollkommen nicht existent.

Der sich entfaltende Geist:Kommt in Abhängigkeit vom bewegenden Geist hervor als das Subjekt das fälschlicherweise wahrnimmt.

Der reproduzierende Geist :Lässt die ganze Welt der Objekte entstehen, so wie ein blanker Spiegel
alle materiellen Dinge wiederspiegelt.

Der analytische Geist:Kann die Wirklichkeit so sehen, wie sie ist, und unterscheidet zwischen dem, was beschmutzt und unbeschmutzt ist. In diesem Stadium ist man in der Lage, sich vom trügerischen Geist zu trennen, und wir entdecken, dass das „Ich" nicht unabhängig existiert. Da wir völlig voneinander abhängig sind und Gefährten in jeder Situation sind, gibt es keinen Grund, negative Emotionen zu entwickeln. Wenn wir erkennen, dass es kein unabhängiges „Ich" gibt, durchschneiden wir die Wurzeln des Samsāra und wir hören auf, uns neues Karma zu schaffen.
Der andauernde Geist:
Ist mit den vergänglichen Gedanken vereint und besteht ohne Unterbrechung seit endlosen Leben weiter. Alle jemals gemachten Erfahrungen wie Freude oder Leid, gutes oder schlechtes Karma bewahrt er wie mit einem Maßstab gerechnet auf. Er ist in der Lage, die Resultate der Freude oder des Leids von der Vergangenheit oder der Gegenwart und der Zukunft zur Reife zu bringen. Aus ihm tauchen die Geisteseindrücke und Erinnerungen auf, die wiederum gefühlsmäßig neu bewertet, wahrgenommen und in neuen Geistesaktivitäten für die Zukunft weiterverarbeitet werden.


Deshalb sind die drei Welten, die der Wünsche und Begierden, die Welt der Formen und die Welt ohne Formen, nicht real. Nur vom Geist erschaffen, daher sind alle Unterscheidungen nichts anderes als die Unterscheidungen des eigenen Geistes. Allerdings kann der Geist den Geist nicht wahrnehmen und die Natur der geistigen Aktivität selbst bleibt neutral. Ob die geistige Aktivität hilfreich ist oder ob sie schädlich ist, hängt von der Art des Geistesfaktors ab, der tatsächlich gegenwärtig ist, und nicht von seiner essenziellen Natur als geistige Aktivität. Alle Formen sind daher genau wie die Bilder in einem Spiegel, die leer von eigenständiger Existenz sind. „Geist selbst“ hat keine Makel. Die Flecken der Verwirrung und Täuschung – Unwissenheit und Halluzinationen – verschleiern ihn jedoch. Die Flecken sind allerdings flüchtig, wie Wolken am Himmel oder ein beschlagener Spiegel. Daher kann man sie bereinigen.

Won-Hyo (buddhistischer koreanischer Mönch):
„Wenn das Bewusstsein entsteht, entstehen die unterschiedenen Phänomene.
Wenn das Bewusstsein verschwindet, verschwinden auch die Phänomene.
Die drei Welten [die Welt der Begierde - die Welt der Form - die formlose Welt des reinen Geistes) sind nichts anderes als geistige Erkenntnis.
Alle Phänomene sind nichts anderes als Bewusstsein."


Was Bewusstsein genannt wird, ist der andauernde Geist. Ob Erscheinung, es ist der Geist; ob Leerheit, es ist der Geist.
Ob Erkenntnis, es ist der Geist; ob Verwirrung, es ist der eigene Geist. Ob ein Erscheinen, es ist der Geist; ob ein Aufhören, es ist der Geist. Wegen ihrer tiefverwurzelten Anhaftung bilden sich alltägliche Menschen ein, dass „Ich“ und „Mein“ wirklich sind und haften an dieser trügerischen Verwirrung. Bewusstsein ist eine Reaktion, die eine der sechs Fähigkeiten (Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper und Geist) als Grundlage und eine der entsprechenden äußeren Erscheinungen (sichtbare Form, Ton, Geruch, Geschmack, Tastobjekte und Geistobjekte, d.h. eine Vorstellung oder einen Gedanken) zum Objekt hat. Sehbewusstsein hat das Auge als Grundlage und eine sichtbare Form als Objekt. Denkbewusstsein hat den Geist als Grundlage und ein Geistobjekt, d. h. eine Vorstellung oder einen Gedanken, als Objekt. Bewusstsein ist daher mit anderen Fähigkeiten verbunden. Wie beim Gefühl, bei der Wahrnehmung und beim Wollen gibt es also auch beim Bewusstsein sechs Arten, entsprechend den sechs inneren Fähigkeiten und den sechs äußeren Objekten. Darum spricht man vom unterscheidenden und vom trennenden Bewusstsein. Die Neigung zur Unterscheidung in diesem Bewusstsein wird durch die weltlichen Sorgen und Leiden und die anhaftende Liebe aufgrund von Begierde verstärkt. Die Verschmutzungen durch den Schlamm der Dumpfheit und der Verwirrung setzen sich ab.
Die tatsächliche Natur nicht erkennend, kreisen wir im Ozean von Samsāra. Die Tatsache, dass der verwirrte Geist und das Bewusstsein aus der Gewohnheit der Unwissenheit entstehen, können gewöhnliche Menschen nicht verstehen. Auch Hörer und Alleinerkenner können es nicht verstehen. Selbst Bodhisattvas mit einem richtigen Glauben auf der zehnten Dharmawolken-Stufe, die die edle Lehre wie von Wolken herabregnen lassen, können es nur teilweise verstehen.
Nur die Erleuchteten haben ein vollkommenes Verständnis davon. Geist ist kein Geist: Er ist leer von einer essentiellen Natur als Geist. Leer und daher ohne Hinderung lässt er alles erscheinen.
„Geist selbst“ hat keine Makel. Die Flecken der Verwirrung und Täuschung – plötzliche verwirrte Gedanken, Unwissenheit und Halluzinationen – verschleiern ihn jedoch. Die Flecken sind allerdings flüchtig, wie Wolken am Himmel oder ein beschlagener Spiegel. Daher kann man sie bereinigen.
Das Resultat der Reinigung ist ein makelloser Dharmakāya. „Dharmakāya“, das allwissende Gewahrsein eines Buddha bezüglich der untrennbaren zwei Wahrheiten, ist hier ein Synonym für „Geist selbst“, wenn er vollständig verwirklicht ist. Das Resultat, das durch die Reinigung erlangt wird, durch die endgültige Beseitigung flüchtiger Befleckungen, ist das Bloßlegen oder Enthüllen des Dharmakāya. Ein Spiegel ohne den Staub der Unwissenheit, ein Himmel ohne Wolken.

Die natürliche Reinheit des Geistes ist der natürliche Zustand des „Geistes selbst“, der alle Wesen als die natürlich verweilende Buddhanatur durchzieht. „Geist selbst“ ist von Natur aus frei von Makeln. Die erlangte Reinheit ist die Reinheit, die man als Resultat der endgültigen Beseitigung der Schleier flüchtiger Befleckungen erlangt. Dies verlangt die vollständige Verwirklichung der Leerheit, wie sie vom Buddha gelehrt wurde. Doppelte Reinheit ist also das vereinte Paar der anfanglosen ursprünglichen Reinheit von tiefster Wahrheit [Gewahrsein und Leerheit, die untrennbar sind] und der Reinheit, erlangt durch die Reinigung der oberflächlichen Wahrheit [Erscheinungen], die von der tiefsten Wahrheit hervorgebracht wird.
Hier hat die immanente Buddha- Natur zwei Aspekte: In
ihrer eigentlichen Natur ist sie rein und leuchtend, aber als Ālaya-Speicherbewusstsein erscheint sie befleckt. Damit ist die immanente Buddha-Natur Ursache sowohl für die
heilsamen wie auch für die unheilsamen Samen. Die immanente Buddha-Natur wird wie von Wolken verdeckt durch eine Geisteshaltung, die immer von einem Ich als
Subjekt ausgeht. Die Wahrnehmung, dass alle Gefühle und Gedanken vom Ich ausgehen und es auch betreffen, bedingt das Leiden. Wird das Bewusstsein vom Ich aufgelöst, findet das Leid keinen Ansatzpunkt mehr.
Die Buddha-Natur wird als unzerstörbar und ungeboren beschrieben, denn sie ist weder von äußeren Einflüssen, noch von psychischen Veränderungen beeinflussbar. Die Lehren zur Buddha-Natur stellen die gewöhnliche Wahrnehmung eines nichterleuchteten Wesens als relative Wirklichkeit der Wahrnehmung eines erleuchteten Wesens gegenüber. Diese nichtduale, erleuchtete Wahrnehmung wird als absolute Wirklichkeit bezeichnet. Aus der Perspektive absoluter Wirklichkeit sind relative und absolute Wirklichkeit untrennbar.

Die Befleckungen im Geist der Lebewesen sind vorübergehender Natur Aus diesem Grund ist der Geist dazu geeignet, sich von diesen Befleckung zu befreien. Gier und Hass beispielsweise sind zwar aufgrund vorübergehender Umstände und Ursachen entstanden, sie sind aber nicht Teil der eigentlichen Natur des Geistes. Diese Beschaffenheit des Geistes, dass die Befleckungen nicht zur Natur des Geistes selbst gehören, wird als die natürlich anwesende Buddhanatur betrachtet.
Die Befleckungen des Geistes können überwunden werden, weil sie nicht zu seiner eigentlichen Natur gehören. Ebenso gehören Wolken nicht zur eigentlichen Natur des Himmels; der Schmutz im Wasser gehört nicht zur eigentlichen Natur des Wassers; und die Oxidation auf der Oberfläche von Gold ist kein Teil der Natur des Goldes selbst. Ähnlich verhält es sich mit den Befleckungen des Geistes. Wären die Wolken ein Teil der Natur des Himmels, so wäre es unmöglich, dass sie entstehen und vergehen. Könnte man den Schmutz im Wasser nicht entfernen, wäre es nicht möglich, das Wasser von Schmutz zu reinigen. Und es gäbe kein reines Gold, wenn sich die Oxidation nicht beseitigen ließe.
Die Leidenschaften gehören nicht zur Natur des Geistes. Wären sie ein Teil der Natur des Geistes, so könnte man die Gegenmittel der Leidenschaften mit noch so großem Eifer anwenden, es würde nicht gelingen, den Geist von ihnen zu reinigen. Das ist aber nicht der Fall. Der Geist kann mit den korrekten Mitteln weiterentwickelt und die Leidenschaften können beseitigt werden. Der Buddha hat gesagt: »Mönche, der Geist ist ohne Geist, der Geist ist klares Licht«. Die befleckten Geisteszustände sind nicht die eigentliche Natur des Geistes. Daher ist der Geist in seiner Natur klares Licht.

Inhaltsverzeichnis

Verunreinigte Geisteszustände

Die sechs Arten von verunreinigten Geisteszuständen bedingt durch Unwissenheit.

Wie kann man die Unwissenheit beseitigen.

1. Die Verunreinigung der Hörer und Alleinerkenner durch Anhaftung.
Sie denken etwa, dass die attraktiven Dinge genau so bestehen, wie sie erscheinen.
Wenn etwas angenehm duftend erscheint, dann sind sie der Auffassung, dass die Attraktivität im Objekt selbst liegt. Sie glauben, dass das Objekt aus sich heraus so anziehend ist, und entsprechend haften sie daran.
Auf der anderen Seite gibt es Objekte, die sie ablehnen. Wenn etwas unangenehm ist, haften sie daran. Sie sind der Überzeugung, dass das ungeliebte Objekt genauso existiert, wie es erscheint. Und sie sehen es dann nicht nur als nachteilig an, sondern entwickeln noch dazu Aversionen.
Ihre Reinigung besteht darin, wie die Bodhisattvas zu praktizieren:
Mit reiner Weisheit die letztendliche Seinsweise alles Existierenden, die Leerheit von inhärenter Existenz erfassen.
Mit dem Verständnis der Leerheit von inhärenter Existenz allen Phänomenen Beachtung schenken.
Alle guten Handlungen praktizieren.
In völlig reinem Gewahr sein aus dem Schlaf der Unwissenheit zur Buddha-Natur erwachen.
Die wunderbaren geschickten Methoden praktizieren.
In befreiender Weisheit ohne falschen Gedanken in der tiefgründigen Wahrheit verweilen.
Die Leerheit von inhärenter Existenz aller Phänomene, die letztendliche Seinsweise alles Existierenden, verstehen und nicht mehr davon abweichen. Um der Erleuchtung willen mit dem Geist achtsam jenseits von Gedanken verweilen, in Kind gleicher Reinheit.
Mit dem Verständnis, dass alle Phänomene keinerlei eigene Natur besitzen, der Lehre des Buddha folgen, um so die Buddhaschaft zum Wohle aller Lebewesen zu erreichen.
Die Leerheit praktizieren, die Qualität des befreienden Wissens und der Weisheit erlangen, um die Fesseln von Geburt und Tod zu lösen.



2. Die Verunreinigung der Praktizierenden, die geschickte Hilfsmittel angewandt haben.
Seit ihrer menschlichen Geburt sind sie mit den fünf Ansammlungen ( Aggregaten), Form, Empfinden, Unterscheiden, Geistesfaktoren und Bewusstsein, verbunden und von ihnen abhängig. Ohne Erkenntnis der Leerheit, identifizieren sie sich völlig mit diesen und erfahren dadurch Leid. Durch verwirrte Gedanken halten sie das Selbst, das sie in Verbindung mit dem veränderlichen Körper und Geist erfassen, für existent. Aus dieser falschen Sichtweise entstehen Begierde, Hass und andere leidbringende Geistesfaktoren und daraus gehen erneut negative Handlungen hervor.
So weist auch der indische Meister Aryadeva in seiner Schrift Die 400 Verse darauf hin: „Der Same des Samsāra ist das Bewusstsein“, wobei hier ein verblendetes Bewusstsein gemeint ist. Mit korrekten Begründungen erkennen sie, dass es ein konkretes, unabhängiges Ich nicht geben kann, sondern dass hier Täuschung im Spiel ist. Je mehr sie sich dieser Täuschung bewusst werden, desto stärker reduzieren sie die Vorstellung eines greifbaren, konkreten Ichs, und umso schwächer werden ihre Leidenschaften wie Verlangen und Aversion. Das hindert sie aber nicht daran, zu sehen, das einiges im Leben vorteilhaft und angenehm ist und anderes nachteilig und unangenehm.
Aber das Haften daran nimmt ab und Leidenschaften können nicht so leicht aufkommen. Je mehr sie diese Sicht verinnerlichen, umso freier werden sie von Leiden, ihr Bewusstsein wird gereinigt.

3. Die Verunreinigung, die trotz Einhalten der Regeln und Meditation noch besteht.
Das gewöhnliche Bewusstsein wird durch die fortgesetzte, intensive Übung gereinigt. Da Ziel ist, das Bewusstsein von allen Fehlern zu reinigen. Das Bewusstsein geht weiter während dieser Reinigung. Insofern existiert auch die Person weiter, die in Abhängigkeit von diesem Bewusstsein benannt wird. Unser normales Ich, das im Moment mit Makeln behaftet ist, wird durch die Reinigung umgewandelt. Denn die Untugenden gehören nicht zur eigentlichen Natur des Bewusstseins.

4. Die subtile Verunreinigung wie wenn in einen Spiegel Formen erscheinen.
Die Täuschung besteht darin, dass die Dinge fälschlich für aus sich selbst bestehend gehalten werden. Dazu gibt es ein direktes Gegenmittel, nämlich die Erkenntnis, dass alle Phänomene leer von einer solchen Eigennatur sind, weil sie abhängig sind. Die Weisheit steht im direkten Gegensatz zu der falschen Auffassung, die Dinge würden aus sich heraus entstehen. Beide Annahmen können nicht gleichzeitig richtig sein. Ein Ding kann nicht unabhängig und abhängig zugleich sein.

Sobald sich die Erkenntnis der Abhängigkeit entwickelt, wird die Unwissenheit dadurch geschwächt. Selbst wenn man nicht durch Überlegungen den Bezug zur endgültigen Natur der Dinge und des Bewusstseins herstellt, sondern sich auf die konventionelle Natur beschränkt, stellt man fest: Das Bewusstsein ist seinem Wesen nach Klarheit und Erkenntnis, es hat diese erkennende Natur. Die Praxis, um Reinheit zu erlangen, ist, Wunschgebete zu sprechen, und die Übung der zehn befreienden Qualitäten:

1. das Leben anderer zu schützen

2. reichliche Gaben zu spenden

3. reines sexuelles Verhalten zu pflegen

4. aufrichtig die Wahrheit zu sagen

5. Zerstrittene oder Verfeindete auszusöhnen

6. ruhig und vertrauenswürdig zu sprechen

7. Sinnvolles zu reden

8. wenig zu begehren und zufrieden zu sein

9. Wohlwollen zu üben

10. sich dem wahren Sinn zuzuwenden.





Die Freiheit die reinen Buddhaländer aus eigener Erfahrung zu kennen.

5. Die subtilere Verunreinigung, wo keine Hindernisse mehr erscheinen und die vier Furchtlosigkeiten praktiziert werden.
Eine Furchtlosigkeit ist eine absolut feste, endgültige Verwirklichung, die vollständig ohne Furcht ist, den Dharma zu lehren. Es gibt vier Arten: (1) Furchtlosigkeit, den Dharma des definitiven Verlassens zu offenbaren, (2) Furchtlosigkeit, den Dharma der Überwindung von Behinderungen zu offenbaren, (3) Furchtlosigkeit, den Dharma ausgezeichneten Aufgebens zu offenbaren, (4) Furchtlosigkeit, den Dharma ausgezeichneter Verwirklichungen zu offenbaren.

Um die subtilen Verunreinigungen zu reinigen, ist es notwendig, die zehn befreienden Qualitäten zu praktizieren und sich besonders der Praxis der befreienden Qualität der Kraft zu widmen. Das Wissen um das Ende von Karma und Leidenschaften ist die Befreiung. Die Beendigung ist ein glückverheißender Zustand, ein dauerhafter Frieden, der sich nicht wieder wandelt und vergeht, es ist ein verlässlicher Zustand der Befreiung.

6. Die subtilste Verunreinigung.
Die subtilste Verunreinigung findet sich dort, wo sich die Bodhisattvas auf der 10. Stufe durch die Praxis der befreienden Qualität üben, um durch Läuterung dieses subtilsten Bewusstseins zum Dharmakāya, zum Geist des Buddha zu werden. Der subtilste Wind wird einerseits zur Rede des Buddha, die man in diesem Fall auch als Sambhogakāya bezeichnet, und darüber hinaus zum Nirmanakāya, zu der körperlichen Erscheinung eines Buddha, mit der er zum Wohle der Lebewesen wirkt. Ist man auf der elften Stufe selbst ein Buddha geworden, erkennt man schließlich den Dharmakāya vollkommen.


Wie man die Unwissenheit überwinden kann und somit auch das Leiden beenden kann.

Bei den Lebewesen im samsāra kann man grobes Bewusstsein mit den groben Aktivitäten und subtiles Bewusstsein unterscheiden.
Dadurch dass man den Dharma praktiziert wird der verunreinigte Geist gereinigt. Meditiert man wird das subtile Bewusstsein gereinigt.Anfänglich ist Fortschritt ohne Anstrengung und Disziplin nicht möglich, aber nach und nach werden positive, friedliche, glückliche Geisteszustände immer natürlicher und immer häufiger. Dualität entspringt der Einheit, doch auch daran haftet man nicht. Befindet sich der Geist im Einklang mit der Soheit, gibt es keinen Widerstand.
Wenn nichts mehr Widerstand auslösen kann, hören die Dinge auf in gewohnter Weise zu existieren.
Entstehen keine wertenden Gedanken mehr, hört der alte Geist auf zu existieren.
Wenn Gedankenobjekte verschwinden, verschwindet auch das denkende Subjekt, wenn der Geist verschwindet verschwinden auch die Objekte.
Man erkennt, dass diese gegenseitige Bedingtheit aus ihrer Einheit in der Leerheit entspringt. In der Leerheit sind Subjekt und Objekt nicht unterscheidbar, und die ganze Welt ist darin enthalten

Unwissenheit kann zeitweise die Buddhanatur die fundamental rein und unwandelbar ist parfümieren, wie Kleidungsstücke die keinen Eigengeruch haben aber wenn sie die Menschen parfümieren einen Duft annehmen. Unwissenheit ist nichts Fassbares. Der von ihr verursachte Geruch ist flüchtiger Duft, der in keiner Weise die ursprüngliche Natur beeinträchtigt und nicht Teil von ihr ist.
Der reine Zustand der Soheit erhält durch die Unwissenheit einen Geruch, weltliche Sorgen und Leiden entstehen.
Wenn der Geist nur von unreinen Wünschen Hindernissen und Unzufriedenheit umwölkt ist und von der Weisheit verschlossen bleibt, dann beharrt er hartnäckig auf dem Denken des "Ich" und "mein."Die Durchdringung der Unwissenheit ist von zweierlei Art. Eine ist die grundlegende Durchdringung die Aktivität der Weisheit der Liebe und des Mitgefühls; und die andere ist die Durchdringung die falsche Sichtweisen und Anhaftungen entwickelt.
Der „dualistische Geist“ versteht einen Sachverhalt, indem er an „Bezeichnungen festhält“, indem er Dinge benennt und dabei die wahre Natur des Geistes nicht erkennt. Der Geist ist in der Lage, Formen Töne und andere Phänomene zu erfassen sowie Glück und Leid zu erleben.
Soheit ist die Natur der Dinge.
Indem wir die Soheit nicht erkennen, gestatten wir diesen Dingen, uns zum Glauben an die Dualität zu verleiten: dies-das, Zuneigung-Abneigung, heiß-kalt, weiblich-männlich, befleckt-erleuchtet. Diese Täuschung ist die Ursache all unserer Probleme. Verfangen in den Gegensätzen, können wir die wahre Natur der Dinge nicht sehen.
Die Welt der Phänomene jedoch hat keine Eigenständige Existenz. Wenn man sie analysiert findet man nur Leerheit.
Sowie der Raum die Vorbedingung ist dass sich die Welten entfalten können ist der reine Zustand der Soheit die Vorbedingung die Wahrheit aller Dinge zu erkennen, die Realität der Dinge, die uns bislang getäuscht haben.
Durch die kleinste Unterscheidung entfernen sich Himmel und Erde unendlich weit voneinander. Die Soheit intuitiv zu erfassen, heißt, Zur Wurzel – Soheit zurückzukehren, heißt das Prinzip zu verstehen. Der reine Geist und der unreine Geist bedingen sich gegenseitig. Durch die Kraft des Ruhigen Verweilens und der besonderen Einsicht bringt die Soheit den verwirrten Geist dazu den Kreislauf von Werden und Vergehen, zu verabscheuen und nach der Befreiung daraus zu streben.
Die Wahrheit kennt keine Unterscheidungen, aber der verblendete Geist hängt an seinen Wünschen. Daher erlaubt er jetzt den Gedanken dass sie entstehen und sich wieder auflösen ohne Spuren zu hinterlassen und findet seine wesentliche ursprüngliche Natur. Durch die Erkenntnis, dass die Gedanken nicht wirklich geboren wurden und deshalb nicht existieren und aufhören zu existieren, haben sie keinen Einfluss und keine karmischen Auswirkungen mehr. Es gibt nichts mehr zu befürchten von unheilsamen Gedanken und nichts mehr zu erhoffen von heilsamen. Betrachtet man Bewegung als ruhend und Ruhe als bewegt, lösen sich beide auf.
In der Tat ist diese vollständige Akzeptanz ohne von ihnen bewegt zu werden gleichbedeutend mit Erwachen. Ein Ding, alle Dinge bewegen und durchdringen sich gegenseitig ohne Unterscheidungen. In dieser Erkenntnis zu leben und dem nicht-dualistischen Geist zu vertrauen heißt, ohne Furcht vor Unvollkommenheit auf dem Buddha Weg zu sein.
Durch die Kraft dieser Durchdringung der Soheit über einen langen Zeitraum hört die Unwissenheit auf. Es gibt kein Entstehen von verwirrter Aktivität des Geistes mehr. Wenn die Verwirklichung aufdämmert, wird der Geist völlig frei, entspannt, wunschlos glücklich, weit und friedvoll.
In dieser Welt der Soheit gibt es weder Selbst noch Anders-als-Selbst.
Gleich wann oder wo, Erwachen bedeutet in diese Wahrheit einzudringen.
Diese Wahrheit ist jenseits von Entstehen und Vergehen in Zeit und Raum.
Ein Moment und ein Äon sind darin gleich. Hier und dort, wohin man auch blickt: Leerheit – und doch steht das unendliche Universum direkt vor unseren Augen.
Unendlich groß, unendlich klein macht keinen Unterschied, denn Definitionen sind aufgehoben, Begrenzungen gefallen.
Sein und Nicht-Sein sind das Gleiche, jedes ein Aspekt des anderen.
Wenn man über das Meer meditiert, fühlt sich der Geist wohl. Die Wellen sind die Bewegungen des Meeres. "Wie der Ozean, auf Grund des Windes eine Bedingung für die Bewegung auf seiner Oberfläche viele Wellen produziert, während seine Möglichkeiten ohne Unterbrechung fortdauern, so wird das Speicherbewusstsein gleich dem
Ozean durch den Wind der Objekte bewegt, Wellen von kurzzeitigemBewusstsein erzeugend, während seine Möglichkeiten unaufhörlich fortdauern."

Die vier "gewohnheitsmäßige Tendenzen" oder "Schichten in der mentalen Verfassung".
Diese sind im aktuellen Inhalt des Bewusstseins nicht gegenwärtig, sie bestimmen unser Verhalten jedoch auf die unterschiedlichste Weise, da sie nicht nur auf die frühe Kindheit zurückgeführt werden, sondern auf unzählige frühere Leben. Sie werden mit Ablagerungsschichten verglichen, welche sich nach und nach im Flussbett des Bewusstseins angeschwemmt haben, und als "Speicherbewusstsein" bezeichnet. Konkret wird zwischen acht verschiedenen Komponenten des Bewusstseins unterschieden.

Das " Speicherbewusstsein " ist der allem zugrunde liegende Aspekt des Geistes. Dies ist schlicht und einfach die Tatsache, bei Bewusstsein zu sein und eine allumfassende, verschwommene Wahrnehmung von der Existenz des Universums zu haben. Dann gibt es die fünf Aspekte des Bewusstseins, welche sich auf Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Fühlen beziehen. Der nächste Aspekt des Bewusstseins wird mit Gedanken oder mentalen Assoziationen in Verbindung gebracht und schließlich folgt jener Aspekt, der sich auf die positiven oder negativen Emotionen bezieht, welche aus den Gedanken erwachsen.

Das "Speicherbewusstsein" ist Mittler und Träger der gewohnheitsmäßigen Tendenzen. Versucht man, den Bewusstseinsstrom zu reinigen, indem man durch spirituelle Praxis und Innenschau die Natur des Geistes untersucht beinhaltet dies die Auflösung dieser Tendenzen. Da sie sich über einen beträchtlichen Zeitraum angesammelt haben, sind sie wesentlich schwieriger aufzulösen als gewöhnliche, deutliche Gefühle. Es ist ähnlich wie bei einem Blatt Papier, welches lange Zeit zusammengerollt war. Versucht man es glatt auf den Tisch zu legen, bleibt es nur dann auseinandergerollt liegen, wenn man die Hand darauf legt. Sobald man loslässt, rollt es sich von allein wieder zusammen.

Der reine Zustand der Soheit in Verbindung mit andauernden Gewohnheiten.

Wenn wir relativ gesprochen uns im unreinen Zustand im samsāra befinden, wo die Unwissenschaft herrscht brauchen wir die spirituelle Praxis verbunden mit der Läuterung gehen wir durch ein Stadium wo Unwissenheit und Wissen miteinander vermischt sind. Die immer währende Kontinuität geistiger Aktivität, die dieses immanent aneinander gebundene Erscheinungspaar produziert, mag ungeläutert, teilweise geläutert oder völlig geläutert sein, abhängig von den Abfolgen von Momenten von Verwirrung und den Gewohnheiten, die sie begleiten. Es gibt viele verschiedene Methoden auf dem spirituellen Weg wobei sich augenscheinlich Umwandlungen vollzogen haben, dennoch hat sich die Natur des Geistes nicht verändert. Sie ist nicht minderwertig gewesen am Anfang des Weges und nicht besser geworden am Ende.

Die allgemein begleitenden Ursachen.

Da die Buddhas und Boddhisattvas mit der Macht ihrer Weisheit, sich wünschen alle Lebewesen zu befreien manifestieren sie Aktivitäten gemäß den Bedürfnissen der Menschen. Um sie mit ihren spirituellen Einflüssen zu durchdringen. Der Geist der Menschen ist in seiner Natur sauber, durch Unwissenheit und den karmischen Wind wird er beschmutzt. Die Natur des Geistes entdecken heißt seine Leerheit entdecken.

Alle Erscheinungen haben keine eigenständige Existenz und haben die Leerheit als eigentliche Natur. Illusionshafte Natur der Erscheinungen.

Die andauernde Gewohnheit vergänglicher Gedanken.

Zwei Arten.

1. Gewöhnliche Menschen Hörer und Alleinerkenner denken in unterscheidenden Gedanken, die über den Geist hinwegziehen. Wenn sie Geburt, Tod und Vergänglichkeit nicht mögen und sich der glaubensstarken Übung widmen, bedeutet dass, das sie sich langsam Stufe für Stufe weiterentwickeln um die Erleuchtung zu erlangen. Wobei sie im Geist und Herzen von der Soheit durchdrungen sind.


2. Die andere Gruppe sind mutige Bodhisattvas mit starkem Willen.

Das gewöhnliche Bewusstsein wird durch die fortgesetzte, intensive Übung zum Geist eines Buddhas.

Durch die vollständige Läuterung wird der Geist zum Weisheitsbewusstsein des Buddhas und die Person selbst wird zu einem Buddha.In diesem Zustand gibt es keinen Unterschied mehr zwischen tiefer Meditation und den Zeiten außerhalb der Meditation. Ein Buddha befindet sich gleichzeitig in tiefer Versenkung und wirkt ununterbrochen zum Wohl aller Lebewesen. Durch die Bezeichnung „Buddha“ eröffnet sich die Natur aller Dinge Unsere Empfindungen beruhen auf flüchtigen Verbindungen von Körper und Geist, sie ändern sich ständig, sobald die Verwirklichung der Leerheit die Schleier der Unwissenheit auflöst, offenbaren sich die natürlichen Qualitäten der Buddhaschaft von selbst.Die Unwissenheit hat keinen Anfang, aber ein Ende, während die ursprüngliche Soheit weder Anfang noch Ende hat. Wird das Mysterium der Soheit ergründet, gibt es keine Verstrickungen mehr.
Wenn alle Dinge mit einem leeren (unterscheidungsfreien) Geist betrachtet werden, offenbaren sie die Essenz der Soheit.
Weder Vergleiche noch Gleichnisse sind möglich in diesem ursachenfreien, bezuglosen Zustand.

Die Eigenschaft der Soheit

Da alle Dinge in ihrer Soheit unbeschreibbar sind, gibt es kein Entstehen und kein Erlöschen. Kein Leiden, keinen Ursprung des Leidens. Kein Ende des Leidens und keinen Weg. Kein Verstehen und kein Erlangen.

Das Sehen, wie die Dinge letztendlich sind, wird als Soheit bezeichnet. Wir können die Dinge nur beschreiben, weil wir sie voneinander trennen mit unseren unreinen Geist, sie in Gegensätze aufteilen, ihnen Namen geben, ihnen Eigenschaften zumessen, sie vergleichen, sie beurteilen und bewerten. In dem ursprünglichem Sehen, in diesem Nur-Sehen, in diesem ursprünglichem Gewahrsein, in diesem Sein bevor unser Geist klassifiziert und damit trennt, gibt es kein Werden, kein Entstehen, keinen es gibt nichts zu erlangen, weil alles in wunderbarer Weise ist. Entstehen, Weg, Leiden usw. sind nur Begriffe ohne Substanz. Wird das Mysterium der Soheit ergründet, gibt es keine Verstrickungen mehr.
Wenn alle Dinge mit einem unterscheidungsfreien Geist betrachtet werden, offenbaren sie die Essenz der Soheit.
Weder Vergleiche noch Analogien sind möglich in diesem ursachenfreien, bezuglosen Zustand.
Betrachte Bewegung als ruhend und Ruhe als bewegt, und beide lösen sich auf.
Wenn es keine Dualität gibt, was wird dann aus dieser Einheit?
Auf dieses letzte Ende ist keine Gesetzmäßigkeit und Regel anwendbar.

Für den geeinten Geist im Einklang mit dem Weg gibt es keine eigennützigen Bestrebungen mehr.
Zweifel und Unentschlossenheit verschwinden, und ein Leben in echtem Vertrauen ist möglich.
Mit einem Streich sind wir aller Fesseln ledig.
Nichts haftet an und wir halten nichts mehr fest. Es gibt keine Begierde kein Leiden.
Ohne Anstrengung offenbart sich alles als leer, klar mit großer Weisheit und selbst erhellend als strahlendes Licht.
Hier haben Gedanken, Empfindungen, Wissen und Vorstellung keine Auswirkung mehr.

In dieser Welt der Soheit gibt es weder Selbst noch Anders-als-Selbst.
Um in diese Welt einzutreten sag man, wenn Zweifel aufsteigt einfach „Nicht-Zwei“.
In diesem „Nicht-Zwei“ nichts ist getrennt und nichts ist ausgeschlossen.
Gleich wann oder wo, Erwachen bedeutet in diese Wahrheit aufzugehen.
Diese Wahrheit ist jenseits von Entstehen und Vergehen in Zeit und Raum. Ein Moment und ein Äon sind darin gleich. Hier und dort, wohin man auch blickt: Leerheit – und doch steht das unendliche Universum direkt vor unseren Augen.
Unendlich groß, unendlich klein macht keinen Unterschied, denn Definitionen sind aufgehoben, Begrenzungen gefallen.

Sein und Nicht-Sein sind das Gleiche, jedes ein Aspekt des anderen.

Form ist Leerheit, Leerheit ist Form, Form ist nichts anderes als Leerheit, Leerheit ist nichts anderes als Form.

Warum kann jemand nicht an die Soheit glauben.
Das negative Karma und die Störungen des Geistes bestehen darin, sich auf Bewertungen einzulassen. Wenn die Unwissenheit und Verwirrung des unreinen Geistes zahlreich wie die Sandkörner des Ganges an Gedanken gebunden ist und sich immer weiter von der Wahrheit entfernt, ist er charakterisiert durch Illusionen und Verunreinigungen, den Mangel an wahrer Erkenntnis. Alle weltlichen Sorgen und Leiden entstehen aus Unwissenheit des verwirrten Geistes. Erscheinungen nachzujagen, heißt den Ursprung übersehen.
Welcher Nutzen kann aus Unterscheidung und Trennung erwachsen? Alle Dualität entsteht aus ignoranten Wertbeimessungen, wie Träume oder Luftschlösser – wie dumm danach zu greifen.
Zur Wurzel Soheit zurückzukehren, heißt das Prinzip zu verstehen. Dass die Soheit für alle unterschiedslos gleich ist, und aus diesem Grund alle Lebewesen ihre Essenz besitzen.

In der Lehre Buddhas gibt es Ursachen und Abhängiges Entstehen.
Die Entstehung des Leidens und den Weg zur Befreiung.
„In jedem Holz steckt der Keim des Feuers.“ Aber man muss etwas tun, damit dieses Feuer aus dem Holz befreit wird. Nur durch die Reibung mit einem anderen Stück Holz kann dies geschehen. Auch der Mensch muss den ihm innewohnenden Keim der Befreiung hegen und pflegen, damit er sich entwickeln und wachsen kann.
Der Buddha sagt, die wahre Natur der Lebewesen ist rein. So lange unser Geist benebelt ist, können wir die Erleuchtung nicht erlangen. Die Erleuchtung ist einfach nur ein anderer Zustand. Wenn wir geboren werden, bekommen wir einen Namen. Ein Name ist nichts Festes, hat keine Beständigkeit, er ist nur eine Bezeichnung.

Die meisten Menschen wissen nicht, dass sie den Keim der Befreiung in sich tragen. Wir sind immer auf der Suche nach irgendetwas im Außen. Über unsere sechs Sinne sind wir ständig auf der Suche nach Befriedigung. Mit unseren Augen suchen wir nach Schönheit, mit unseren Ohren nach angenehmen Klängen. Wir meinen, wenn wir keine Reize über unsere sechs Sinne empfangen, büßen wir unsere Lebendigkeit ein. Wir sehen nicht, dass wir uns eben durch diese Sinneswahrnehmungen in die Irre führen lassen. Wir suchen im Außen nach etwas, was wir in unserem Inneren bereits besitzen. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, ein Buddha zu werden. Allerdings ist es dazu notwendig, dass wir praktizieren. Auch der Buddha selbst hat viele Leben hindurch praktizieren müssen, um zum Buddha zu werden.


Aspekte von Gewohnheiten und unterschiedlichen Bedingungen.

Im Daseinskreislauf durch das Leiden des Wandels werden die Verwandten wie unsere Eltern in anderen Leben zu unseren Kindern, selbst feindliche Wesen zu Freunden, und weil dies auch umgekehrt vorkommt, gibt es in den Daseinskreisläufen nicht die geringste Gewissheit.

Kraft der großen Liebe und des tiefen Mitgefühls, das die Bodhisattvas auf dem Weg zur Buddhaschaft ausüben, haben sie die Lebewesen gewandelt. Sie unternehmen große Anstrengungen, um durch die Praxis der sechs Vollkommenheiten mit der liebevollen Zuwendung in Freude und Leid durch zahllose Zeitalter die Lebewesen endlos zu befreien. Sie arbeiten ständig für die Lebewesen, um ihnen Nutzen zu bringen.

Durch unterschiedliche Bedingungen sind die Einflüsse der Soheit von zweierlei Art.

Soheit:
Skr. tathata, das wahre Wesen, die wahre Natur der Dinge, so wie sie der Geist direkt erfährt, wenn die Subjekt-Objekt-Dualität überwunden ist.

Wir können die Wirklichkeit nur durch direkte, unmittelbare Erfahrung erfassen.

Die Natur aller Dharmas ist nicht bedingt und kann als Soheit Tathata, bezeichnet werden. Soheit ist die wahre Natur aller Dharmas. Aus der Soheit entsteht der Lotus. Alles entsteht aus der Soheit. Ein Wesen das aus der Soheit hervorgeht, nennt man einen Tathagata, das bedeutet: Der So-Gekommene. In Wahrheit kommen die Dharmas nicht von irgendwoher noch gehen sie irgendwohin, denn ihre Nature ist bereits Soheit.


Gewöhnliche Menschen, Anhänger des Hinayāna und jene Bodhisattvas auf der Anfängerstufe, die den Erleuchtungsgeist in sich entstehen lassen, erkennen nicht dass sie durch Unwissenheit etwas wiederspiegeln– ganz im Widerspruch zu dieser Wirklichkeit –, das gar nicht existiert. Ihre Unwissenheit projiziert auf der Grundlage der Aggregate eine unabhängige Identität, obwohl es keine solche gibt

Eine solche Identität erscheint aus den Aggregaten, sie glauben, dass sie existieren, und greifen in starker Weise danach als Ich, Person oder Selbst.

Dieses Greifen nach einem Ich führt dann weiter zum Betrachten von Objekten als Mein, wie zum Beispiel mein Körper, mein Geist, meine Freunde, meine Feinde, mein Land, meine Religion und so weiter. Alle diese Dinge scheinen im Besitz dieses unabhängigen Ichs zu sein. Und dadurch entstehen viele Geisteszustände der Täuschung des Geistes wie das Anhaften an etwas, die Abneigung gegenüber etwas anderen, Egoismus, Stolz und so weiter. Nun, das soll nicht heißen, dass es kein Ich gibt, sondern vielmehr gilt es, zu verstehen, dass das wirklich vorhandene Ich ein abhängiges Ich ist, das lediglich nach außen hin besteht.

2. Bei den Bodhisattvas, mit dem allwissenden Gewahrsein, die nicht mehr im unterscheidenden Bewusstsein verfangen sind und das unterscheidende Verständnis erlangt haben wird die Einflussnahme der Soheit als sich widerspiegelnd reflektiert, in der Denkweise, die äußeren Einflüsse als unwirklich zu betrachten. Dies wird der Einfluss der Soheit in der Form der Glückseligkeit genannt, die mit dem Geist des klaren Lichtes der feinsten Ebene des Geistes übereinstimmt. Durch die Praxis der sechs Vollkommenheiten, Paramitas erlöschen die Gewohnheiten aus der Unwissenheit (Ignoranz).

Erlöschen des unreinen Bewusstseins.
Seit anfangsloser Zeit hat sich das unreine Bewusstsein in einer ununterbrochenen Abfolge entwickelt. Von einem Augenblick zum nächsten geht es als Ursache zugrunde und wird als Wirkung geboren.
Bis alle Verunreinigungen abgeschnitten sind und es mit dem Erreichen der Buddhaschaft erlischt.

Dieses Bewusstsein, das in die endgültige Realität versunken ist, nennt man den Dharmakāya. Der Geist wird voll manifestierter Dharmakāya, wenn Erleuchtung erlangt wird. Er stellt die Verwirklichung des höchsten eigenen Wohls des Buddha dar. Warum hat der Buddha einen Dharmakāya verwirklicht? Es geht allein um das Wohl der anderen. Der Dharmakāya kann sich in vielfältigen Formen zeigen, wie es den Neigungen und Fähigkeiten der Schüler angemessen ist. Der Buddha manifestiert, ohne jemals die Sphäre der endgültigen Realität zu verlassen, aus dem Dharmakāya heraus vielfältige Formkörper zum Wohle der Wesen. Es gibt zwei Arten von Formkörpern, den Sambhogakāya und den Nirmānakāya. Der Sambhogakāya ist ein feinstofflicher Körper, der nur von hohen Bodhisattvas, die ihren Geist intensiv gereinigt haben, wahrgenommen werden kann. Darüber hinaus zeigt sich der Buddha den gewöhnlichen Wesen in den unreinen Welten in grobstofflichen Körpern, die als Nirmānakāya oder Ausstrahlungskörper bezeichnet werden

Der Erhabene Buddha sagte ganz klar in seinen Lehren, dass im Moment unser Körper der Samen des Ausstrahlungskörpers, Nirmānakāya, ist, unsere Rede der Samen des Körpers der Glückseligkeit, Sambhogakāya, und unser Geist der Samen des Weisheitskörpers (auch Wahrheitskörper), Dharmakāya, ist.
Tathatā- immerwährend so.

In dieser höchsten Wirklichkeit gibt es weder Subjekt noch Objekt. Dieser Zustand wird als Soheit der Dharmas bezeichnet. Soheit ist nichts als unmittelbar in spiritueller Erfahrung direkt erkanntes, reines Bewusstsein. Wenn die Psyche des Übenden sich in meditativer Versenkung aus Subjektivität wie Objektivität befreit und stetig in reinem Bewusstsein verbleibt, wird die höchste Erkenntnis hervorgebracht, welche unbeschreiblich, transzendent
und vollkommene Freude ist. Der Wahrheitskörper in vollkommener Tugend und allumfassender Weisheit strahlt in die zehn Richtungen, alles wird in unermesslichem Glanz erleuchtet.
Die verschiedenen Bodhisattvastufen, mit der Annäherung an die vollkommene Übereinstimmung:

1.Die universelle Soheit-Tathatā, die durch die Welt der Leerheit (Shunyata), enthüllt wird. Es gibt kein einziges Phänomen, das aus dieser Perspektive nicht leer ist.

2.Die höchste Soheit-Tathatā verfügt über unendlich erhabene Qualitäten und ist die erhabenste aller Lehren.

3. Die Lehren, die aus dieser Soheit- Tathatā fließen, sind die vorzüglichsten aller Lehren.

4.Die unabhängige Soheit-Tathatā, die nicht dafür anfällig ist, „zu eigen gemacht zu werden". Diese
Soheit hat nichts Abhängiges, denn sie hat keine Grundlage für den Glauben an ein „Ich" und kann daher von diesem Glauben auch nicht „vereinnahmt" werden.

5. Die Soheit- Tathatā der subjektiven Nichtunterscheidung.
Diese zeigt sich nicht in irgendeiner Unterscheidung, denn sie unterscheidet nicht wie das Auge usw.
Sie bildet eine einzelne Substanz – Samsāra und Nirvāna sind eins. Form und Leerheit sind letztlich eins, es gibt keine Dualität von Form und Nicht-Form – beide sind Ausdrucksformen ein und derselben Wirklichkeit
.
Solange aber ein haarfeiner Spalt zwischen Subjekt und Objekt besteht, sind wir verblendet und sehen die Dinge nicht so, wie sie wirklich sind

6.Die Soheit-Tathatā jenseits von Reinheit und Unreinheit. Die Soheit-Tathatā ist grundsätzlich nicht befleckt und es kann von ihr nicht gesagt werden, sie sei zuerst unrein und danach rein.

7.Die Soheit- Tathatā der objektiven Nichtunterscheidung.

Sie ist ohne Unterscheidung, dennoch kann sie auf verschiedene
Weise definiert werden wie: das Reich der Wahrheit, oberste Bedeutung, heilsame Taten.


8.Die Soheit-Tathatā die, die Vorstellung von Zunahme und Abnahme überschreitet. Weder nimmt sie durch Reinheit zu noch durch Unreinheit ab. Ob gute oder schlechte, ethische und gläubige Angelegenheiten zunehmen oder abnehmen, diese verbleibt immer, wie sie ist.

9. Die Soheit- Tathatā ist die Grundlage für die Meisterschaft der überweltlichen Weisheit

10. Die Soheit- Tathatā ist die Grundlage zur Meisterschaft über alle Handlungen. Man stimmt mit der Soheit-Tathatā vollkommen überein.



Die Ausstrahlungskörper der Buddhas.

Dharmakāya ist die Dimension, welche die Essenz von allem ist, die Verkörperung von allem.
Sambhogakāya ist der „Körper“ völliger Entwicklung.
Nirmānakāya bedeutet Emanation oder Manifestation des Geistes in einem physischen Körper. Ein Individuum kann – abhängig von seiner Entwicklung – zahllose Formen gleichzeitig manifestieren. Wenn eine Person erleuchtet wird, ist der Geist Dharmakāya;
die Energie, die Rede und der Ausdruck sind Sambhogakāya;
Und der physische Körper ist Nirmānakāya.

Drei Arten weitreichender geistiger Konzentration

Der durch Geradlinigkeit gekennzeichnete Geist, der über die Soheit meditiert, sieht vor sich, hinter sich und in den zehn Richtungen, wohin er auch sieht, Soheit.Der Geist der Tiefe, weil es keine Grenze für sein freudvolles Ansammeln aller Art von Positivem gibt.Der mit großer Liebe und Mitgefühl versehene Geist, der wünscht die weltlichen Sorgen und Leiden an der Wurzel auszumerzen.
Es gibt die sechs Daseinsbereiche, Welten oder Existenzformen, in denen die Wesen je nach der Qualität ihrer Taten (Karma) und Handlungen wiedergeboren werden: den Bereich der Götter, der eifersüchtigen Götter, der Menschen, der Tiere, der hungrigen Geister und der Höllenwesen. Jeder wird in der Existenzform wiedergeboren, die er durch die selbst gelegten karmischen Ursachen verdient hat. In jedem der sechs Bereiche ist der Buddha bemüht, den Wesen Erleichterung ihres Loses und die Kenntnis seiner Lehre zu bringen
Es gibt verschiedene Gruppen von Praktizierenden: Einige glauben an das
Karmagesetz, andere glauben nicht daran.
‚Karma‘ bedeutet ‚Handlung‘ und das Gesetz von Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung, das absichtliche Handlungen betrifft.
Gute Handlungen erzeugen Glück und schlechte Handlungen erzeugen Leid für die Person, welche die Handlung begeht. Schlechte oder unheilsame Handlungen werden durch anhaftendes Verlangen, Aggression oder Verblendung veranlasst.
Es sind selbstsüchtige oder ich-bezogene Handlungen.
Gute oder heilsame Handlungen entstehen aus Großzügigkeit, Güte und Weisheit und nutzen allen Beteiligten.
Die karmischen Auswirkungen bzw. Resultate können zu jedem Zeitpunkt in der Zukunft stattfinden und sogar in zukünftigen Leben.

Das Gesetz von Karma bedeutet, dass jedes menschliche Wesen für seine eigene Situation verantwortlich ist. Es gibt keinen Schöpfer, der über uns richtet. Karma ist ein Universalgesetz. Seit unbekannter Vergangenheit wandern die Menschen in Unwissenheit umher, bedingt durch ihre eigenen Taten und verblendet durch zwei grundlegende Missverständnisse. Zuerst glauben sie, dass ihr dualistisches Denken, ihr wirkliches Wesen sei. Zweitens wissen sie nicht, dass sie, verborgen hinter dem unterscheidenden Geist, einen reinen Geist der Erleuchtung besitzen, der ihr wahres Wesen ist.

Andere Praktizierende erfahren aufgrund der unbeständigen Natur ihrer Fähigkeiten, wenn sie mit ungünstigen Umständen konfrontiert werden, Rückschritte. Die Freiheit, ethische Entscheidungen zu treffen, ist relativ und hängt von dem Grad ab, in dem wir unseren Geist von anhaftendem Verlangen, Aggression und Unwissenheit befreien können. Es ist genauso, wie wenn ein kostbarer heller reiner Diamant durch Unreinheiten beeinträchtigt ist. Das Prinzip der Soheit im Menschen ist völlig rein und mit dem makellosen Diamanten vergleichbar. Im Grunde hat jeder einen reinen und klaren Geist, aber dieser ist gewöhnlich von der Verunreinigung und dem Schmutz der irdischen Wünsche überdeckt, die aus den Umständen entstanden sind. Diese irdischen Wünsche entstehen nicht aus dem Geist unseres Wesens; sie sind etwas Zusätzliches. Da der Zustand der Unreinheit grenzenlos ist und alle Seinszustände durchdringt, ist es notwendig, diese unreine Situation durch das Praktizieren der Lehre des Buddha zu reinigen; dadurch wird man zum Prinzip der Soheit zurückkehren. Reines Gold wird hergestellt, indem Erz geschmolzen und alle unreinen Substanzen entfernt werden. Wenn die Menschen das Erz ihres Geistes schmelzen und alle Unreinheiten der irdischen Leidenschaften und des Egoismus entfernen, werden sie alle dasselbe reine Buddhawesen wiedererlangen.

Die Kultivierung von Weisheit und Mitgefühl: Wenn man erst einmal verstanden hat, wie verbunden wir alle miteinander sind, ist es schwer, nicht eine Art von Mitgefühl zu spüren. Und wenn wir Mitgefühl mit anderen haben, dann verstehen wir wiederum, wie verbunden wir alle miteinander sind. Die Realisation von Leerheit ist absolut notwendig für die Erleuchtung: zu sehen, dass alle Dinge ungeboren sind. Mitgefühl ist der relative Geist der Erleuchtung: mit Liebe all jenen zu begegnen, die die Leerheit noch nicht verstanden (oder ‚verwirklicht‘) haben und nicht wissen, dass alles ungeboren ist. Man folgt der Lehre des Buddha, und sollte diese beiden Einstellungen entwickeln.“Ein Vogel braucht zwei Flügel zum Fliegen; daher ist eine Person, die über großes Mitgefühl verfügt, jedoch keine Weisheit besitzt, nur ein liebenswerter Narr. Und eine Person, die Weisheit besitzt, jedoch nicht mitfühlend ist, ist wie ein einsamer Einsiedler in einem Elfenbeinturm, einem immateriellen Ort der Abgeschiedenheit und Unberührtheit.“

Tathata
- Nicht-Zweiheit
Shariputra,
Form ist nicht verschieden von Leerheit,
Leerheit ist nicht verschieden von Form.
Form ist Leerheit, Leerheit ist Form.
Das gleiche gilt für Empfindung,
Wahrnehmung, Wollen und Bewusstsein.
Alle Dharmas sind ausgezeichnet durch Leerheit.
Sie entstehen nicht und sie vergehen nicht,
sind weder vollkommen noch unvollkommen, nehmen weder zu noch ab. (Herzsutra).
Frage: Wenn der Dharmakörper der Buddhas frei von der Manifestation der körperlichen Form ist, wie kann er dann in körperlicher Form erscheinen?
Da der Dharmakāya (Wahrheitskörper) die Essenz der körperlichen Form ist, ist er in der Lage, in körperlicher Form zu erscheinen.
Von Anfang gab es keine Dualität zwischen körperlicher Form und Geist, weder Zeichen noch Worte sind es, die uns Eingang in die Lehre der Nicht-Zweiheit verschaffen. Wer das erkennt, der tritt ein in die Lehre der Nicht-Zweiheit.
Die natürlich anwesende Buddhanatur tragen alle Lebewesen seit anfangsloser Zeit in sich. Man muss zwei Arten der Buddhanatur verstehen: Die sogenannte natürlich anwesende Buddhanatur und die zu entwickelnde Buddhanatur. Sie stehen zueinander im Verhältnis von Grundlage und dessen, was auf der Grundlage beruht; die natürlich anwesende Buddhanatur ist die Grundlage für die zu entwickelnde Buddhanatur. Wenn diese Grundlage durch Hören, Kontemplation und Meditation genährt wird, wandelt sie sich in die zu entwickelnde Buddhanatur.

Vom Samsara zu Nirvana
Wie man vom Bereich des Samsāra in den Bereich der Soheit eintritt.

Die Objekte der fünf Sinne und des Geistes sind Skandhas, im Einzelnen die Empfindungen des materiellen Körpers mit seinen Sinnesorganen, die Gefühle, die Wahrnehmung, die Geistesformationen, und schließlich das Bewusstsein. Sie werden auch Gruppen der Anhaftung, Aggregate, Daseins- oder Aneignungsgruppen oder Zusammenhäufungen genannt. Ist die dualistische Geistesausrichtung überschritten, wird die Vision der Soheit gewonnen, um sich in die absolute Ordnung zu bringen.

Die Kraft der großartigen Tathata Aktivität

Das bedeutet, dass alle Lebewesen vom Wahrheitskörper, der Leerheit, durchdrungen sind: Da Buddhaschaft identisch mit dem Wahrheitskörper ist und der Wahrheitskörper (Dharmakāya) identisch mit Leerheit ist und Leerheit alle Lebewesen durchdringt, tragen alle Lebewesen bereits die Buddha-Natur, die Essenz vollkommenen Erwachens, in sich. Die wahre Natur, die Soheit, ist frei von Unterschieden: Die Soheit (das ursprüngliche Gewahrsein) der Buddhas und die Soheit gewöhnlicher Lebewesen weist keine Unterschiede auf – wie besser und schlechter, größer und kleiner, höher und niedriger. Deshalb tragen alle Lebewesen die Möglichkeit vollkommenen Erwachens in sich.
Die Erscheinungen der materiellen Form haben keine Begrenzungen, und der Zustand der Verblendungen durchdringt alle zehn Richtungen. Der Buddha verglich die Dinge mit Wolken und Wasserblasen, um auf ihre flüchtige Natur hinzuweisen. Er sagt im Diamant-Sūtra: „So sollte dir die ganze vergängliche Welt erscheinen: wie ein Stern im Morgengrauen, eine Luftblase auf dem Fluss, ein Blitz in einer Sommerwolke, ein flackerndes Licht, ein Schatten und ein Traum."Der Dharma, den der Buddha durch Untersuchung und Prüfung vollendet hat, ist der Höchste Dharma, der noch nie da gewesen und schwierig zu verstehen ist. Nur ein Buddha und andere Buddhas können den wahren Dharma erkennen: Die wahre Natur aller Phänomene, die wahre Existenz, die Erscheinungen wie sie sind, die Natur die Substanz, die Kraft, die Funktionen, die Ursachen, die Bedingungen, die Früchte, die Wirkungen, die Folgerichtigkeiten wie sie sind von Anfang bis zum Ende.

TathatāAktivität, die Buddhas erziehen und retten die Lebewesen.
Mit Ihrer großen Liebe und ihrem tiefen Mitgefühl in endlosen Zeitaltern, kultiviert durch die Praxis der Vollkommenheiten, kümmern sich die Buddhas und Bodhisattvas um die Lebewesen. Ihre großen Gelübde, alle Lebewesen zu erretten, und ihre ausstrahlenden Körper wirken ständig auf vielfältige Weise für das Wohl der Lebewesen, solange es Welten gibt.
Das bewusste Verständnis der Wirkungsweise von Ursache und Wirkung soll den Schülern des Buddha helfen, daher lehren sie das Gesetz der Ursachen und Wirkungen, die zehn Regeln wie: Nicht töten, nicht stehlen, keinen Ehebruch begehen, nicht lügen, nicht sinnlos schwätzen, nicht verleumden, nicht doppelzüngig sein, nicht begehren, nicht böse sein, und keine voreingenommenen Sichtweisen hegen.
Die Buddhas lehren sie die Vollkommenheiten zu praktizieren.


Die zehn Vollkommenheiten (Pāramitās)

1.
Geben, Dāna.
Es gibt drei Arten von Geben: materielle Geschenke, Gaben der Sicherheit vor oder Freiheit von Furcht und Gaben des Dharma.
2. Ethische Disziplin, Shīla.
Es gibt drei Arten von Shīla: Methode der persönlichen Führung, Methode der Sammlung und die Methode, den fühlenden Lebewesen beizustehen und sie zu unterstützen.
3.Geduld, Kshānti.
Ist von dreierlei Art: Ausdauer im Ertragen von Schmerz, Ausdauer im Ertragen von Leiden und Ausdauer im Festhalten an der Lehre des Buddha.
4. Tatkraft, Vīrya.
Tatkraft ist von dreierlei Art: Tatkraft im Fassen von großen Entschlüssen, Tatkraft im Erwerben guter spiritueller Dharmas und Tatkraft im Voranbringen von Wohlergehen für alle fühlenden Lebewesen.
5. Meditation, Dhyāna..
Ist von dreierlei Art: Meditation, die zu Samādhi führt, Meditation, der reinen Beobachtung, bei der das menschliche Ego und seine Gedanken keine Rolle mehr spielen. Voraussetzung dafür ist, dass der Meditierende seine geistige Energie über lange Zeit fokussieren kann, ohne abgelenkt zu werden. Durch die Konzentration dieser Energie kommt es zum Erleben der Integration - die Person löst sich auf und der Zustand der Zeitlosigkeit und der kosmischen Verbundenheit durch Liebe und Mitgefühl wird erfahrbar. Meditation, die zur Vollendung der Pflichten führt.
6. Weisheit, Prajñā.
Ist von dreierlei Art: Intuitive Weisheit von
der Leerheit des Selbst, intuitive Weisheit von der Leerheit der Dinge,
und intuitive Weisheit von der Leerheit des Selbst und der Dinge.
7. Geschicklichkeit, Upāyakaushalya.
Geschicklichkeit in der Wahl der Mittel ist von zweierlei Art: Geschick darin, den Geist auf die höchste Erleuchtung zu richten und Geschicklichkeit darin, Lebewesen vor Leid zu beschützen.
8.Gelübde, Pranidhāna.
Sind von zweierlei Art: Gelübde zur Erlangung von Erwachen (bodhi) und Gelübde zum Wohl und zum Glück der Lebewesen.
9.Kraft, Bala.
Ist von zweierlei Art: Kraft zur Denkfähigkeit und Kraft zur Selbstkultivierung.
10. Übersinnliche Weisheit, Jñāna. Ist von zweierlei Art: Weisheit, durch welche die Bodhisattvas das „Glück des Dharma" genießen und Weisheit, durch welche die Bodhisattvas den Lebewesen ermöglichen, spirituelle Reifung zu erlangen.

Wenn Menschen verwirrt sind und sagen „im Osten ist der Westen“, ändert sich die Richtung dadurch nicht. Die Soheit ist immer vorhanden, dessen ungeachtet machen die verwirrten Menschen aufgrund der unbeständigen Natur ihrer Fähigkeit manchmal Fortschritte und manchmal Rückschritte und fallen z. B. in das Stadium des Erlangens der Anhänger- des Hinayāna zurück. Mehr als Sandkörner im Ganges sind weltliche Sorgen, Leiden und Befleckungen, die ihrer Natur nach vergänglich sind.


Die Fünf Skandhas.

Die Skandhas sind im Einzelnen die Empfindungen des materiellen Körpers mit seinen Sinnesorganen, die Gefühle, die Wahrnehmung, die Geistesformationen und schließlich das Bewusstsein. Die Skandhas werden auch Gruppen der Anhaftung, Aggregate, Daseins- oder Aneignungsgruppen oder Zusammenhäufungen genannt.

Die vier Grundformen des Anhaftens.


1. Sinnliches Anhaften - kāmupādāna
Hiermit ist das Anhaften an Sinnesempfindungen gemeint, z. B. an das Empfinden von Lust.

2. Anhaften an Ansichten und Meinungen - ditthupādāna
Gemeint ist das Anhaften an feste Meinungen, aus denen dann ein falsches Weltbild entsteht

3. Anhaften an Riten und Regeln - silabbatupādāna
Hiermit ist sowohl das Anhaften an feste Gewohnheiten gemeint, sowie der Glaube, durch das bloße Ausüben bestimmter Rituale könne eine spirituelle Weiterentwicklung oder gar Erleuchtung entstehen

4. Anhaften am Glauben an eine feste Persönlichkeit - attavādupādāna
Dies bezeichnet das Anhaften an die fünf Gruppen von Daseinsfaktoren (Skandhas) und die Annahme, es gebe (darin) einen festen, unveränderlichen Wesenskern, ein Ich.


Die Soheit selbst ist ohne Anhaftung und ohne vergänglichen Gedanken. Ist man in der Lage, die dualistische Mentalität zu überwinden, kann man die Vision der Soheit gewinnen und bringt sich selbst wieder in Übereinstimmung mit der absoluten Ordnung.


Die verschiedenen Wege zur Erleuchtung

-
Alle Bodhisattvas streben nach der von allen Buddhas realisierten Erleuchtung. Durch die Praxis der Meditation erwacht die Kraft des Glaubens und des Vertrauens.

- Durch das Training in Mitgefühl verstehen sie und tun sie gute Taten.

- Mit dem Verständnis der Natur des Geistes vervollkommnen sie ihren Glauben.


Das Streben nach Erleuchtung mit einem gläubigen Herzen.

Von wem und durch welche Art von Schulung kann der Glaube vervollkommnet werden, damit Erleuchtung erreicht werden kann?

Antwort: Einige werden als die Menschen bezeichnet, die zur Tathāgata-Familie gehören und in die richtige Gruppe eintreten können. (Samanthabhadra einfügen.)

Wenn zehntausend Zeitalter vorbei sind, wird ihr gläubiges Herz vollkommen erwachen. Denn sie glauben an das universale Gesetz von Ursache und Wirkung im Einklang mit dem Abhängigen Entstehen und sie halten die zehn Regeln. Sie schützen die wahre Lehre, sind den Buddhas innig nahe und werden in die Gruppe derer eintreten, die nie zurückfallen, da sie die Leiden von Geburt und Tod fürchten und die höchste Erleuchtung anstreben.

Dann gibt es Menschen die zur Gruppe der Unentschlossenen gehören. Ihre weltlichen Sorgen und Leiden sind sehr groß. Obwohl sie den richtigen Weg des Mahāyāna suchen, wandern sie vorwärts und zurück. Wenn ihr negatives Karma heranreift, verlieren sie den Erleuchtungsgeist. Ihre Fähigkeit zum Gutsein ist gering. Obwohl sie den Buddhas manchmal Opfergaben bringen, ist ihre Art zu streben unbeständig, denn wenn sie mit ungünstigen Umständen konfrontiert sind, werden sie Rückschritte machen und in das Stadium der Hinayāna- Anhänger zurückfallen.

Welche Geisteshaltung ist nun mit einem gläubigen Herzen zu kultivieren?

Man soll mit einem durch Aufrichtigkeit und von der Vernunft geprüften Geist auf richtige Weise in der Meditation von einer vertieften Einsicht in die Soheit der Wirklichkeit ausgehen. Mit einem Geist der Tiefe alle guten Handlungen ausüben und mit großem Mitgefühl die Lebewesen von den Leiden befreien.

Frage: Es wurde erklärt, daß die Buddhistische Lehre zwischen der relativen Welt der Wirklichkeit und der absoluten Wirklichkeit unterscheidet. und daß die Essenz der Buddhas keine Dualität aufweist. Warum meditieren die Menschen dann nicht aus eigenem Antrieb über die Soheit und sollen lernen, gute Taten auszuüben?

Die relative entspricht der alltäglich von jedem unerleuchteten Wesen individuell erlebten Welt, die geprägt ist von Leiden (Samsara). Die absolute Wirklichkeit, frei von individuellen Prägungen bzw. Bedingungen, wird in Nirvana erkannt, als die tatsächlichen Verhältnisse, Prozesse bzw. Wirkungen, frei von allem Leiden.

Die relative Wirklichkeit (oder Erfahrungs-Welt) ist aus buddhistischer Sicht wie ein Traum zu sehen. Mit Hilfe von Praktiken wie Meditation ist es möglich die „Traumhaftigkeit“ unseres Erlebens zu erkennen. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass es keine Trennung zwischen Beobachter, zu Beobachtendem und dem Prozess des Beobachtens gibt. Ein wichtiger Punkt in diesem Prozess ist die Erzeugung von Liebe und Mitgefühl allen Wesen gegenüber. Diese Emotionen fördern die Entwicklung hin zu einer Erkenntnis der „absoluten Wirklichkeit“ die frei von Leiden ist (Nirvana).

Antwort:Verblendung ist nichts Fundamentales, sondern etwas das hinzugekommen ist.

Unwissenheit kann die Buddhanatur, die grundlegend rein und strahlend wie ein Mani-Juwel ist, zeitweise verschleiern, so wie der Schmutz ein Juwel verdecken kann, ohne in es einzudringen.
Durch Praktizieren der edlen Lehre werden die Schleier der Unwissenheit aufgelöst. Die Sonne, die nie aufgehört hat zu strahlen, erscheint, sobald der Wind die Wolken vertrieben hat. Die natürlichen Qualitäten der Buddhaschaft offenbaren sich. Seit anfangloser Zeit haben wir das Potential in uns, alle Qualitäten der Buddhas hervorzubringen. Das Prinzip der Soheit im Menschen ist völlig rein in seiner wesentlichen Natur, aber es ist mit unzähligen, unreinen Befleckungen versehen (parfümiert in der Übersetzung).
Da der Zustand der Unwissenheit grenzenlos ist und alle Seinszustände durchdringt, ist es notwendig, gute Taten zu tun und sich der geschickten Hilfsmittel zu bedienen, um rein zu werden.

Was die Geschickten Mittel anbelangt gibt es kurz gesagt vier Arten.

Mit dem Ziel, alle falschen Gedanken zu verlassen, um zur Soheit- Tathatā zurückzukehren werden die geschickten Hilfsmittel angewandt.
Man soll den Irrglauben an die Substanzialität der Phänomene aufgeben, da diese sowie Leerheit und ebenso die Buddhaschaft lediglich kraft der abhängigen Benennung bestehen. Weil es dieses gibt, entsteht jenes. Man soll sich von verwirrten Sichtweisen trennen und verstehen, dass alle Dinge in ihrer wesentlichen Natur ungeboren sind.
Man soll verstehen, dass die Wirkung von Karma nicht verloren geht, und in Ruhe, frei von Konzepten meditierend, verweilen, bis Existierendes und Nichtexistierendes vor dem Geist nicht mehr erscheinen.
Voller Mut soll man gute Taten tun und verstehen, wenn es weder etwas Seiendes noch etwas Nichtseiendes zu erkennen gibt, dass dann nur der vollkommene, zeichenlose, merkmalslose Frieden bleibt.
Man soll mit großem Mitgefühl allen Wesen Glück bringen, dabei nicht im Nirvāna verweilen, sich mit unzähligen geschickten Mittel auf das Verständnisvermögen der verschiedenen Lebewesen einstellen, ihnen die vielfältigen Bedeutungen der Lehre darlegen und der Natur des Dharma folgen.

In diesem Kapitel werden drei Grundgedanken vorgestellt. Der Glaube an die universelle Ordnung. Die begründete Anerkennung der Ordnung der Erscheinungen, auf der das Gesetz der Kausalität wirksam ist. Die Verbindung dieser beiden Ordnungen in einer Lebensweise für Menschen.

2.Man stoppt das Negative .

Reue zu entwickeln kann das Negative stoppen und abhalten, zu wachsen. Die Wahrheit von Ursache und Wirkung sorgt dafür, dass Taten Folgen haben, daher vermeidet man alles Tun, das negativ und unheilsam ist, und kultiviert Weisheit und Mitgefühl. Wenn man erst einmal verstanden hat, wie verbunden wir alle miteinander sind, ist es schwer, nicht eine Art von Mitgefühl zu spüren. Und wenn wir Mitgefühl mit anderen haben, dann erkennen wir wiederum, wie verbunden wir alle miteinander sind.


3. Man vergrößert diese bereits entwickelte Fähigkeit zum Gutsein.

Dabei nimmt man rückhaltlos und mit vollem Vertrauen zu den drei Kostbarkeiten mit Körper, Rede und Geist Zuflucht, ehrt und lobpreist die Buddhas, bittet sie innig um ihre Unterstützung und ruft sie an. Wegen der Aufrichtigkeit der eigenen Liebe und der Ehrerbietung für die drei Kostbarkeiten wird man im Glauben gestärkt und man strebt, nach der Erleuchtung, um den Lebewesen zu helfen.


4. Man verspricht durch die Kraft des Glaubens und der geschickten Mittel die Lebewesen dazu zu bringen, vollkommenes Nirvāna zu erreichen.

Durch die Ausübung guter Taten und Reinigung geht man wieder in das Reich der Soheit. Das große Gelübde, für das Wohlergehen der Lebewesen zu wirken, gleicht der Sonne, die sich auf jeder Wasserfläche spiegelt und schließt alle Lebewesen mit ein. Man möge Erleuchtung erlangen, um die kostbaren Lehren allen anderen Wesen weiterzugeben und um sie so zur Buddhaschaft zu führen. Die wesentliche Natur der Wirklichkeit ist allumfassend und durchdringt alle Lebewesen; sie ist überall die Gleiche und ist ohne Dualität; sie unterscheidet nicht das eine vom anderen, denn sie ist in der letztendlichen Versenkung im Zustand der stillen Ruhe.

Bodhisattvas können, weil sie von der Kraft des Glaubens inspiriert sind, dazu fähig sein, den Dharmakāya zu verwirklichen. Aufgrund dieser Verwirklichung, indem sie der Lehre des Buddha voll Hingabe folgen, um die Lebewesen zu befreien, können sie sich in acht Manifestationen zum Wohle der Lebewesen darstellen. Diese sind das Herabkommen vom Tushita-Himmel; das Eintreten in eine menschliche Gebärmutter; die Geburt; die Entsagung; die Erlangung der Erleuchtung; die Drehung des Dharmarades der Lehre und der Eingang ins Parinirvāna. Allerdings kann von so einem Bodhisattva nicht gesagt werden, er habe den Dharmakāya vollkommen verwirklicht, da er das negative Karma aus zahllosen vergangenen Existenzen noch nicht vollständig beendet hat. Er erfährt noch ein leichtes Leiden, das vom Zustand der Geburt herrührt.

Das Streben nach Erleuchtung durch Verständnis und Taten.

Durch große Hingabe mit der Kraft des Glaubens hat man eine von der Vernunft geprüfte, tiefgründige Einsicht in die Soheit der Wirklichkeit entwickelt.





Damit man schnell die vollkommene Erleuchtung hervorbringt, trachtet man danach, die sechs befreienden Qualitäten, Pāramitās, zu vollenden.

Man übt sich nach Erleuchtung strebend, frei von Begierde mit dem Wissen, dass Geizige als hungrige Geister wiedergeboren werden, oder als Menschen, deren Leben voller Armut ist. Und man widmet sich den befreienden Qualitäten der Freigebigkeit. Man weiß, dass die Soheit keine Gier kennt.

Die Essenz von Freigebigkeit ist eine von Anhaften freie Geisteshaltung. Man unterscheidet drei Formen der Freigebigkeit: Geben von materiellen Dingen, Schutz gewähren bei Gefahren und die Gabe der edlen Lehre.

Man hält Regeln durch Gelübde, durch das Vermeiden schädlicher Handlungen und das Ausführen heilsamer Handlungen und die Disziplin die das Wohl der Wesen bewirkt.

Sie ist ohne Anfang ohne Ende, die Befleckungen können durch die Praxis der Paramitas erlöschen.

Wenn man die befreiende Qualität der Disziplin vervollkommnet, verwirklicht man die unübertreffliche, reine, vollendete Erleuchtung, die vollkommene Buddhaschaft.

Man übt die Geduld, da man weiß dass der Zorn die in Hunderttausenden von Zeitaltern angesammelten Wurzeln des Heilsamen zerstört. Man widmet sich den befreienden Qualitäten der Geduld.

Die Essenz von Geduld besteht darin, durch nichts aus der Ruhe gebracht zu werden, durch nichts gestört zu werden, weil der Geist frei von Streben nach persönlichem Vorteil und voller Mitgefühl ist. Man weiß, dass die Soheit frei von Faulheit ist.

Da man weiß, daß das Gegenmittel für Tatenlosigkeit, Faulheit die Geisteshaltung der wirklichen Freude an heilsamen Handlungen ist, widmet man sich den befreienden Qualitäten der Praxis freudiger Ausdauer.

Die Essenz der freudigen Ausdauer ist reiner, freudiger Einsatz für das Heilsame.

Man übt Meditation, Samādhi, mit einem im Heilsamen weilenden Geist und versteht, dass durch Abgeschiedenheit des Körpers und des Geistes kein begriffliches Denken entsteht. Da man weiß, dass Menschen mit abgelenktem Geist in den Fängen emotionaler Verblendung leben, widmet man sich der befreienden Qualität der meditativen Stabilität. Da man sich in meditativer Ausgeglichenheit befindet, sieht man die Wirklichkeit so, wie sie ist, und weil man die Wirklichkeit sieht, wie sie ist, tritt man in das große Mitgefühl für alle Lebewesen ein. Man weiß, dass die Soheit frei von Verwirrung ist.

Die Essenz von meditativer Stabilität ist geistige Ruhe. Da man versteht, dass sich auch der Dharma nur im Geist befindet, ist nur dies ein Ort für die Meditation. Da sich auch der Dharma nur im Geist befindet, gibt es keinen anderen Platz der Wahrheit für die Einhaltung eines Gelübdes. Da sich auch der Dharma nur im Geist befindet, gibt es nirgendwo sonst einen Dharma, mit dessen Hilfe Befreiung erlangt werden kann.

Man erkennt, wer auch nur kurz die tiefe Meditation des Soseins praktiziert, erwirbt mehr Verdienste als jemand, der ein Weltzeitalter lang die edle Lehre studiert. Alle Bodhisattvas, denen die Buddhaschaft prophezeit wurde, weilen einzig und allein in dieser tiefen Meditation. Wieder und wieder schauen sie in ihren eigenen Geist.

Ohne die Disziplin der Kontrolle des Geistes wäre jede andere Disziplin sinnlos.

Die Essenz von Weisheit ist ein genau unterscheidendes, umfassendes Verständnis aller Phänomene. Die Bodhisattvas verstehen, dass ihrem Wesen nach alle Phänomene ungeboren sind, von Natur aus nicht verweilend, frei von allen Begrenzungen durch Karma und Handlungen, jenseits des Bereiches von Denken und Nichtdenken. Da sie wissen, dass der Geist nicht innen, nicht außen, nicht dazwischen und nirgendwo sonst zu finden ist, nehmen sie Zuflucht zur Weisheit der Buddhas, die in fünf Aspekten bzw. Weisheiten unterschieden wird:

1) Die „Weisheit der absoluten Weite“: Diese Weisheit ist die Erkenntnis des natürlichen Zustands aller Phänomene, also die Erkenntnis der absoluten Wahrheit.

2) Die „Spiegelgleiche Weisheit“: Diese Weisheit wird mit einem
Spiegel verglichen. So wie sich in der klaren Seite eines Spiegels alle Formen widerspiegeln können, so besitzt die Weisheit der Buddha den Aspekt ungehinderter Klarheit, in dem alle Phänomene von Samsāra und Nirvāna völlig ungehindert wahrgenommen werden.
Dieser Klarheitsaspekt wird „Spiegelgleiche Weisheit“ genannt.

3) Die „Weisheit der Wesensgleichheit“: So wie in einem Spiegel ohne Unterschied gute wie schlechte Bilder erscheinen können und sich als Spiegelbilder gleichen, ohne Konzept von Gut und Böse, so nimmt die „Weisheit der Wesensgleichheit“ Samsāra und Nirvāna als wesensgleich wahr.

4) Die „Unterscheidende Weisheit“: Obwohl vom Standpunkt des Absoluten aus gesehen alle Phänomene in ihrer Natur wesensgleich sind, so sind vom Standpunkt der Phänomene selbst (d. h. vom konventionellen Standpunkt aus gesehen) Samsāra und Nirvāna klar unterschieden und nicht vermischt. Dieses klar unterscheidende
Wissen nennt man „Unterscheidende Weisheit“.

5) Die „Alle Taten vollbringende Weisheit“: Indem die Buddhas klar erkennen, was die unterschiedlichen Lebewesen benötigen, manifestieren sich ihre Handlungen anstrengungslos und spontan.
Alle Weisheiten der Buddhas sind in der „Allumfassenden Weisheit der Allwissenheit“ enthalten.

Das Streben nach Erleuchtung durch Einsicht. Man haftet nicht mehr am Vergänglichen.




Die Bodhisattvas realisieren auf dem Weg zur Erleuchtung die Soheit, Tathatā, sie lösen die Anhaftung an sich selbst und an die Phänomene und verstehen, dass aufgrund der Anhaftung die meisten Menschen ihre physische Form oder ihr „Selbst“ für dauerhaft und gültig halten. Diese Lebewesen lehren sie mit geschickten Hilfsmitteln.
Sie verwirklichen, die Lehre von der Leerheit. da der materiellen Welt eine letztendlich vorhandene Wirklichkeit fehlt und die Lebewesen keine wirklich existierende Persönlichkeit besitzen. Sie gehen „den Mittleren Weg", frei von den extremen Sichtweisen des Vorhandenseins der Dinge (Existentialismus) und der konsequenten Verneinung aller wahrnehmbaren Erscheinungen (Nihilismus).

Den Lebewesen in unserem schwierigen Zeitalter wird es durch die geschickten Hilfsmittel ermöglicht, zum Lotossūtra zu gelangen, um durch die Praxis des Lotossūtra die weltlichen Sorgen und Leiden zu beenden und die Buddhaschaft zu erreichen. Als gläubig Praktizierender des Lotossūtras benötigt man keine geschickten Hilfsmittel mehr.
Erklärung dazu im anschließenden Kapitel.

Inhaltsverzeichnis

Die Lebensdauer des Tathagata

Die Lebensdauer des Tathāgata aus dem Lotossūtra

Zu dieser Zeit sprach der Buddha zu allen Bodhisattvas und zu der ganzen großen Versammlung: »Ihr guten Kinder, ihr alle müsst glauben und unterscheiden des Tathāgata Worte der Wahrheit!“ Wiederum sprach er zu der großen Versammlung: »Ihr sollt glauben und unterscheiden des Tathāgata Worte der Wahrheit!“ Und wiederum sprach er zu der großen Schar: »Ihr sollt glauben und unterscheiden des Tathāgata Worte der Wahrheit!“ Zu dieser Zeit falteten die große Schar der Bodhisattvas mit ihrem Haupt Maitreya die Hände verehrungsvoll zusammen, und sie sprachen zum Buddha: »In aller Welt Verehrter, wir wünschen nur, du möchtest lehren, wir alle wollen glauben und Buddhas Wort empfangen.“ Dreimal sprachen sie so. Wiederum sagten sie: »Wir wünschen nur, du mögest lehren, wir alle wollen den Worten des Buddha gläubig vertrauen.“ Nun, da der von aller Welt Verehrte erkannte, dass alle Bodhisattvas, nachdem sie ihn dreimal gebeten hatten, nicht abließen, ihn zu bitten, sprach er die Worte: »Ihr alle, hört die Wahrheit von der geheimen, geheimnisvollen, mysteriösen, durchdringenden Kraft des Tathāgata! Alle die Welten von Himmelswesen, Menschen und kämpfenden Geistern, die gut oder böse sein können, sie alle sagen, dass Buddha Shākyamuni zu dieser Zeit den Palast der Familie Shākya verlassen habe, nicht fern dem Schloss Gayā auf dem Platz, an dem der Dharma praktiziert wird, gesessen habe und die höchste vollkommene Erleuchtung erlangt habe. Aber, ihr guten Kinder, seitdem ich in Wahrheit die Buddhaschaft erreichte, ist eine unvorstellbare Größenordnung von Zeitaltern vergangen. Angenommen, es gäbe Fünfhunderttausend Myriaden Kotis Nayutas Asamkhyeyas der Dreitausend-Vieltausendfachen-Welt; Und da wäre nun ein Mann, der sie zu winzigen Staubkörnern verriebe, dann ostwärts durch Fünfhunderttausend Myriaden Kotis Nayutas Asamkhyeyas von Ländern ginge und ein Staubkörnchen fallen ließe. In gleicher Weise ginge er weiter ostwärts, bis er diese winzigen Staubkörner alle aufgebraucht hätte. Ihr guten Kinder! Wie ist es nach eurer Meinung? Kann es gelingen, sich all diese Welten vorzustellen und sie zu berechnen, so dass man deren Zahl wissen kann oder nicht?“ Maitreya und die Bodhisattvas sprachen zum Buddha: »In aller Welt Verehrter, von diesen Welten allen, die unermesslich und unbegrenzt sind, kann man ihre Zahl mathematisch nicht berechnen, noch sie durch die Kraft des Geistes ermessen, zu viele sind diese Welten. Keiner der Hörer und der Alleinerkenner mit Weisheit ohne weltliche Sorgen und Leiden könnten sich solche Zahlen denken oder vorstellen. Obwohl wir selbst auf dem Platz Avaivartika, von dem man nicht mehr zurückfallen kann, verweilen, geht es über unser Fassungsvermögen. Von aller Welt Verehrter, so unermesslich und unendlich sind diese Welten.
Zu dieser Zeit sprach der Buddha zur Versammlung der großen Bodhisattvas: »All ihr guten Kinder, nun werde ich euch ganz klar darlegen und verkünden: Angenommen, all diese Welten, in denen ein Staubkörnchen fallengelassen oder auch keines fallengelassen wurde, zerkleinert man und jedes dieser Staubkörnchen steht für ein Weltzeitalter, dann ergibt eine solche Anzahl von Myriaden von hundertausenden Zeitaltern die Zeitspanne, die vergangen ist, seitdem ich die Buddhaschaft erlangte. Seit dieser Zeit bin ich weiterhin beständig hier in der Sahā-Welt, lehre den Dharma und verwandle die Lebewesen. Ferner führe ich auch an allen übrigen Orten in Myriaden zahlloser Millionen von Ländern die Lebewesen auf den Weg und lasse ihnen Gaben zuteil werden. Ihr guten Kinder alle! In diesem Zeitraum sprach ich vom Buddha Dīpamkara (Brennende Lampe) und anderen. Ferner sprach ich davon, dass sie ins Nirvana eingingen. So habe ich über alle mit geschickten Hilfsmitteln unterscheidend gelehrt. Ihr guten Kinder alle! Wenn es Lebewesen gab, die zu mir kamen, so sah ich mit meinen Buddha-Augen deren Glauben, all ihre Aufnahmefähigkeit, scharf und stumpf. Dementsprechend rettete und lehrte ich sie mit verschiedenen Namen an verschiedenen Plätzen, mit unterschiedlichen Lebensspannen. Außerdem machte ich in Reden deutlich, dass ich ins Nirvāna eingehen müsse und erlösche. Ferner lehrte ich mit verschiedenen geschickten Hilfsmitteln den feinen, wunderbaren Dharma, der imstande ist, die Lebewesen zu veranlassen, das Herz freudig aufzutun, um den Dharma zu verstehen. Ihr guten Schüler! Der Tathāgata sieht alle Lebewesen, die sich am Kleinen Dharma erfreuen, die schwach sind an Tugend und deren Karma schwer ist. Für diese Menschen lehre ich, dass ich erst vor Kurzem in den hauslosen Stand eingetreten bin und die höchste vollkommene Erleuchtung erlangt habe. Aber tatsächlich bin ich schon vor geraumer Zeit – wie zuvor ausgesagt – Buddha geworden. Mit dem geschickten Hilfsmittel lehre und verwandle ich die Lebewesen und veranlasse, dass sie in den Buddha-Weg eingehen. So lehre ich. Ihr guten Schüler! Der Tathāgata legt die Sūtren und Regeln insgesamt dar, um die Lebewesen zu befreien. Entweder er lehrt mit seinem Körper oder er zeigt seinen eigenen Körper, oder er zeigt einen anderen Körper, oder er zeigt seine eigene Arbeit, oder er zeigt die Arbeit der anderen. Alles, was ich lehre, das ist wahr und nicht falsch. Wie steht es damit? Der Tathāgata weiß und sieht wahrhaftig die Form der drei Welten. Es gibt keine Geburt und keinen Tod. Sie werden nicht geboren und sterben nicht, sie gehen nicht zurück und kommen nicht hervor. Auch besteht die Welt nicht, und sie vergeht nicht. Sie ist nicht wahr und ist nicht falsch, sie ist nicht gleich und ist nicht unterschiedlich. Es gibt keine in der Welt bleibenden Menschen und erlöschende Menschen gibt es auch nicht. Nicht wie die Lebewesen in den drei Welten sehe ich auf die drei Welten. So ist es. Des Tathāgata klares Sehen hat nichts Falsches und keinen Irrtum. Weil die Lebewesen verschiedene Charaktere, verschiedenes Begehren, verschiedenen Wandel, verschiedene Erinnerungsvermögen, verschiedene Gedanken, verschiedene Absichten und Unterscheidung haben, wünsche ich, alle Lebewesen zu veranlassen, dass sie sorgfältige gute Wurzeln hervorkommen lassen, und mit den Ursachen und Abhängigem Entstehen, mit Gleichnissen und Reden lehre ich in vielfacher Weise den Dharma mit diesen Taten, die der Buddha tut, ohne auch nur für einen Moment inne zu halten. Es ist äußerst lange her und weit entfernt, seit ich Buddha geworden bin. Meine Lebensdauer erstreckt sich über unermessliche, zahllose, unendliche Zeitalter, beständig bleibe ich, ohne zu erlöschen. Ihr guten Schüler alle, mein Leben, seit ich ursprünglich den Bodhisattva-Weg praktizierte, ist noch nicht beendet. Auch dann nicht, wenn man die oben genannte Zahl verdoppelt. Obwohl jetzt also in Wahrheit das Erlöschen nicht stattfindet, verkünde und sage ich mit dem geschickten Hilfsmittel, dass ich erlöschen werde. Mit dem geschickten Hilfsmittel lehrt und verwandelt der Tathāgata die Lebewesen. Warum ist es so? Wenn der Buddha lange in der Welt weilt, dann pflanzen die Menschen mit geringen Tugenden nicht die guten Wurzeln. Sie sind armselig, erschöpft und ganz niedrig. Sie haften an den fünf Begierden nach Besitz, Nahrung, Sexualität, Ruhm und Schlaf. Sie verstricken sich in das Netz von Erinnerung und falschen Ansichten. Wenn sie sehen, dass der Tathāgata beständig da ist und nicht erlischt, dann lassen sie Stolz und Überheblichkeit ausschweifend aufsteigen und hegen Verachtung und Faulheit. Sie kommen dann nicht auf den Gedanken, dass es schwierig ist, ihn zu treffen, und haben kein Herz der Verehrung. Die Lebewesen denken, dem Tathāgata sehr nahe zu sein, deshalb praktizieren sie nicht eifrig, um die drei Welten zu verlassen. Um das zu vermeiden, lehrt der Tathāgata mit dem geschickten Hilfsmittel: ›Ihr Mönche sollt wissen: Schwer ist es, einen Buddha zu treffen, der in der Welt erscheint.‹ Wie steht es damit? Die Menschen, die alle von seichter Tugend sind, können nach unermesslichen Myriaden von Zeitaltern entweder den Buddha treffen, oder sie treffen ihn nicht. Daher sage ich: ›Ihr Mönche alle! Schwierig ist es und sehr selten, den Tathāgata zu sehen.‹ Wenn sie diese Worte hören, müssen all diese Lebewesen sicherlich erkennen, dass es schwierig ist, ihn zu treffen. In ihrem Herzen hegen sie dann Liebe und dürsten voll Hoffnung und großer inniger Sehnsucht nach dem Buddha. Dann pflanzen sie gute Wurzeln. Deshalb lehrt der Tathāgata, obwohl er in Wahrheit nicht erlischt, dennoch sein Erlöschen. Ferner, ihr guten Schüler! Der Dharma aller Buddhas Tathāgatas ist genauso: Um die Lebewesen zu retten, ist er ganz wahr und nicht falsch.
Nehmen wir ein Gleichnis: Es gibt einen guten Arzt. Er ist gescheit, durch und durch klug, und mit klarem Sinn wählt er die geeignete Medizin und heilt trefflich alle Krankheiten. Er hat viele Söhne, zehn oder zwanzig, ja sogar hundert an Zahl könnten es sein. Weil er etwas zu tun hatte, ging er fort in andere Länder. Danach tranken alle seine Söhne Gift. Das Gift verursachte Kummer und Verwirrung. Schließlich wurden sie ganz schwindlig und wanden sich auf dem Boden. Zu dieser Zeit kam nun der Vater nach Hause zurück; von all den Söhnen, die das Gift getrunken hatten, hatten die einen ihr natürliches Wesen verloren, die anderen hatten es nicht verloren. Aus der Feme sahen sie den Vater. Alle freuten sich sehr. Sie knieten nieder und fragten: ›Geht es dir gut, bist du friedlich und bequem zurückgekehrt? Wir waren unüberlegt und voll Zweifel und haben den Fehler gemacht, Gift zu trinken. Wir wünschen uns von dir gerettet und geheilt zu werden. Verhilf uns wieder zu einem langen Leben!‹ Der Vater sah, wie sehr seine Söhne in Leid und Schwierigkeiten waren. Er hielt sich an alle Rezepte und suchte nach vortrefflichen Heilkräutern. Farbe und Duft und guter Geschmack waren vollkommen. Er rieb sie durch ein Sieb, vermischte sie und gab sie seinen Söhnen. Und er sagte: ›Diese sehr gute Medizin ist an Farbe, Duft und gutem Geschmack ausgezeichnet. Ihr könnt sie nehmen. Schnell beseitigt sie eure Beschwerden, so dass ihr nicht länger an Verstörtheit leiden müsst. Nicht wieder sollt ihr alle so Schlimmes erleiden.‹ Die Söhne waren alle betroffen. Jene, die ihr natürliches Herz nicht verloren hatten, sahen, dass diese gute Arznei an Farbe und Duft gut war und nahmen sie mühelos ein. Die Krankheit wurde geheilt, und sie wurden wieder gesund. Die übrigen, die ihr ursprüngliches Wesen verloren hatten, sahen ihren Vater kommen und hatten doch, obwohl sie sich freuten, ihn befragen wollten und danach strebten, dass er die Krankheit behandle und heile, nicht den Wunsch, diese Medizin einzunehmen. Was hatte es damit auf sich? Die Kraft des Giftes war tief eingedrungen. Weil sie ihr natürliches Herz verloren hatten, bezeichneten sie diese an Farbe und Duft gute Medizin als nicht schön. Der Vater stellte diese Überlegung an: ›Diese Söhne muss man bemitleiden. Auf Grund des Giftes, von dem sie betroffen sind, sind sie in ihrem Geist alle verwirrt. Obwohl sie sich freuten, mich zu sehen, nach Rettung und Heilung streben und sich an diese klammern, wünschen sie eine gute Medizin wie diese nicht einzunehmen. Ich muss mir jetzt etwas Gutes ausdenken, um sie zu veranlassen, diese Arznei zu nehmen.‹ Somit sagte er: ›Ihr sollt alle wissen, dass ich gebrechlich bin und alt. Es ist die Zeit zu sterben gekommen. Dieses gute Heilmittel bleibt jetzt hier. Ihr könnt es nehmen.‹ Nachdem er sie so unterrichtet hatte, ging er wieder in andere Länder. Er schickte Boten, die zurückkehren und melden sollten: ›Euer Vater ist gestorben.‹ Zu dieser Zeit fühlten die Söhne, als sie hörten, dass der Vater sie verlassen habe und gestorben sei, in ihrem Herzen großes Leid und Verwirrung. Und sie dachten sich: ›Wenn der Vater noch lebte, hätte er Liebe und Mitgefühl mit uns, wir könnten gerettet und beschützt werden. Jetzt hat er uns alle verlassen. Fern in einem anderen Land ist er gestorben. Wir selbst sind nun verwaist und einsam. Wir haben niemand mehr, an den wir uns halten und dem wir anhängen können. Beständig haben wir Betrübnis und Kummer.‹ Ihr Herz wurde folglich wach. Nun wussten sie, dass diese Medizin an Farbe, Duft und Geschmack gut war und nahmen sie ein. Von Gift und Krankheit wurden sie ganz geheilt. Sobald der Vater hörte, dass die Söhne alle die Heilung erlangt hatten, kehrte er sogleich zurück und zeigte sich ihnen. ›Ihr guten Söhne alle! Zu welchem Zweck, kann man fragen, geschah das alles? Gibt es irgendwo einen Menschen, der sagen könnte, dass dieser gute Arzt das Vergehen der Irreführung und der Unwahrheit begangen hätte oder nicht, was meint ihr?“ »Nein, das hat er nicht, in der Welt höchst Verehrter.“ Der Buddha sagte: »Ich bin wie dieser. Seitdem ich Buddha geworden bin, sind unzählige, unbegrenzte Myriaden von zahllosen Zeitaltern vergangen. Um der Lebewesen willen sage ich mit der Kraft des geschickten Hilfsmittels, dass ich erlösche. Niemand kann mit gutem Recht sagen, dass ich den Dharma falsch lehrte.“
Zu dieser Zeit wünschte der in aller Welt Verehrte, diese Bedeutung nachdrücklich zu sagen, und sprach die Verse:

Seitdem ich die Buddhaschaft erlangte,
Sind endlose, unendliche Zeitalter vergangen.
Beständig lehre ich den Dharma,
Veranlasse zahllose, unzählige Millionen von Lebewesen,
Den Buddha-Weg zu gehen.
Unermessliche Zeitalter sind seither vergangen.
Um alle Lebewesen zu erretten,
Enthülle ich durch geschickte Hilfsmittel das Nirvāna.
In Wahrheit bin ich nicht erloschen,
Sondern lehre den Dharma für immer.
Beständig verbleibe ich in dieser Welt.
All meine überirdisch durchdringende Kraft benutzend
Bewirke ich, dass mich die verwirrten Lebewesen,
Obwohl ich nahe bin, nicht sehen.
Wenn die Lebewesen mich als erloschen betrachten,
Werden sie weithin meine Reliquien verehren,
Alle zusammen werden Liebe und verlangendes Sehnen hegen
Und ihre Herzen werden dürsten voller Hoffnung.
Wenn dann alle Lebewesen glauben und nachfolgen
Mit aufrechtem Charakter und sanftem Geist
Und von ganzem Herzen wünschen, den Buddha zu sehen,
Und nicht um ihr eigenes Leben besorgt sind,
Dann werde ich mit der gesamten Mönchsgemeinde
Auf dem Geiergipfel erscheinen.
Dort werde ich den Lebewesen sagen,
Dass ich beständig hier bin und nicht erlösche.
Mit der Kraft meiner taktvollen, geschickten Hilfsmittel
Werde ich mich als erloschen oder nicht erloschen enthüllen.
Wenn es in den anderen Ländern und Regionen
Lebewesen gibt, die mich verehren und voller Glauben sind,
Werde ich wiederum unter jenen sein,
Um für sie den höchsten Dharma zu lehren.
Ihr, die ihr nichts davon hört,
Meint nur, dass ich erloschen bin.
Ich aber sehe alle Lebewesen
Wie sie versunken sind im Meer des Leidens.
Deshalb enthülle ich mich nicht,
Sondern erwecke ihr Streben, bis ich wieder,
Wenn ihre Herzen Liebe und Sehnsucht erfüllen,
Erscheine, um den unübertroffenen Dharma zu lehren.
Aufgrund meiner überirdisch durchdringenden Kraft
Bin ich zahllose Zeitalter immerzu auf dem Geiergipfel
Und in allen anderen Wohnstätten.
Wenn alle Lebewesen am Ende des Weltzyklus
Die Feuerbrunst sehen, wo das große Feuer brennt,
Ist mein Reich friedlich, ruhig und behaglich.
Mit himmlischen Wesen und Menschen ist es beständig angefüllt.
Reich an Parks, Wäldern und vielen Palästen,
Die mit mannigfaltigen verschiedenen Juwelen geschmückt sind,
Mit kostbaren Bäumen voller Blüten und Früchte in den Juwelen-Wäldern,
In welchen die Menschen sich freuen und vergnügt wandeln.
Alle Gottheiten und himmlischen Wesen schlagen die Himmelstrommel.
Stets lassen sie verschiedene Arten von wunderbarer Musik erklingen,
Lassen Mandārava-Blumen herabregnen
Und streuen diese über den Buddha und die große Versammlung.
Mein reines Land ist unzerstörbar;
Doch alle sehen es an, als ob es verbrenne,
Und sind deshalb mit Schrecken und Verzweiflung erfüllt.
Alle jene Lebewesen können durch ihr negatives Karma
Aufgrund der verschiedenen Ursachen
Im Einklang mit den Abhängigen Entstehen
Über zahllose Zeitalter hinweg
Nicht den Namen der drei Juwelen (Buddha, Dharma, Sangha) hören.
Aber alle, die die Wohltaten der Tugend praktizieren,
Gutes Karma sammeln, aufrichtig, sanft und versöhnlich sind,
Werden meinen Körper wahrnehmen,
Und ich bin hier, den Dharma zu lehren.
Manchmal lehre ich für diese alle,
Dass das Leben des Buddha ewig währt.
Für jene, die den Buddha lange nicht sehen konnten,
Lehre ich, dass man selten einen Buddha trifft.
Die Kraft meiner Intelligenz ist wie diese:
Das Licht meiner allwissenden Weisheit
Leuchtet unendlich in strahlendem Glanz
Und mein Leben dauert zahllose Zeitalter.
Durch langes Praktizieren
Habe ich dieses gereinigte Karma erlangt,
Und ihr alle, die ihr Weise seid,
Lasst keinen Zweifel darüber aufkommen
Schneidet das negative Karma geradewegs ab
Und beendet für immer die Zweifel,
Denn die Worte des Buddha sind wahr und nicht falsch.
Wie der gute Arzt, der mit Klugheit und dem geschickten Hilfsmittel,
Um seine verwirrten Söhne zu heilen,
Verkündet, obwohl er lebt, er sei gestorben,
Und niemand ihn der Lüge bezichtigt,
So sage auch ich, der Vater dieser Welt,
Der alle Leiden und Bedrängnisse heilt,
Um der verzweifelten, verwirrten, gewöhnlichen Menschen willen,
Ich sei erloschen obwohl ich in Wahrheit lebe,
Denn wenn sie mich allzeit sähen,
Erzeugten sie Hochmut und Stolz,
Wären faul und unentschlossen und hafteten an den fünf Begierden,
Sie fielen auf üble Pfade und in eine schlechte Welt.
Ich, der alle Lebewesen immer kennt,
Jene, die den Dharma praktizieren oder nicht,
Um sie, ihnen entsprechend, retten zu können,
Lehre ich für sie die verschiedenen Dharmas.
Beständig denke ich darüber nach:
»Wie kann ich alle Lebewesen veranlassen,
In den unübertroffenen Dharma einzugehen
Und rasch die Buddhaschaft zu erlangen?“



Die Bodhisattvas können durch Einsicht in einem Augenblick zu allen Welten des Universums gelangen, den Buddhas Ehre erweisen und sie innig bitten, das Rad des Dharma zu drehen. Sie sind sich gleich in dem Verständnis: dass in seinem eigentlichen Zustand der Geist unverhüllt und makellos ist; nicht aus irgend etwas gewirkt als aus Leerheit, klar, mit nichts angefüllt, ohne Zweiheit, durchsichtig, zeitlos, mit nichts vermischt, von nichts gehindert, ohne Färbung; er ist nicht als ein getrenntes Ding wahrzunehmen, sondern als Einheit aller Dinge, jedoch nicht aus diesen zusammengesetzt; er hat nur einen Geschmack und übersteigt jegliche Unterscheidung. Der eigene Geist ist durchscheinend. Da er keine Eigenschaften hat, lässt er sich mit einem wolkenlosen Himmel vergleichen. Jener Geisteszustand, der jegliche Zweiheit überschreitet, bringt die Befreiung.

Die Bodhisattvas zeigen den Menschen mit schwachem Willen unterschiedliche Wege, wie man schnell Erleuchtung erlangen kann, indem sie über die Bodhisattva-Stufen hinwegspringen, oder sie sagen den saumseligen Menschen, dass sie am Ende von zahllosen Zeitaltern Erleuchtung erlangen können. In Wahrheit sind sich diese Bodhisattvas gleich in ihren Fähigkeiten, ihrem Streben und der Verwirklichung der Soheit. Sie sind durch drei Abschnitte der unzähligen Zeitalter gegangen. Aber wegen der Mannigfaltigkeiten in den einzelnen Welten der Lebewesen und in den Objekten des Sehens und Hörens wie auch in den Fähigkeiten, den Wünschen und den Charakteren der einzelnen Lebewesen, zeigen sie die unterschiedlichen Arten der Praxis.
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Da die Bodhisattvas den Dharmakāya erkannt haben, sind sie in Übereinstimmung mit der Soheit und frei von geistigen Fabrikationen. Die Ebene der tiefgründigen Soheit ist spontan zu handeln, um andere zu retten. Sie verstehen, dass es auf der Ebene der tiefgründigen Tatsache, dass diese Ebene ungeboren und rein ist, keine dualistischen Unterscheidungen zwischen Samsāra und Nirvāna gibt. Der Pfadgeist, der diese zwei Wahrheiten in bezug auf das abhängige Entstehen versteht, ist der ursächliche große Geist des Mahāyāna-Fahrzeuges, den die Bodhisattvas fleißig praktizieren. Sie verweilen nicht in der Stille, da ihr einziges Bestreben ist, den leidenden Lebewesen auf dem Wege zur Befreiung zu helfen. Daher stellen sie sich auf jede erdenkliche Situation ein, mit dem einzigen Ziel, die weltlichen Sorgen und Leiden der Lebewesen zu beenden.

Die Charakteristika des Erleuchtungsstrebens der Bodhisattvas dieser Gruppe kann durch drei subtile geistige Zustände erklärt werden:

1.Der wahre Geist, die grundlegende Weisheit, frei von Unterscheidung in Subjekt und Objekt.

2. Der Geist der geschickten Hilfsmittel, die Weisheit, die auf spontane Weise wirkt, um anderen zu helfen.

3. Das Unterbewusstsein ist das Speicherbewusstsein, das die Basis der anderen zwei Arten von Weisheit ist.

Zum Eintritt ins Nirvāna muß das Speicherbewusstsein von den Samen gereinigt werden. Nach der Erleuchtung ist es dann in eine „Spiegelweisheit“ transformiert. Das Speicherbewusstsein spiegelt in diesem Zustand die gegenständliche Welt wie ein Spiegel.“.





Bodhisattvas dieser Gruppe wiederum, die ihre hervorragenden Qualitäten zur Vollendung bringen, manifestieren sich im Akanishtha- Bereich.

Akanishtha ist von zweierlei Gestalt: ultimativer Akanishtha, oft auch der Ort des Dharmadhātu genannt, bezieht sich auf den Zustand der Erleuchtung aller Buddhas. Dann gibt es das symbolische Akanishtha, welches der fünfte der fünf reinen Bereiche ist und sich noch im Bereich der Form befindet, im Himmel oberhalb der Spitze des Berges Sumeru.
Das symbolische Akanishtha ist die höchste unter den 17 Welten im Bereich der Form und befindet sich direkt unterhalb der formlosen Bereiche. Die Gesamtheit von Samsāra besteht aus drei Bereichen:

- dem Begierdebereich
- dem Bereich der Form
- dem formlosen Bereich

Oberhalb des Begierdebereichs befinden sich 17 Welten, die den Bereich der Form ausmachen. Wiederum darüber befinden sich die vier formlosen
Bereiche, auch bekannt als die Vier Sphären unbegrenzter Wahrnehmung. Der Satz ,Alle Buddhas erwachen zu vollkommener und wahrer Erleuchtung im Bereich von Akanishtha‘ bezieht sich auf den Dharmadhātu, nicht auf den symbolischen Bereich von Akanishtha.
Da der Raum unendlich ist, sind auch die Welten unendlich, daher gibt es unendlich viele Wesen mit einer unendlichen Vielfalt wie die Sandkörner am Ganges von Denkweisen, Wünschen, Charakteren und Begierden. Daher lehrte der Buddha den Dharma mit Kraft der geschickten Mittel auf mannigfache Art und Weise. Die, Objekte und Wünsche der Sinne und des Geistes sind grenzenlos und es ist schwierig, sie alle zu erkennen und zu verstehen. Daher sind auch die Dharma-Lehren unermesslich und da die Dharma-Lehren unermesslich sind, sind ihre Bedeutungen unermesslich. Die unermesslichen Bedeutungen gehen aus einer Lehre hervor. Diese eine Lehre ist frei von Form und existiert in Abhängigkeit von Ursache und Wirkung, daher gibt es keine Form. Das wird die wahre Form der Leerheit genannt. Alle Lebewesen besitzen Entwicklungsfähigkeit, da sie die Essenz des vollkommenen Erwachens in sich tragen, doch sind die Aufnahmefähigkeiten und Begabungen zu unterschiedlich, als dass sie rasch die vollkommene Erleuchtung erlangen könnten. Hörer und Alleinerkenner besitzen die langfristig wirksam werdende Ursache. Diejenigen die das Große Fahrzeug praktizieren, haben die unmittelbare Voraussetzung zur Erleuchtung. Der Dharma ist wie Wasser, das den Schmutz fortwäscht und reinigt. Wie ein Brunnen, ein Teich, ein Strom, ein Fluss, ein Bach oder ein Großer Ozean in gleicher Weise alle Arten von Schmutz gründlich fortwäscht, so wäscht das Wasser des Dharma grundlegend den Schmutz von Verblendungen und der weltlichen Sorgen und Leiden aller Lebewesen fort.
Die Natur des Wassers ist eins; aber ein Strom, ein Fluss, ein Brunnen, ein Teich, ein Bach und ein Großer Ozean sind alle verschieden voneinander. Das Wesen des Dharma ist von dieser Art. Es gibt Gleichheit und keinen Unterschied darin, dass der Schmutz der Verblendungen und der weltlichen Sorgen und Leiden gereinigt wird. Aber die Drei Dharmas (Die Drei Dharmas: Die Vier Edlen Wahrheiten, die Zwölf Glieder des Abhängigen Entstehens, die sechs Vollkommenheiten)
Die vier verdienstvollen Resultate:

1. Shrota-āpanna: sind in den Strom des heiligen Lebens eingetreten.
2. Sakridāgāmin: kommen, um noch einmal geboren zu werden.
3. Anāgāmin: werden nicht mehr in diese Welt wiedergeboren.
4. Arhat: Heilige, die sich aus allen Leiden des Samsāra befreien konnten.

Obwohl jedes dieser Wasser wäscht, ist ein Brunnen kein Teich, ein Teich ist kein Strom, kein Fluss, kein Bach und kein Ozean. Obwohl die Lehren am Beginn, in der Mitte und am Ende alle gleichermaßen gründlich den Schmutz der Verblendungen und der weltlichen Sorgen und Leiden der Lebewesen reinigen, ist der Beginn nicht die Mitte und die Mitte ist nicht das Ende. Sie sind gleich in ihrer Bedeutung, aber ihrem Ausdruck nach verschieden. Die Buddhas sind frei von falschen Sichtweisen und Gedanken unablässig um das Wohl der Wesen bemüht. Sie lehren mit vielen verschiedenen Gleichnissen die Leerheit, die Vergänglichkeit, die Selbstlosigkeit, und sie offenbaren unzählige Körper, unermesslich wie die Sandkörner am Ganges. Sie wirken mit ihren Körper zum Wohl der Wesen, frei von Vorstellungen, gleichermaßen wirken ihre Rede und ihr Geist frei von Vorstellungen für das Wohl der Wesen. Die Leerheit als die Natur des Weisheitskörpers der absoluten Dimension ist nicht einfach ein Nichts, sondern voller Macht, alle Dinge zu wissen. Dies ist der leuchtende, erkenntnismäßige Aspekt des absoluten Körpers, der sich spontan manifestiert. Der Weisheitskörper ist nicht das Produkt von Ursachen und Bedingungen, sondern die ursprüngliche Natur des Geistes. Das Erkennen dieser ursprünglichen Natur gleicht dem Aufgehen der Sonne in der Nacht der Unwissenheit – im selben Augenblick ist die Dunkelheit verschwunden. Die Klarheit des Weisheitskörpers nimmt nicht wie der Mond ab und zu, sondern ist wie das unveränderliche Licht im Herzen der Sonne.

Frage
: Wenn die Buddhas mit ihren Aktivitäten, die voll Liebe sind, spontane Handlungen vollbringen und sich überall manifestieren, um allen Wesen zu nutzen, dann sollten die Lebewesen doch alle fähig sein, Nutzen zu erlangen durch das Sehen ihrer körperlichen Formen, durch das Miterleben ihrer Wunder oder durch das Hören ihrer Lehrreden. Warum sind die meisten Menschen in dieser Welt nicht in der Lage, die Buddhas zu sehen?

Die Wahrheit der Buddhas antwortet allen Lebewesen; obwohl sie einen
Körper haben, offenbaren sie unzählige Körper, unermesslich wie der Sand am Ganges. Jeder Körper stellt Formen dar und jede Form zeigt Erscheinungen, unermessliche wie der Sand am Ganges – dies ist der wahrhaft unbegreifliche und tiefgründige Zustand der Buddhas. Der Geist eines Lebewesens ist wie ein Spiegel. Genau wie ein Spiegel keine Bilder reflektieren kann, wenn er mit Schmutz bedeckt ist, so kann
die Wahrheit der Buddhas nicht im Geist der Lebewesen erscheinen, wenn dieser mit dem Schmutz der Verunreinigungen befleckt ist. Menschen der zwei Fahrzeuge können den wahrhaft unbegreiflichen und tiefgründigen Zustand der Buddhas nicht erfassen und sogar Bodhisattvas der zehn Stufen können ihn nicht erlangen. Nur ein Buddha zusammen mit einem Buddha kann es verstehen.

Wenn man sich jedoch auf den Buddha bezieht, kann man die Unterscheidung zwischen Nirvāna mit oder ohne Überrest (in dem Sinne, ob es Hervorbringen von Erscheinungen wahrer Existenz gibt oder nicht) nicht anwenden. Ein Buddha hat die Gewohnheit der Unwissenheit, die zu einem solchen hervorbringen der Erscheinungen führt, überwunden selbst wenn er handelt. Deshalb sind in bezug auf die Buddhas das Nirvāna mit oder ohne Überreste verschiedene Aspekte ihres Zustandes des nichtverweilenden Nirvānas. Das Erstgenannte bezieht sich auf einen Buddhakörper der erleuchtenden Formen (rūpa-kāya, Formkörper) und das Letztgenannte auf einen Buddhakörper des tiefen allumfassenden Gewahrseins (jñāna-dharma-kāya, Weisheits-Dharmakāya).

Inhaltsverzeichnis

Die Ermutigung

Die Ermutigung des Bodhisattva Samantabhadra (Universale Weisheit und Tugend)

Zu dieser Zeit kam der Bodhisattva Samantabhadra (Universale Weisheit und Tugend), mit überirdisch durchdringender Kraft, majestätischer Tugend und Ruhm, mit unendlich vielen großen Bodhisattvas aus dem Osten. Die Länder, durch die er ging, erzitterten, Lotosblumen aus Edelsteinen regneten herab, und Myriaden Arten von verschiedener himmlischer Musik ertönten. Ferner umgaben ihn unzählige Himmelswesen, Drachen, schützende Geistwesen, himmlische Musikanten himmlische Tänzer und himmlische Sänger, Wesen mit dem Körper eines Menschen und den Kopf einer Schlange, Menschen und nicht menschliche Wesen, und sie zeigten ihre würdevollen, tugendhaften, überirdischen Kräfte. Sie gelangten zum Geiergipfel in der Saha-Welt. Mit tief gesengten Kopf verbeugte sich der Bodhisattva verehrungsvoll vor dem Buddha Shākyamuni, grüßte und umwandelte ihn zur Rechten siebenmal, und sprach zum Buddha: »Von aller Welt Verehrter! Da ich im Land des Buddha ›Höchster Juwelenglanz und majestätischer König‹ von ferne hörte, dass du in dieser Saha-Welt das Lotos-Sūtra lehrst, bin ich zusammen mit der Schar von Myriaden von großen Bodhisattvas hierher gekommen, damit wir es hören und annehmen. Wir bitten dich, von aller Welt Verehrter, du mögest es für uns lehren und erklären, wie ein guter Mann oder eine gute Frau nach dem Erlöschen des Tathāgata fähig ist, dieses Lotos-Sūtra zu erlangen.“
Buddha sprach zu dem Bodhisattva Samantabhadra: »Wenn ein guter Mann oder eine gute Frau die vier Bedingungen erfüllt, werden sie nach dem Erlöschen des Tathāgata sicherlich dieses Lotos Sūtra erlangen.“ Daraufhin sagte der Bodhisattva Samantabhadra: »Von aller Welt Verehrter! Wenn in der verdorbenen, üblen Epoche der letzten fünfhundert Jahre in der Saha-Welt einer diesen Sūtren-Text annimmt und bewahrt, so werde ich ihn behüten und beschützen, Niedergang, Notlagen und Sorgen von ihm fernhalten und ihn in Frieden und gelassen verweilen lassen, so dass, wenn irgendeiner auf seine Schwächen lauert, dieser keine finden wird. Weder Mara, böse Geister noch die Mara-Söhne, noch die Mara-Frauen, noch das Mara-Volk, noch die Mara-Gefolgschaft, noch die üblen Geistwesen wie Yakshas, Rakasas, Kumbhandas, Pisacas, Krtyas, Putanas, Vetadas, oder andere Angreifer der Menschen, die ihnen nach dem Leben trachten, keiner von denen wird eine günstige Gelegenheit finden. Wo immer solch ein Mensch geht oder steht und dieses Sūtra liest, auswendig lernt und rezitiert, will ich sofort den weißen Elefanten-König mit den sechs Stoßzähnen besteigen und mich mit einer Schar von großen Bodhisattvas ihm zeigen, ihn beschützen und sein Gemüt beruhigen und aufheitern. Das will ich auch deshalb tun, um dem Lotos-Sūtra Verehrung zu bezeigen. Wenn der Betreffende sitzt und über das Lotos- Sūtra nachdenkt, werde ich plötzlich wieder auf dem weißen Elefanten-König reiten und ihm mich selbst offenbaren. Wenn ein solcher auch nur ein einziges Wort oder einen Vers des Lotos-Sūtra vergisst, so will ich selbst ihn diese lehren, es mit ihm lesen und rezitieren und veranlassen, dass er es wieder weiß. Daraufhin wird der, der das Sūtra von der Lotosblume des wunderbaren Dharma annimmt und bewahrt, auswendig lernt, liest und rezitiert, wenn er meinen Körper sieht, höchst erfreut sein und eifrig praktizieren. Indem er mich sieht, wird er die Meditation erreichen, auch die San Dharanis, den Dharma ohne Hindernisse zu lehren und die Dharma-Klang Dharanis, mit Hilfsmitteln der Sprachen den Dharma zu lehren.
Von aller Welt Verehrter! Wenn in diesen letzten fünfhundert Jahren der Endepoche, des verdorbenen und üblen Zeitalters, Mönche, Nonnen, und andere Menschen das Sūtra annehmen und es lernen, bewahren, lesen und rezitieren, kopieren und dieses Lotos-Sūtra zu praktizieren wünschen, so sollen sie sich ihm mit ganzem Sinn während dreier Wochen eifrig widmen. Wenn die drei Wochen vollendet sind, werde ich den weißen Elefanten mit den sechs Stoßzähnen reiten und umgeben von den großen zahllosen Bodhisattvas, vor diesen Menschen erscheinen und mich ihnen körperlich zeigen. Ich werde ihnen den Dharma lehren und sie mit mannigfaltigen Gaben erfreuen. Sodann werde ich ihnen die Dharanis geben, und wenn sie diese Dharanis erlangt haben, können kein menschliches oder nicht-menschliches Wesen sie verletzen, noch irgendwelche sie verführen. Ich selbst will sie auch immer beschützen. Ich bitte dich, von aller Welt Verehrter, mir zu erlauben, dass ich nun diese Dharani-Beschwörungsformeln spreche.“
Dann rezitierte er:

ahtanschi Selbstlosigkeit thandapatschi selbst entfernen thandabatsche Hilfsmittel thandakusareh gütig, friedlich thandasuthareh sehr sanft shudarapatschi ein wenig Buddhas Weisheit sehen mhotabasanneh Verdienste an Buddha und an alle anderen Lebewesen zurückgeben salpatharaniabadani gute Taten für andere, positiver Einfluss salphaphasaabadhani für die Versammlung gut lehren suabadani rundum mit guten Handlungen alles beeinflussen shingaphariksani alles sammeln [zu guter Letzt wird alles zur gesammelten Wahrheit zusammenkommen] shinganjolgadani alle schlechten Zustände der drei Welten beseitigen asungi zahllos [die Resultate der richtig praktizierenden werden zahllos sein] shingapakatschi zählend [alle Lehren Buddhas Satz für Satz zu studieren] tscherehathasingsdoriakaratscheparatscheh die drei Zeiten sind gleich [der Dharma bleibt in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unverändert]
salpahsinghatschisamatschikahrantschi ohne Egoismus
salpantalmasubariktschaltscheh alle Dharmas lernen
salpahsaltahrutakhosahrakarogatschi
Verstehen der Wünsche und sehnsüchtiges Rufen der Lebewesen
shingapirgitschietscheh Löwen-Freude [mit Buddhas höchster Lehre große Dharma-Freude bekommen]

»Von aller Welt Verehrter! Wenn es Bodhisattvas gibt, die diese Dharanis hören, so werden sie die überirdischen Kräfte des Samantabhadra besitzen. Wenn sich das Lotos-Sūtra in der irdischen Saha-Welt verbreitet und die Lebewesen es annehmen und behalten, sollen sie folgendermaßen denken: ›Dies ist alles der majestätischen Kraft des Samantabhadra zu verdanken.‹ Wenn jemand es empfängt, aufnimmt und hält, liest und rezitiert, auswendig lernt, kopiert, seine Bedeutung versteht und es praktiziert, wie es gelehrt wurde, soll ihm bewusst sein, dass dies alles die Wohltaten des Samantabhadra sind, dass er tiefe Wurzeln gepflanzt hat unter unendlichen Buddhas und dass die Tathāgatas sein Haupt gestreichelt haben. Wenn die Menschen das Sūtra nur abschreiben, werden sie, wenn ihr Leben beendet ist, im Himmel Trayastrimsas geboren werden, wo vierundachtzigtausend Himmelsfrauen (Apsaras) abwechslungsreiche Musik darbieten und herankommen werden, um sie zu empfangen. Sie werden sieben Juwelen-Kronen tragen und sich unter diesen Himmelswesen erfreuen. Um wie viel mehr noch werden sich diejenigen freuen, die es annehmen und beibehalten, lesen und rezitieren, auswendig lernen und seine Bedeutung verstehen und praktizieren, wie es gelehrt wurde. Wenn da welche sind, die es annehmen und bewahren, lesen und rezitieren und seine Bedeutung verstehen, diesen werden sich, wenn ihr Leben zu Ende ist, die Hände von Tausenden von Buddhas entgegenstrecken, so dass sie sich weder fürchten noch in eine üble Welt fallen, sondern dass sie geradewegs zum Bodhisattva Maitreya in den wunderbaren Tusita-Himmel der Zufriedenheit kommen, wo Bodhisattva Maitreya, mit den zweiunddreißig Merkmalen ausgezeichnet, von einer Versammlung großer Bodhisattvas umgeben ist und Myriaden von Himmelsfrauen im Gefolge hat. Unter ihnen werden sie wiedergeboren werden. So groß sind ihre tugendhaften Verdienste. Deshalb sollten es die Weisen mit ganzem Herzen abschreiben oder andere veranlassen, es zu kopieren, es anzunehmen und zu bewahren, zu lesen und zu rezitieren, auswendig zu lernen und es zu praktizieren, wie es gelehrt wurde.
Von aller Welt Verehrter! Ich werde jetzt mit überirdischer Kraft dieses Sūtra beschützen, so dass es nach dem Erlöschen des Tathāgata ohne Ende in der irdischen Saha-Welt weithin ohne Unterlass verbreitet wird!“
Daraufhin lobte ihn Buddha Shākyamuni und sagte: »Gut, gut, Samantabhadra! Du bist fähig, dieses Sūtra zu schützen und den Lebewesen an vielen Orten unendliches Glück und Wohl zu bringen. Du hast bereits unvorstellbare Verdienste erlangt und tiefe Liebe und großes Mitgefühl für die Lebewesen. Seit außerordentlich lang vergangener Zeit hast du die höchste vollkommene Erleuchtung erstrebt und warst fähig, dieses überirdische Wunschgelübde abzulegen, dieses Sūtra zu behüten und zu beschützen. Auch ich werde mit überirdischer Kraft jene beschützen und behüten, die fähig sind, den Namen des Bodhisattva Samantabhadra anzunehmen und zu bewahren. Samantabhadra! Wenn es welche gibt, die dieses Lotos-Sūtra annehmen und bewahren, lesen und rezitieren, auswendig lernen, es praktizieren und kopieren, so wisse, dass diese den Buddha Shākyamuni innig nahe sind, und es ist, als ob sie dieses Sūtra aus Buddhas Mund gehört hätten. Wisse, dass diese Buddha Shākyamuni verehrungsvoll Gaben dargebracht haben, wisse, dass der Buddha sie lobt: ›Gut gemacht!‹ Wisse, dass der Buddha Shākyamuni die Köpfe von solchen streichelt, wisse, dass solche mit dem Gewand des Buddha Shākyamuni bedeckt werden. Solche wie diese werden weder nach weltlichen Vergnügungen streben noch von Irrlehren und falschen Schriften und Texten begeistert sein. Noch werden sie Freude haben an Menschen, die engen Umgang mit schlechten Personen pflegen, die Tiere töten oder Tiere wie Schweine, Schafe, Geflügel und Hunde in engen dunklen Käfigen halten oder Jäger oder Zuhälter, sondern solche wie diese werden einen guten Sinn, rechte Erinnerung, ehrlich und aufrecht sein und glückhafte Verdienste haben. Diese werden nicht durch die drei Gifte bedrängt, noch durch Eifersucht, Stolz und Überheblichkeit gequält. Solche werden mit wenigen irdischen Freuden zufrieden und fähig sein, das Werk des Samantabhadra zu tun. Samantabhadra! Wenn nach dem Erlöschen des Tathāgata in den letzten fünfhundert Jahren einer jemanden sieht, der dieses Lotos-Sūtra annimmt, bewahrt, liest, rezitiert, der soll so erkennen: ›Dieser Mensch wird in kurzer Zeit zum Platz der Dharma-Praxis gelangen, die Schar von Maras zerstören, die höchste vollendete Erleuchtung erlangen, das Rad des Dharma drehen, die Trommel des Dharma schlagen, das Muschelhorn des Dharma blasen, den Dharma-Regen herabfließen lassen und auf dem Löwen-Thron des Dharmas inmitten der großen Versammlung von Himmelswesen und Menschen sitzen.‹ Samantabhadra! Welche Menschen auch immer in künftigen Zeiten dieses Sūtra aufnehmen und halten, lesen und rezitieren, diese werden nicht mehr länger maßlos an Gewändern hängen, an Bettzeug, Getränken, Speisen und Gegenständen zum Lebensunterhalt. Was auch immer sie sich wünschen, wird nicht erfolglos sein, und im gegenwärtigen Leben werden sie segensvolles Glück erlangen. Angenommen, es verspottet und beleidigt sie einer und sagt: ›Ihr seid nur verrückte Menschen, ihr verfolgt diesen Weg vergeblich, ohne dass ihr etwas bekommt!‹ Das Schicksal für dieses Vergehen ist Blindheit von einer Generation zur nächsten. Wenn irgendeiner Gaben bringt und sie lobt, der wird sichtbare Vergeltung in der gegenwärtigen Welt gewinnen. Wiederum, wenn einer die sieht, die das Sūtra annehmen und bewahren, und er spricht über ihre Fehler und Vergehen, seien sie wahr oder falsch: ein solcher wird in seinem gegenwärtigen Leben von Aussatz befallen werden. Wenn er sie verlacht, werden für Generationen seine Zähne lückenhaft sein oder fehlen, seine Lippen niedrig, seine Nase flach, seine Hände und Füße gekrümmt sein, seine Augen schielend, sein Körper übel riechend und schmutzig, mit schlimmer Krätze und blutigem Eiter, er wird wassersüchtig und asthmatisch, kurz, von jeglicher schrecklichen Krankheit befallen sein. Deshalb, Samantabhadra, wenn du die siehst, die dieses Sūtra annehmen und bewahren, solltest du aufstehen und sie von weitem grüßen, gerade als ob du dem Buddha Verehrung erwiesest.“
Während dieses Kapitel von der ›Ermutigung des Bodhisattva Samantabhadra (Universale Weisheit und Tugend)‹ gelehrt wurde, erlangten unendliche und zahllose Bodhisattvas, wie der Sand am Ganges, Myriaden von San Dharanis, und mannigfache Bodhisattvas, gleich den Staubkörnern einer Dreitausend-Vieltausendfachen-Welt, wurden auf dem Weg des Samantabhadra vollkommen. Als der Buddha dieses Sūtra gelehrt hatte, waren Samantabhadra und die mannigfaltigen Bodhisattvas, Shāriputra und die mannigfachen Shrāvakas und alle Himmelswesen und Drachen, die Menschen und nichtmenschlichen Wesen, die ganze große Versammlung, alle von großartiger Freude erfüllt, und als sie die Worte Buddhas annahmen und bewahrten, grüßten sie Buddha voll inniger Verehrung und zogen sich zurück.


Die tiefe Kraft des Glaubens und die Praxis

Frage: Welche Art von Glauben sollte ein Mensch haben und wie sollte er praktizieren?
Kurz gesagt, gibt es vier Arten von Glauben.
Da alles, was wir tun, unseren Geist prägt und alle Wesen den Samen der- Reinheit, die Buddha-Natur in ihrem eigenen Bewusstseinskontinuum haben, kann durch den Glauben und die Praxis das Wesen der Soheit erkannt werden.

1. Aufgrund des Glaubens an die letztendliche klare, reine Quelle der Soheit- Tathatā gelangen Menschen dazu, mit Freude über die Soheit zu meditieren.
2. Aufgrund des Glaubens an die zahllosen ausgezeichneten Qualitäten der Buddhas gelangen Menschen mit einem guten Herzen dazu, sich den Buddhas anzunähern, ihnen zu folgen,zu meditieren, Opfergaben zu bringen und mit großem Mitgefühl
für die Lebewesen zu handeln – damit kehren sie zu der Soheit-Tathatā zurück.
3. Aufgrund des Glaubens an die tiefgründige, wunderbare Mahāyāna-Lehre, unerreicht in ihrer Kostbarkeit, praktizieren sie alle guten Handlungen zum großen Nutzen für die Lebewesen, um die Befleckungen, die endlos scheinen, zu reinigen. Kraft des Glaubens und der Praxis der Pāramitās erscheint die Natur Soheit-Tathatā strahlend und rein – gleich den Mani-Juwelen.
4. Aufgrund des Glaubens an den Sangha, die buddhistische Gemeinschaft, gelangen Menschen dazu, sich mit der Gemeinschaft in Harmonie der Praxis zu widmen, um sich selbst und anderen von Nutzen zu sein. Deshalb gelangen sie dazu, sich den Bodhisattvas anzunähern und voller Freude die Lehre des Buddha zu lernen.

Inhaltsverzeichnis

Die fünf Tore zur Buddhaschaft

1. Tor: Wie soll man Wohltätigkeit ausüben?
Man gibt materielle Dinge und spendet seine Gaben freudig, respektvoll, persönlich und ohne anderen zu schaden. An diejenige, die Qualitäten besitzen, wie die Lehrer und Zufluchtjuwelen, an jene, die uns geholfen haben, wie Vater und Mutter, an jene, die leiden, wie Kranke, Bedürftige, Schutzlose. Für Freigebige ist Erleuchtung nicht schwer zu erlangen.
Es gibt kein besseres Mittel gegen zukünftige Armut, als in rechter Weise gespendete Gaben.
Man spendet mit wahrem Mitgefühl zum Wohle der Wesen und für die Erleuchtung.
Die Gabe der Furchtlosigkeit besteht darin, dass man denen Schutz anbietet, die Furcht vor Räubern, Krankheiten, Überschwemmungen und dergleichen haben. Die Gabe der edlen Lehre gewährt man denjenigen, die sie hören möchten, die Respekt und Wertschätzung für den Dharma und die Dharmalehrer haben.

2. Tor: Wie soll man diszipliniert die Regeln befolgen?
Wir unterscheiden drei Arten von Disziplin.
1.Das Vermeiden schädlicher Handlungen.
Nicht töten, nicht stehlen, keinen Seitensprung begehen, nicht doppelzüngig sein, nicht verleumden, nicht lügen, keine falschen Behauptungen aufstellen.
2. In dieser Weise den Dharma zu praktizieren, zu wahren und zu mehren nennt man die Disziplin des Ausführens heilsamer Handlungen.
Man respektiert die Disziplin der Bodhisattvas und folgt ihr, indem man sich dem Studium, der Beschaulichkeit und der Meditation sowie den Freuden der Zurückgezogenheit widmet. Man verehrt und respektiert die kostbaren Lehrer und dient ihnen. Man pflegt und umsorgt die Kranken, ist wirklich freigebig, hebt die Qualitäten anderer hervor und freut sich über deren Verdienste. Man bleibt gleichmütig, wenn man verachtet wird. Man widmet alles Heilsame der Erleuchtung, macht Gebete und bringt den Drei Juwelen Opfergaben und Verehrung dar. Gewissenhaft, voll freudiger Ausdauer, hält man beim Essen Maß, hält die Zeiten der Meditation ein und folgt edlen Lehrern. Man pflegt Freundschaft mit spirituellen Gefährten, untersucht und bekennt seine Fehler und sucht sich von den Fehlern zu befreien. Man schaut niemals geringschätzig auf die Lehren des Buddha, um nicht negatives Karma anzusammeln.
Die Disziplin, die das Wohl der Wesen bewirkt.
Man sollte selbstbeherrscht mit einem freundlichen Lächeln, den Wesen ein aufrichtiger Freund sein, und ihnen bei sinnvollen Handlungen helfen, Gefährdete und Furchtsame beschützen, sie in Einklang mit ihrer Geisteshaltung auf dem Weg führen, ihnen den Dharma vorleben und Schädlichem auf vortreffliche Weise ein Ende setzen.
So wie die Erde Belebtes und Unbelebtes trägt, ist die Disziplin die Grundlage aller guten Qualitäten.

3. Tor: Wie soll man Geduld üben?
Meister Shāntideva zufolge können wir Geduld entwickeln, indem wir uns folgende Überlegungen zu Herzen nehmen: dass diejenigen, die uns Leid zufügen, selbst unfrei sind; dass unser eigenes Handeln verantwortlich für unser Leid ist und dass ebenso auch unser Körper, Rede und Geist verantwortlich sind, dass es in solchen Situationen keinen Unschuldigen gibt, dass diejenigen, die uns Leid zufügen, uns einen großen Dienst erweisen und sehr gütig zu uns sind, dass die Praxis der Geduld die Buddhas erfreut und dass aus dem Üben von Geduld großer Nutzen entsteht.

4. Tor: Wie soll man eifrig mit freudiger Ausdauer praktizieren?
Man sollte mit freudiger Ausdauer praktizieren, einer Geisteshaltung, die Freude an heilsamen Handlungen hat, und das Gegenmittel für Faulheit ist. Obwohl man voller Vertrauen gläubig praktiziert, können große Hindernisse aus einem früheren Leben auftauchen. Man kann von irdischer Arbeit und von weltlichen Angelegenheiten verschiedener Art gefesselt sein, von großen geistigen und körperlichen Leiden gepeinigt werden, vom bösen Versucher Māra und seinen Dämonen gequält werden oder vom Leiden der Krankheit befallen werden.

Aus diesen Gründen sollte man mutig und so schnell wie möglich verdienstvolle Handlungen ausführen und sich selbst wie auch anderen von Nutzen sein, um sich vom Leiden zu befreien. Man soll den Buddhas Opfergaben darbringen und in den vierstündigen Abschnitten des Tages und der Nacht herzlich voller Hingabe den Buddhas Ehre erweisen, Opfergaben darbringen, "Pūjās", Zeremonien und Gebete, ausführen und aufrichtig bereuen, sowie die Verdienste allen Lebewesen widmen.

5. Tor: Die Praxis von Shamata und Vipashyanā.

Shamata
ermöglicht die Freude am Losgelöstsein von der Welt – das wird als Aufhören aller Merkmale der weltlichen Dinge bezeichnet. Man lässt den Geist auf dem Objekt der Meditation klar und stabil mit mentaler Geschmeidigkeit und Körperlich ruhig verweilen, solange man es wünscht. Um anderen besser helfen zu können, ist es wichtig, diese Fähigkeiten zu erlangen. Vipashyanā Ist ein außergewöhnlich wahrnehmungsfähiger Geisteszustand. Er wird definiert als korrektes Erfassen des Objektes der Meditation, gepaart mit einspitziger Konzentration, der Kombination aus ruhigem Verweilen und analytischer Meditation.Befindet sich der Geist im Zustand von Vipashyanā, ist er automatisch auch verbunden mit Shamatha. Daher sollte man diese Aspekte Schritt für Schritt gemeinsam üben, nur dann werden beide vollkommen werden.

Wenn die Wellen der groben und subtilen Gedanken vergehen, bleibt der Geistesstrom selbst unbewegt. Ohne Befleckung von nach außen gerichteten Geisteszuständen oder von introvertierten Geisteszuständen entsteht der Ozean des ruhigen Verweilens.

Die Übung des Beendigens

Man sollte an einem angenehmen, behaglichen, ruhigen Platz verweilen, dabei aufrecht sitzen, Körper und Geist in sanftem Zustand halten.
Weder auf die Atmung noch auf eine Farbe oder Form sollte man seine Aufmerksamkeit richten, nicht auf leeren Raum, Erde, Wasser, Feuer, Wind und auch nicht auf etwas, das man gesehen, gehört, erinnert oder wahrgenommen hat. Dies wird Gewahrsein in der Stille und Stille im Gewahrsein genannt.

Beim Konzentrieren im Zustand der Achtsamkeit soll man darauf achten, alle Gedanken, die erscheinen, sofort fallen zu lassen. Selbst der Gedanke des Fallenlassens von Gedanken soll aufgegeben werden.
Alles Denken, was immer es auch ist, ist nur Geist, der leer von jeglichen eigenen Merkmalen ist.
Erklärung aus dem Lotos-Sūtra:

Geschickte Hilfsmittel, die helfen Shamata, das ruhige Verweilen, zu praktizieren.

Selbst wenn man sich aus der sitzenden Haltung erhebt und sich mit anderen Tätigkeiten beschäftigt, sollte die Achtsamkeit stark genug sein, dass sich subtile oder grobe Gedanken sich frei machen. Wenn dabei heftige Gedankenbewegungen aufkommen, ist das wie eine Zwischenstufe der Praxis von Shamata, hin zum gemächlichen Dahinfließen eines Flusses. „ Wohlwissend, dass Einsicht, beruhend auf Geistesruhe, Störgefühle vollständig überwindet, bemüht man sich um Geistesruhe.“ Man bewahrt eine nichtabgelenkte stetige Achtsamkeit, die stark genug sein sollte, um sich zu behaupten, wenn subtile und grobe Gedanken aufkommen. Wenn diese Disziplin lange genug geübt und gemeistert wird, wird das Entstehen von Ideen im Geist zum Halten gebracht. Die Kraft des Aufhörens von Gedanken wird immer stärker, und man kann sich durch Konzentration, Samādhi, in Übereinstimmung mit der Soheit bringen und fähig sein, sich in die Soheit meditativ zu versenken. Damit werden alle Befleckungen, wie tief sie auch sein mögen, gereinigt und die Kraft des Glaubens wird gestärkt. Man erlangt schnell die Stufe der Befreiung von den weltlichen Sorgen und Leiden und wird bewahrt vor dem Rückfall in die niederen Bereiche. Diejenigen, die zweifeln, die ungläubig die Lehre des Buddha kritisieren, die wegen ihres schweren Karmas voll Stolz und Faulheit sind, können sich wegen dieser Hindernisse nicht in meditativer Versenkung, Samādhi, sammeln.

In der meditativen Versenkung bleibt man in einem Zustand, frei von Vorstellungen. Der Samādhi der Soheit ist die Grundlage für jede andere meditative Versenkung. Alles, was der Meditation entgegensteht, sollte man als Māra in sich selbst erkennen. Wenn man verwirrt ist und es einem an der Fähigkeit zum Gutsein mangelt, können Wesen während der Meditation in furchteinflößender Form erscheinen. Zu einer anderen Zeit können sie sich in Gestalt von schönen Frauen oder Männern manifestieren. In diesem Fall sollte man verstehen, dass dies kein wirkliches Entstehen von Erscheinungen ist. Die einzigen tatsächlichen Hindernisse sind die Anhaftung an Erscheinungen oder Leerheit. Haftet man weder an dem einen noch an dem anderen an, und sieht Erscheinung und Leerheit als untrennbar, dann gibt es keine Dämonen im Geist, und sie können uns nicht mehr stören.

Manchmal können sich Erscheinungen auch als Himmlische Wesen, Bodhisattvas, Tathāgatas mit allen Haupt- und Nebenmerkmalen manifestieren. Oder sie lehren Magische Sprüche- besondere Kräfte; auch können sie die sechs Vollkommenheiten lehren:

1. Großzügigkeit
2. Ethisches Verhalten
3. Geduld
4. freudige Anstrengung
5. Meditation
6. Weisheit


Solche Erscheinungen könnten Menschen auch das Wissen über ihre vergangenen und zukünftigen Existenzzustände lehren, die Methode, die Gedanken anderer zu lesen, oder die vollkommene Meisterschaft der Rede, und sie dazu zu bringen, an irdischem Ruhm und Gewinn anhaften zu lassen. Sie könnten sie dazu bringen, schwankende Charaktere zu haben, wie himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt, schläfrig, faul, voll großer Sorgen und sehr krank, plötzlich überaktiv, dann wieder wie gelähmt, große Zweifel zu haben, ohne Glauben auch den Glauben an die richtige Lehre aufzugeben. Solche Erscheinungen lassen sie den Irrlehren folgen, wobei sie von der irdischen Arbeit gefesselt sind. Manchmal könnten sie sie auch dazu bringen Zustände zu erfahren, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Samādhi haben, die aber alles Errungenschaften von Irrlehren sind. Zuweilen bringen solche Erscheinungen sie auch dazu, für einen, zwei, drei Tage oder eine Woche in solchen Zuständen zu verweilen. Ihr Körper empfindet dabei Wohlbehagen und ihr Geist ist fröhlich. Daher wächst ihre Anhaftung an die duftenden köstlichen Speisen und Getränke. Zu anderen Zeiten könnten sie dazu gebracht werden, einmal ohne jegliche Zurückhaltung sehr viel und ein anderes Mal wieder ganz wenig zu essen, was man auch an ihrer Gesichtsfarbe sehen kann. Aus diesen Gründen sind solche Menschen an die dreifache Welt mit ihren allumfassenden Leiden gefesselt. Sie wenden sich von guten spirituellen Freunden ab und den Irrlehren zu.

Aus diesen Gründen sollten Menschen, die den Wunsch haben, die Hindernisse von Māra zu überwinden, vorsichtig und mit Weisheit ihre Gedanken beobachten und fleißig praktizieren. Sie sollten sich von Anhaftung an das Ego lösen und keinen falschen Lehrern, die in habgieriger Weise an Ruhm, Profit und dem Respekt der Welt verhaftet sind, folgen. Wenn ihr verdrehtes Denken anhält, ist ihr offener Geist in einer natürlichen Übereinstimmung. Im Samādhi der Soheit erkennen sie, dass die Geistesplagen nichts anderes sind als Erleuchtung, und sie können in Frieden auf den Wellen von Geburt und Tod weilen.
Im Boot des Mitgefühls auf dem Ozean der Verblendung reisend, verlassen sie die weltlichen Sorgen und Leiden. In tiefer Konzentration im Samādhi werden sie weder von der Aktivität des Sehens von Objekten noch von dem Erfahren von Objekten in der Meditation gefesselt sein. Um den rechten Weg zur Erleuchtung zu gehen, sollten sie einem guten Lehrer folgen. Menschen, die den Samādhi der Soheit praktizieren, werden Erleuchtung erlangen. Dagegen ist es noch nie geschehen, dass Menschen, die den Samādhi der Soheit nicht praktizierten, Erleuchtung erlangt hätten. Solche Menschen die den Samādhi der Soheit nicht praktizieren bleiben aufgrund ihrer falschen Sichtweise an die dreifache Welt gefesselt sie wenden sich den Irrlehren zu und können nicht in die Familie der Buddhas eintreten.

Die Zehn Arten von Nutzen und verdienstvollen Tugenden, die Menschen erhalten, wenn sie diesen Samādhi der Soheit fleißig praktizieren.

Alle Buddhas und Bodhisattvas in den zehn Richtungen gewähren ihnen Zuflucht und Schutz. Die Hindernisse werden abnehmen und sie werden sich nicht vor der Gefolgschaft Māras fürchten. Sie werden nicht von den fünfundneunzig Arten von Irrlehren verwirrt und getäuscht.

Sie werden sich von Schmähungen der Lehre des Buddha fernhalten. Dadurch werden die Hindernisse und ihr negatives Karma immer geringer. Alle Zweifel und falschen Sichtweisen über Erleuchtung werden zerstört. Die Kraft des Glaubens an die Tathāgatas wächst immer mehr. Sie werden frei sein von Sorgen und Leiden und fürchten sich nicht mehr vor Geburt und Tod. Da sie freundlich sind und ohne Stolz, können sie andere Menschen nicht verletzen. Obwohl sie den Samādhi der Soheit noch nicht vollständig verwirklicht haben, werden sie irdische Dinge nicht mögen und die weltlichen Sorgen und Leiden verlassen. Im Samādhi können sie keine äußeren Geräusche erschrecken.

Die Methode der Vipashyanā-Meditation

Die Methode der Vipashyanā-Meditation auf Shamata gegründet als Kraft des geschickten Hilfsmittels.

Vipashanā-Meditation, Einsichts-, Erkenntnis- oder Klarblicksmeditation die buddhistische Art der Meditation, die der Buddha selbst herausfand, praktizierte und lehrte (zumindest dem Pāli-Kanon der Theravādins zufolge). Die Samatha-Meditation, die "nur" auf Geistesruhe, Konzentration und Versenkungen ausgeht, ist in verschiedenen Religionen und Kulturkreisen zu Hause und war auch schon zu Buddhas Lebzeiten in Indien bekannt. Der Buddha allerdings fand heraus, dass diese Art der Meditation allein nicht genügt, um Leiden dauerhaft zu transformieren, transzendieren, zu überwinden und zu beenden.

Die Übung im Beobachten und analysieren wird als Klarblick Vipashyanā bezeichnet. Es ist ein Erfahrungswissen, das erworben wird durch die wiederholte klar beobachtende Gegenüberstellung mit den eigenen körperlichen und geistigen Vorgängen. Es ist die direkte und tiefgreifende Einsicht in die drei Merkmale allen Daseins, d.h. in seine Vergänglichkeit, in seine Leidhaftigkeit und Ich- und Substanzlosigkeit. Alle Phänomene in der Welt verweilen nicht einmal für einen Augenblick, sondern entstehen in jedem Moment neu und verändern sich und vergehen. Der Einblick in die Natur der Veränderlichkeit wird eine Fülle von Einzelheiten bieten über die dynamische Natur geistiger Vorgänge sowie über den unterschiedlichen Charakter der körperlichen und geistigen Vorgänge. Durch die Übung im reinen Beobachten, wird uns zu Bewusstsein kommen dass Vergänglichkeit unser ständiger Begleiter ist. Die Phänomene der Vergangenheit sind wie ein entzückender Traum, die gegenwärtigen Gedanken und Erscheinungen sind wie ein Blitz, die zukünftigen Gedanken und Phänomene sind wie Wolken die plötzlich erscheinen. Nur Shamata zu praktizieren ist zu wenig, da sich der Geist sonst vom großen Mitgefühl entfernt. Deshalb ist es notwendig Vipashyanā zu praktizieren.«Unerlässlich ist ein System der Geistesentfaltung, das die Fähigkeit erzeugt, den Geist auf was auch immer es sei zu konzentrieren.

Unerlässlich ist eine Kunst des Lebens, die einen befähigt, jegliche Tätigkeit als eine Hilfe auf dem Pfad zu benutzen.»

Weil alle Lebewesen von Unwissenheit durchdrungen sind, haben sie seit anfangsloser, unendlicher Zeit Geburt und Tod, körperliche und geistige Leiden erlitten, diese Leiden sind endlos und schwer loszuwerden. Daher werden gute Männer und Frauen wegen ihrer raschen und freudigen Tatkraft den tiefen Wunsch entfalten alle Lebewesen von ihren Leiden zu befreien. Sie werden unermessliche weitreichende Versprechungen und große Gelübde machen, und je nach ihrer Befähigung den strahlenden Glanz des Dharma erklären. Dabei werden sie die Verzweifelten ermutigen um sie Schritt für Schritt auf den Buddhaweg führen. Zu allen Zeiten, außer wenn sie Shamata praktizieren werden sie achtsam beobachten und analysieren Vipashyanā praktizieren.
Achtsamkeit und Wissensklarheit helfen und ergänzen einander
Mit einem Geist frei von Unterscheidungen werden sie in den Ländern der zehn Richtungen verdienstvolle Handlungen ausüben können um den Lebewesen Frieden zu schenken. So lange wie der Raum besteht, und so lange wie die Lebewesen existieren, wird es sie geben, um die Leiden der Lebewesen zu beenden. Damit alle die höchste Freude des Nirvāna erreichen können.

Welches Resultat erhält man, wenn man Shamata und Vipashyanā praktiziert?
Befindet sich der Geist im Zustand von Vipashyanā, ist er automatisch auch verbunden mit Shamatha.

Ob beim Gehen, Stehen, Sitzen, Liegen oder Aufstehen sollte man diese Aspekte Schritt für Schritt, gemeinsam üben nur dann werden beide vollkommen werden. Bei dieser Praxis wird sich die Sichtweise erhöhen, man vermeidet die Fehler der gewöhnlichen Menschen mit ihrer Furcht die sie hegen und vermeidet durch diese Praxis die Fehler der Hörer und Alleinerkenner man tritt durch die beiden Tore Shamata und Vipashyanā in den Weg zur Erleuchtung, unermessliches Mitgefühl und große Liebe erwacht.

Das Zeigen der geschickten Mittel.

Die Lehre des Asvaghosha, mit der großen Ursache und Wirkung, das Abhängige Entstehen und ihre Bedeutung ist für viele Menschen die wegen ihres schweren Karma mit weltlichen Sorgen und Leiden in der Saha Welt leben schwer zu verstehen. Ihre Kraft reicht nicht aus den Buddhas Gaben darzubringen, und sie neigen dazu wieder zurückzufallen.

Für diese Menschen haben die Tathagatas ein wunderbares, hervorragendes geschicktes Mittel, durch das sie ihren Glauben schützen und durch das sie nicht in die niederen Bereiche fallen werden.

Alle Buddhas der zehn Richtungen und auch die hohen Bodhisattvas manifestieren um sich herum ein reines Kraftfeld, ihr eigenes Reines Land. Buddha Shakyamuni beschrieb die Qualitäten solcher Reinen Länder in allen Einzelheiten. Er lehrte verschiedene Methoden, wie man in Verbindung mit den Buddhas und ihren Reinen Ländern treten kann, denn verglichen mit anderen Methoden ist die Praxis auf die Reinen Länder ein anschaulicher Weg zur Erleuchtung. Durch die Anrufung von Namo Buddha Amithaba in der Meditation fällt man nicht in die niederen Bereiche und wird in Übereinstimmung mit seinen eigenen Wünschen in die Lage kommen in den Buddha Ländern wiedergeboren zu werden. Man erreicht die Stufe von der man nie mehr umkehrt und ist in der Lage, die Buddhas immer zu sehen. Wenn man auf den Dharmakaya die Soheit des Buddha meditiert und weiter vorwärtsstrebt wird man in den Buddha Ländern wiedergeboren weil man im einwandfreien Samadhi verweilt.

Im Kreis der fünf Buddhafamilien ist der Buddha Amitabha (Buddha des Grenzenlosen Lichts) der Buddha der westlichen Himmelsrichtung. Er trägt seinen Namen, weil das Licht, das von seinem Körper ausstrahlt, alle Reinen Länder aller Buddhas der zehn Richtungen durchdringt. Vor vielen Weltzeitaltern hatte er, damals unter dem Namen Dharmakara, ein Gelübde abgelegt, diese Welt nicht zu verlassen bis alle Wesen befreit sind, und dass er fähig werden wolle, ein Reines Land zu manifestieren, das die Qualitäten aller Reinen Länder enthalten sollte und in dem die Wesen einfach auf Grund entsprechender Wünsche leicht wiedergeboren werden könnten. Als Resultat dieser starken Wünsche manifestierte er, als er Buddhaschaft erlangte, das Reine Land Große Freude (Sanskrit: Sukha-vati, tib. Dewachen) In zahllosen Mahayana-Sutras werden die Methoden gepriesen, wie man in Verbindung mit den Reinen Ländern kommt und dort Geburt annimmt Hierzu zählen auch etwa 200 Sutras und Kommentare, wie das Avatamsaka-, das Lotus-, das Prajnaparamita- und das Surangama- Sutra. Ebenso erklärt die Abhandlung über den Weg zur Erleuchtung von Asvaghosha diese Praxis sehr klar.

Welchen Gewinn erhält man durch das Praktizieren des Mahayana Asvaghosha Kommentars?

Jene, die entsprechend den Ursachen und gemäß dem Abhängigen Entstehenden die Asvaghosha Kommentare mit einem gläubigen Herzen aufnehmen und solch tugendhafte Verdienste erlangen, werden, wenn sie frei von Zweifeln sind sicher die Buddhaschaft erlangen.

Wenn einer in der Dreitausend-Vieltausendfachen großen Welt ( den dreimal dreitausend Weltsystemen? Ev. besser zu verstehen?)die Lebewesen lehrt und die zehn guten Handlungen mit ihnen ausführt so ist das Glück dieses Menschen außerordentlich. Wenn solch ein Mensch viele Zeitalter hindurch derart tugendhafte Verdienste üben würde, es aber dagegen gute Frauen oder Männer gibt, die diesen Kommentar von Asvaghosha ohne irgendwelche Zweifel mit tiefem Vertrauen nur für einen Tag praktizieren so überträffen die glückhaften Verdienste der guten Frauen oder der guten Männer die Verdienste von jenem Menschen bei weitem.

Wenn gute Männer und Frauen den Kommentar von Asvaghoshas hören und fähig sind ihn anzunehmen und festzuhalten deren Tugend ist beispiellos und grenzenlos. Alle Buddhas und Bodhisattvas loben sie und sind von großer Freude erfüllt. Sie sind wahrhaft die Kinder Buddhas. Die Verdienste dieser Menschen sind außerordentlich und zahllos bald werden sie frei von weltlichen Sorgen und Leiden sein. Weil sie ohne konzeptionelle und ohne falsche Gedanken nicht in Gedanken verweilend den Geist in die Leerheit schmelzen lassen um Nirvāna zu erlangen.

Negatives KarmaD3. Die Erklärung

Wenn Menschen diesen Kommentar kritisieren oder mit Geringschätzung bedenken werden sie wegen ihres negativen Karmas unzählige Zeitalter hindurch bittere Leiden ertragen. Weil sie den Samen der Drei Juwelen vernichtet haben vernehmen sie sehr lange nicht den Dharma. Aufgrund dieser Ursache und Abhängigen Entstehen erfahren sie für diese Vergehen gewaltige weltliche Sorgen und sehen den Buddha auf sehr lange Zeit nicht.

Alle Tathagatas haben durch die Praxis dieses Dharmas Nirvāṇa erreicht. Alle Bodhisattvas die in früheren Leben die Wurzeln des Guten gepflanzt haben werden durch diese Lehre mit ihren unvorstellbaren heilsamen Verdiensten allumfassende Weisheit erlangen.

Gute Frauen, gute Männer und die Bodhisattvas haben in früheren Leben, in inniger Beziehung gläubig diesen Dharma erhalten, von diesem Tage an werden gute Frauen, Männer und die Bodhisattvas durch diesen Dharma von Asvaghosha vertrauensvoll, friedlich gefestigt und gelassen, freudig und gut sein und deshalb sollen die Lebewesen auch zukünftig den Dharma von Asvaghosha praktizieren und gläubig im Herzen tragen.

Widmung

Asvaghosha widmet diesen Kommentar die er durch seine Verwirklichung verfasst hat, allen Lebewesen und den Siegreichen der Drei Zeiten. Auf Grund all dieser Verdienste mögen alle Lebewesen immer glücklich sein, möge es ihnen immer wohlergehen. Durch die angeborene Wurzel des Heilsamen mögen alle Lebewesen die kostbare höchste Erleuchtung erlangen.

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